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DARPA Selbstzerstörende Elektronik schützt Geheimnisse vor dem Feind

Redakteur: Jürgen Schreier

Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), der Forschungsarm des Pentagons, arbeitet an Elektronik mit Ablaufdatum. Konkret will man im Rahmen des Programms "Vanishing Programmable Resources" (VAPR) Sensoren und andere Geräte entwickeln, die sich unter bestimmten Bedingungen einfach auflösen.

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Pentagon-Forscher arbeiten an Elektronikbauteilen oder-geräten, die sozusagen von selbst zerfließen.
Pentagon-Forscher arbeiten an Elektronikbauteilen oder-geräten, die sozusagen von selbst zerfließen.
(Bild: DARPA)

Hintergrund dieses Bestrebens ist, dass ausgereifte Elektronik des US-Militärs nach einem Einsatz nicht einfach am Schlachtfeld zurückbleiben soll, wo sie dem Feind für eine etwaige Rückentwicklung in die Hände fallen könnte.

US-Militär sieht seine Überlegenheit in Gefahr

Elektronik in diversen Formen von Funkausrüstung bis hin zu hochentwickelten Sensoren ist aus dem Alltag der US-Streitkräfte nicht mehr wegzudenken und teils einsatzkritisch. Dabei ist gerade militärisches Equipment oft auf Langlebigkeit selbst unter härtesten Bedingungen ausgelegt. Doch genau das hat auch Nachteile.

Schließlich ist nach einem EInsatz nahezu unmöglich, alle Geräte wieder zu bergen.

Folglich bleibt oft funktionsfähige Elektronik am Einsatzort zurück. Darin sieht die DARPA eine Gefahr für die technische Überlegenheit des US-Militärs. Denn solche Geräte sind für Feinde potenziell wertvolle Beute, da sie eingehend studiert und rückentwickelt werden können.

Schrott statt Beute

Das Programm VAPR soll Abhilfe schaffen. Die DARPA suche nach einer Möglichkeit, Elektronik zu fertigen, die genau so lange hält wie erforderlich, erklärt dazu Alicia Jackson, Programm-Managerin bei der DARPA. So sollen die Geräte zwar unter härtesten Bedingungen funktionieren, sich über aber ein vorprogrammiertes Ablaufdatum oder einen Hardware-Killswitch selbst zerstören.

Als Selbstzerstörungs-Auslöser kommen drahtlos übermitteltete Kommandos ebenso in Frage wie eine Reaktion auf bestimmte Umweltbedingungen - etwa die Temperatur. Die Elektronik soll sich möglichst komplett zersetzen, wenigstens aber so weit, dass sie für denjenigen, der sie findet, allenfalls noch Schrottwert hat.

Elektronik löst sich in Wasser auf

Dass selbstzerstörende Elektronik prinzipiell möglich ist, hat die DARPA bereits im Vorjahr anhand von Prototypen gezeigt, die aus Silizium, Magnesium und Seide bestehen. Wie ein Demo-Video zeigt, löst sich diese Elektronik nach dem Befeuchten mit Wassertropfen auf. Dabei standen aber medizinische Anwendungen im Vordergrund, beispielsweise als implantierbares Bakterizid, das im Körper harmlos zerfällt.

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