RFID in der Medizintechnik

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Einwegmaterial mit RFID und Software

Eine ganz andere Anwendung wurde von Hansjörg Riedwyl von der Bieler Medtech-Firma ISS AG vorgestellt. Um hochwerti -ges Einwegmaterial (Disposables), das bei Laserbehandlung am Auge zur Anwen-dung kommt, vor Mehrfachgebrauch zu schützen und gleichzeitig die Patienten-sicherheit zu erhöhen, hat die ISS AG ein auf RFID basierendes Konzept und die dazugehörige Software entwickelt. Eine Operation ist erst möglich, wenn ein neu-es Disposable am im Endgerät integrier-ten RFID-Reader eingelesen wird. Auf dem Chip, der beim Einlesen gleichzeitig «entwertet» wird, sind wichtige Parame-ter für die Operation gespeichert, dies er-möglicht eine Minimierung der nötigen Interaktionen zwischen Arzt und Maschi-ne.Dank Rückmeldungen von den Laser-systemen via Internet oder USB-Stick auf einen zentralen Server und der Verknüp-fung von Daten der weltweit installierten Geräte, ist es gelungen, die Mehrfachver-wendung der Disposables zu verhindern und damit sowohl die Patientensicher-heit zu erhöhen (gesicherte Sterilität) und den Businesscase zu schützen (Tin-tenpatronenprinzip) als auch den Be-dienkomfort für den Arzt zu optimieren. Dank dem integralen Lösungsansatz und dem gut verteilten Nutzen für alle Stake-holder wurde das System vom Markt sehr gut aufgenommen und akzeptiert.

Fälschungssicher: Verpackungen gegen Produktpiraterie

Forscher am Produktionstechnischen Zentrum (PZH) der Leibniz Universität Hannover entwickeln elektronisch gesicherte Verpackungen gegen Produktpira-terie. Lennart Schulz, Forschungsgrup-penleiter am Institut für Transport- und Automatisierungstechnik, berichtete über den Entwicklungsstand des neuarti-gen elektronischen Echtheitszertifikats für Medikamentenverpackungen. Das Zertifikat, das auf einem so genannten RFID-Transponder (Radio Frequency Identification) basiert, besteht aus einem kleinen Chip zur Datenspeicherung und einer Mini-Antenne auf der Innenseite der Verpackung. Über Funkwellen können Daten auf den Chip eingeschrieben und ausgelesen werden. So kann der gesamte Weg des Medikaments von der Fertigungshalle über den Verpackungsprozess, den Spe-diteur und die Zwischenhändler bis hin zur Apotheke zurückverfolgt und geprüft werden. Eine besonders hohe Sicherheit erhält der RFID-Transponder dadurch, dass die Antenne, eine erhabene Struktur auf der Packung, nicht aufgeklebt, son-dern in einem Offset-Druckprozess auf die Faltschachtel aufgedruckt wird. Die Struktur ist mit einer speziellen Silberleitfarbe direkt auf die Schachtel gedruckt und dadurch nur schwer nachzuahmen.

WiFi-Lösungen für RFID

Eine interessante RFID-Lösung präsen-tierte Wim Verduyn von Aeroscout EMEA. RFID Chips oder Tags müssen normaler-weise immer abgescannt werden, um Da-ten zu übertragen. Das bedeutet Zeit- und Personalaufwand. Mit WiFi ausge-stattete aktive RFID Tags senden Daten selbständig an einen Computer. Damit kann sich der Anwender mühsames Einscannen der Daten ersparen. Allerdings wird dieses System nur im Krankenhaus-management eingesetzt bei hochwertigen Artikeln wie beispielsweise bei Kran-kenhausbetten.Neben den Fachvorträgen hatten die Teilnehmer in den Pausen auch Möglichkeit zum Networking. Verschiedene Un-ternehmen haben sich mit Ständen prä-sentiert, um ihre Produkte und Dienst-leistungen vorzustellen. InformationRFID net Bern GmbHDavid C. GürletWankdorffeldstrasse 1023000 Bern 22Tel. 031 335 62 26Fax 031 335 62 63guerlet@rfidnet.chwww.rfidnet.chMedical ClusterWankdorffeldstrasse 1023000 Bern 22Tel. 031 335 62 23Fax 031 335 62 24mail@medical-cluster.chwww.medical-cluster.ch