Vogt AG: Verbindungselemente Schweizer Qualität und Zuverlässigkeit weltweit bevorzugt

Von Konrad Mücke 3 min Lesedauer

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Als Hersteller von Verbindungselementen aus umge­form­ten und bearbeiteten Metallen, Kunststoffen sowie Metall-Kunststoff-Verbunden besteht die Vogt AG in Los­torf erfolgreich im internationalen Wettbewerb. Über Strategien und Konzepte, um weiterhin er­folgreich zu agieren, sprachen wir mit Inhaber und CEO Thomas Vogt.

Thomas Vogt(Bild:  Vogt AG)
Thomas Vogt
(Bild: Vogt AG)

SMM: Welche speziellen Bedingungen bestimmen aktuell Ihre Geschäftstätigkeit?

Thomas Vogt: Unser Unternehmen befindet sich in einer recht kontroversen Situation. Einerseits dürfen wir Rekordumsätze verbuchen und auf einen weiterhin hohen Auftragsbestand zählen, andererseits entwickeln sich die Erträge – infolge hoher Rohstoff-, Werkstoff- und Energiekosten sowie eines abermals erschwachten Euros – sehr bescheiden. Preiserhöhungen hinken der aktuellen Situation hinterher. Wir stellen seit längerem ein grosses Interesse der Industrie fest, Produkte wieder auf dem europäischen Kontinent herzustellen. Das stärkt die Nachfrage auch nach unseren Produkten. Diese übersteigt (noch) nicht unsere Kapazitäten in der Produktion. Allerdings sind unsere Kapazitäten im Werkzeugbau bereits ausgeschöpft.

Wie bewältigen Sie die speziell in der Schweiz hohen Kosten im Vergleich zum internationalen Wettbewerb? Wie schaffen Sie es, im unbedingt erforderlichen Export weiterhin erfolgreich zu sein?

Th. Vogt: Wir beabsichtigen weiter, steigende Kosten mit Automation und Effizienzsteigerung aufzufangen – wo immer sich das verwirklichen lässt, in der Produktion, in der Logistik und einer engen Bindung zu den Lieferanten. Bei Letzterem zahlen sich langfristige Partnerschaften aus. Daneben kommt uns ein eher ideelles Kriterium zugute. Produkte aus der Schweiz sind nach wie vor gefragt. Daher können wir die Währungsschwankungen besser weitergeben.

Wie optimieren Sie Ihre interne Organisation und die Strukturen, damit Sie künftig wettbewerbsfähig bleiben?

Th. Vogt: Wir setzen konsequent auf Eigenfertigung und somit auf ein Gesamtangebot aus einer Hand. Wir bleiben klein, flexibel und reaktionsschnell. Zudem setzen wir auf kleine und mittelgrosse Serien. Intern haben wir uns für das Projektgeschäft mit Fachkräften gut aufgestellt und für das Standardgeschäft sind wir ebenfalls gut gerüstet.

Was veranlassen Sie, um aktuell ausreichend Personal für Ihr Unternehmen zu gewinnen?

Th. Vogt: Fachkräfte zu finden, ist aktuell tatsächlich eine der grössten Herausforderungen neben der Währungsthematik. Wir haben unterschiedliche Strategien im Visier. Erstens präsentieren wir uns als interessanten Arbeitgeber. Zweitens arbeiten wir mit Quereinsteigern, die wir für Tätigkeiten bei uns im Haus qualifizieren. Drittens stellen wir Menschen ein, die etwas erreichen wollen und eine gesunde Einstellung und Motivation haben. Bei diesen fallen Angebote zur Qualifizierung auf fruchtbaren Boden. Zudem können wir darauf zählen, dass sich diese Beschäftigten für unser Unternehmen engagieren und mit uns gemeinsam den Erfolg vorantreiben.

Welche Wünsche an Politik und Gesellschaft haben Sie, um Ihre eigenen Massnahmen zu unterstützen und für die Zukunft den Werkplatz Schweiz erhalten zu können?

Th. Vogt: Der Ruf des handwerklichen Berufs muss weiter verbessert werden. Politik, Eltern und Unternehmen sind gefragt, auf Sekundarstufe Einfluss zu nehmen, damit auch «gute» Schüler und Schülerinnen einen handwerklichen Beruf erlernen und ein Teil davon dann auch diesen Beruf weiter ausübt. Weiterbildung erachten wir auch als praktikabel. Aber ich bin der Ansicht, dass wir in diesem Sektor seit einigen Jahren eher über das Ziel hinausschiessen.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, den Werkplatz Schweiz weiter zu stärken und fit für die Zukunft zu machen?

Th. Vogt: Ich bin überzeugt, dass unsere Chancen nach wie vor intakt sind. Ob wir sie nutzen können, hängt aber zu einem grossen Teil davon ab, auch in Zukunft eine ausreichende Anzahl an ausreichend qualifizierten Fachkräften zu gewinnen und beschäftigen zu können.

Wie agieren Sie in Bezug auf internationale Kontakte, damit diese sich möglichst für Produkte aus der Schweiz entscheiden und diese Beschaffung als lohnend erachten?

Th. Vogt: Im Gespräch mit Interessenten und in unseren Präsentationen, ob persönlich, online oder in gedruckten Veröffentlichungen, betonen wir immer wieder die weltweit bekannten und geschätzten Schweizer Tugenden. Das betrifft vor allem unsere äusserste Zuverlässigkeit. Darüber hinaus legen wir Wert auf einen grossen Anteil an Eigenfertigung. Mit ihr können wir höchste Qualität unserer Produkte gewährleisten, weil wir sämtliche Prozesse selbst überwachen und fortlaufend verbessern können. Zudem können wir bei hoher Fertigungstiefe im eigenen Haus optimal flexibel auch kurzfristige Aufträge abarbeiten. So erfüllen wir auch spezielle Wünsche unserer Kunden.

Herr Vogt, vielen Dank für diese Informationen. SMM

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