EPFL-/ETHZ-Spin-off und -Start-ups Start-ups Lumigbo und MotionPilot gewinnen Venture-Kick-Finale

Von Sergio Caré 3 min Lesedauer

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Die Start-ups Lumigbo und MotionPilot schliessen sich den Venture-­Kick-­Gewinnern 2017 an und erhalten je 130 000 CHF.

Andreas Schmocker von Lumigbo (in der Mitte) und seine Kollegen. (Bild:  Caroline Graf)
Andreas Schmocker von Lumigbo (in der Mitte) und seine Kollegen.
(Bild: Caroline Graf)

Lumigbo hat eine Technologie entwickelt, die das Einfügen von Implantaten in den Körper vereinfacht. MotionPilot macht das Fliegen von Drohnen zu einem intuitiven Vergnügen mit Live-Videos, Video-Brillen und Bewegungssensoren. Diese zwei Start-ups schliessen sich den Venture-­Kick-­Gewinnern 2017 an. Sie erhalten ihren Teil der 3 Mio. CHF, welche Venture Kick dieses Jahr investiert hat, um die globalen Ambitionen von Start-ups zu unterstützen. Beide erhalten je 130 000 CHF.

Chirurgen den Job vereinfachen

Implantate sind Materialkonstrukte, die chirurgisch in den Körper eingesetzt werden. Täglich werden mehr als 1 Million Implantate bei offenen Operationen eingesetzt. Basierend auf Technologien von der EPF Lausanne und der ETH Zürich hat Lumigbo die Technologie entwickelt, um zentimetergrosse Implantate im Körper aufzubauen. Dabei wird ein Zugangskanal benutzt, welcher weniger als einen halben Millimeter Durchmesser hat, was die bisher kleinste Grösse ist. Das Verfahren kann für fast jede Art von Polymer-basierten Implantaten angewandt werden. Ihr Prozess kann für fast jede Art von Implantat benutzt werden, welches im Körper eingefügt wird. Im Moment fokussiert das Start-up sich auf Wurzelbehandlungen – davon gibt es 700 000 Fälle jährlich in der Schweiz – ein kniffliges und langsames Prozedere, das Zahnärzte und Patienten nicht mögen. Lumigbo hat einen Prozess entwickelt, wobei mittels spezifischer Materialien und eines Geräts nach der Wurzelbehandlung in einer minimalinvasiven Art Material eingeführt wird, welches die Behandlungszeit um bis zu 30 Minuten verkürzt und dabei die Effizienz der Behandlung steigert. Derzeit sind drei Proto­typen patentiert. Dank der Hilfe von Venture Kick wird das Start-up weiter die Möglichkeit haben, sein Produkt für Kunden zu testen und weiterzuentwickeln. «Mit dem Venture-Kick-Training haben wir unser Businessmodell etabliert und Schlüsselannahmen validiert. Dank der Finanzierung können wir nun unsere Proto­typen anpassen und unseren zukünftigen Kunden helfen, spezifische Sets von neuen Befunden einzubauen», erklärt Andreas Schmocker, Gründer von Lumigbo.

Drohnen intuitiv fliegen

Die Geschichte beginnt mit Arthur, Benjamin, Timothée und Thibaut, alle mikrotechnische Ingenieure der EPFL mit einer Leidenschaft für Drohnen, welche ihr Hob­by intuitiver und spassiger gestalten wollten. Frustriert zu sehen, dass das First-Person-View-(FPV-)Erlebnis auf eine kleine Anzahl Personen beschränkt ist, wegen seiner technischen Komplexität und dem Mangel an Ready-to-fly-Lösungen, haben sie sich dazu entschieden, dieses Problem zu lösen. Heute bringt die Firma Motion­Pilot (MP) ein intuitives Flugerlebnis auf den Markt. Das Produkt enthält eine Drohne, Video-Brillen und den eigenen Con­trol­ler. Mit der Technologie kann jeder in wenigen Sekunden fliegen. So sind Rennen möglich oder die Umgebung kann aus der Luft erkundet werden.

«Die Kicks, welche wir bei Venture-Kick erhalten haben, waren eine grosse Hilfe, um uns da hinzubringen, wo wir heute sind. Und nicht nur das Geld, die Unterstützung und Beratung haben uns geholfen, zu fokussieren und vorwärtszukommen, was essentiell war.» Das Start-up zielt darauf ab, seinen Marktanteil im am schnellsten wachsenden Freizeitanteil des Drohnenmarkts zu erhalten, wo Verkaufserlöse von über 12 Mia. Dollar bis im Jahr 2021 erwartet werden. MP hat zwei Schlüsseltechnologien entwickelt: Bewegungstracking und spürbares Feedback, was die Konstruktion eines Controllers ermöglicht, welcher intuitiver ist in der Nutzung als eine konventionelle Fern­steuerung.

Das Produkt wird in Ready-to-fly-Packages verkauft, um jedermann eine einfache Handhabung zu erlauben. «Das Venture-Kick-Preisgeld wird vor allem dazu genutzt, um einen Software-Ingenieur in das Team zu holen, die Kommunikation rund um das Projekt zu erhöhen und die erste Phase der Industrialisierung zu finanzieren», sagt Timothée Peter, CEO MotionPilot.

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