Zuversicht dank KI und Kosteneffizienz Schweizer CEOs richten ihre Strategien für 2026 neu aus

Von Daniele Müller, Head Media and Reputation, EY Switzerland 3 min Lesedauer

Die aktuelle Ausgabe der CEO Outlook Survey von EY-Parthenon, der Strategie- und Transaktionsberatung von EY in der Schweiz, zeigt: Geopolitische und handelspolitische Entwicklungen prägen die strategische Agenda der Unternehmen weiterhin – gleichzeitig agieren Schweizer CEOs in diesem Umfeld zuversichtlich und proaktiv.

(Bild:  EY)
(Bild: EY)

Trotz anhaltender Unsicherheit bleibt der Ausblick positiv: 78 Prozent der 50 befragten Schweizer CEOs beurteilen die globale wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten optimistisch. Weltweit teilen 68 Prozent der rund 1200 befragten CEOs diese Einschätzung. Im Vergleich zur Umfrage im September 2025 ist das in der Schweiz ein Plus von 10 Prozent.

Diese positive Grundhaltung spiegelt sich auch in den Erwartungen an die Unternehmensleistung wider: Fast alle befragten Schweizer CEOs (94 Prozent) rechnen hierzulande für 2026 mit einem steigenden Umsatz und steigender Produktivität. 86 Prozent erwarten zudem eine verbesserte Profitabilität. Auch die finanziellen Marktbedingungen und die Kapitalbeschaffung werden von der grossen Mehrheit positiv beurteilt. Die Hälfte der Schweizer Unternehmensführer (50 Prozent) geht zudem davon aus, dass die Betriebskosten im Jahr 2026 sinken werden.

Schweizer CEOs richten Strategie neu aus

Acht von zehn Schweizer CEOs (82 Prozent) haben aufgrund der veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen ihre strategischen Investitionspläne verändert. Global waren es mit 83 Prozent fast gleich viele. Besonders häufig wurde angegeben, dass geplante Investitionen verzögert (CH: 28 Prozent; global: 31 Prozent) oder operative Assets in andere Märkte verlagert (CH: 28 Prozent; global: 17 Prozent) werden. Zudem hat jedes zehnte befragte Schweizer Unternehmen geplante Investitionen gestoppt.

Investitionen im Inland haben für 42 Prozent der befragten Schweizer CEOs weiterhin Priorität, während neue Kapitalallokationen vor allem nach Deutschland (26 Prozent) und Frankreich (18 Prozent) fliessen. Insgesamt entfallen 92 Prozent der geplanten Investitionen auf Europa.

Auf die Frage nach den konkreten Erfolgsmassnahmen haben die Schweizer Wirtschaftskapitäne wie folgt geantwortet: Mit Blick auf das Jahr 2026 sehen knapp vier von zehn Schweizer CEOs (38 Prozent) Investitionen in Digitalisierung und künstliche Intelligenz als wichtigste Wachstumsmassnahme. Weltweit sehen das vier von zehn Befragten (44 Prozent) gleich. Auf Platz zwei steht hierzulande mit 24 Prozent die Verbesserung des geopolitischen Risikomanagements, gefolgt von Lokalisierungs- und Regionalisierungsmassnahmen (12 Prozent). Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner von EY in der Schweiz, sagt dazu: «Für viele Schweizer CEOs ist die geopolitische Unsicherheit mittlerweile das grösste Risiko, und die deutliche Erhöhung der US-Zölle auf Schweizer Importe belastet viele Unternehmen. Die Reduktion der Zölle Ende 2025 hatte sicher einen positiven Effekt auf den Ausblick, aber die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Schweiz ist immer noch gefährdet. Generell gilt, dass Unternehmen in diesen unsicheren Zeiten schnell handeln und massgeschneiderte Lösungen finden müssen.»

Künstliche Intelligenz besonders im Fokus

Künstliche Intelligenz liefert für viele Schweizer Unternehmen bereits heute einen messbaren Mehrwert. Rund 80 Prozent der Schweizer CEOs geben an, dass ihre bisherigen KI-Initiativen die eigenen Erwartungen übertroffen haben. Fast alle (94 Prozent) geben an, dass KI von entscheidender Bedeutung für das Geschäftsmodell in den nächsten zwei Jahren ist.

Als wichtigste KI-Technologien werden von den Schweizer Befragten mit 54 Prozent «autonome KI-Agenten» genannt, die unabhängig handeln sollen, um Aufgaben mit minimalem Aufwand zu erledigen. Auf Platz zwei liegen mit jeweils 50 Prozent «Maschinelles Lernen» für die Datenanalyse und Entscheidungsfindung sowie die «Physische KI». Diese steht für die Kombination aus Maschinen und KI zur Verbesserung von Fertigungsprozessen.

Die grössten Herausforderungen durch KI sind gemäss den befragten CEOs hierzulande steigende Cybersicherheitsrisiken (44 Prozent) sowie hohe Anfangsinvestitionen und unsichere Erträge (40 Prozent).

Mit Blick auf die Beschäftigung zeigt sich ein differenziertes Bild: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Schweizer CEOs rechnet 2026 mit einem Rückgang der Gesamtbeschäftigung infolge von KI-Investitionen. Gleichzeitig stimmt mit 46 Prozent ebenfalls fast die Hälfte der Aussage zu, dass KI-Investitionen dazu beitragen werden, bestehende Einstellungsniveaus zu halten oder neue Talente mit veränderten Qualifikationsprofilen zu gewinnen.

Interesse an Zu- und Verkäufen steigt

Trotz geopolitischer Unsicherheiten bleibt das Interesse an Fusionen, Übernahmen und strategischen Partnerschaften bestehen: 62 Prozent der Schweizer Unternehmen planen mindestens eine M&A-Transaktion in den kommenden zwölf Monaten. Das ist ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zur September-Umfrage. Gleichzeitig zeigen Schweizer Führungskräfte weiterhin eine starke Präferenz für den Aufbau strategischer Partnerschaften, da diese den Vorteil bieten, Kosten zu minimieren und Unternehmensressourcen zu schonen. Der Anteil der Schweizer CEOs, die innerhalb der nächsten zwölf Monate mindestens eine Allianz bzw. ein Joint Venture anstreben, liegt bei 80 Prozent.

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«Strategische Allianzen bekommen eine immer grössere Bedeutung. Viele Branchen sind derzeit von massiven technologischen Veränderungen geprägt. In dieser Situation bieten Allianzen die erforderliche Flexibilität und ermöglichen ein schnelles Handeln», sagt Stefan Rösch-Rütsche.

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