«Swisstech 2010 - einzigartige Leistungsshow»
Claudia Käslin, Messeleiterin Swisstech, fühlt und erfährt, dass die Zulieferbranche unter der angespannten Wirtschaftslage leidet. Die erste Zwischenbilanz Anfang 2010 für die Swisstech wird zeigen, ob die Schweizer KMU-Betriebe im MEM-Sektor wieder mehr Geld für Verkauf und Marketing investieren. Unternehmertum kommt von unternehmen. Sie muss es wissen, stammt Sie doch aus einer Unternehmerfamilie, kennt die Bedürfnisse der Branche und verantwortet die Swisstech mit Herzblut und Unternehmergeist. Der SMM hat nachgefragt.
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SMM: Die Swisstech 2008 war mit über 23000 Fachbesuchern ein grossartiger Erfolg. Bereits zum dritten Mal in Folge wächst die Besucheranzahl und seitens der Aussteller wird die Qualität der Kontakte gelobt. Frau Käslin, wie gelingt das Ihnen und Ihrem Team?
Claudia Käslin: 2007/2008 war die Konjunktur sehr gut, die ausgezeichnete Wirtschaftslage hat somit auch der Swisstech geholfen. Die Parallelität mit der Fertigungsmesse Prodex hat sich zudem bewährt. Wir können so gemeinsam besucherseitig Synergien nutzen. Die Besucher haben beide Messen als wichtigen Termin in ihrer Agenda.
Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Käslin: Die Swisstech findet 2010 bereits zum 15. Mal statt und wird bereits seit 28 Jahren durchgeführt. Eine Stärke der Swisstech ist dabei ihr konstantes und etabliertes Konzept.
Sie müssen aber auch wissen, 75% der Fachbesucher folgen einer persönlichen Einladung der Aussteller. Insofern ist das Besuchermarketing seitens Aussteller ein wichtiger Faktor für den grossartigen Erfolg besucherseitig.
Was unternehmen Sie im Bereich der Medienarbeit?
Käslin: Für die Swisstech 2008 wurde im Vorfeld unsere Medienarbeit verstärkt. Wir bieten aber auch Hilfestellung zur Optimierung der Medienarbeit unserer Aussteller. Ausserdem haben auch die erfolgreichen Medienpartnerschaften u.a. mit dem Hauptmedienpartner SMM zum Erfolg beigetragen.
Mit 629 Ausstellern und über 43000 m2 Ausstellungsfläche war die Swisstech 2008 eine einzigartige Leistungsshow und attraktiv für die Besucher. Die Swisstech 2010 wird in einem ungleich schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld stattfinden. Was tun Sie, um den Ausstellern wiederum ein attraktives Angebot zu bieten?
Käslin: Eine Fachmesse ist ein Spiegel der Konjunktur. Die Swisstech ist ebenso von der schwierigen Wirtschaftslage betroffen wie deren Aussteller. Ziel ist es nun, die Beteiligungskosten der Aussteller zu senken und ihnen attraktive, kostengünstige Paketlösungen anzubieten. Eine Massnahme dazu bietet das Komplettangebot «Benefit» innerhalb einer Überbauung. Das All-in-Paket bietet zu guten Konditionen ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis ohne weitere Zusatzkosten. Die Standgrösse in der Überbauung ist um 9-m2-Module beliebig vergrösserbar.
Weitere Massnahmen sind kostenoptimierte und teilweise kostenlose Angebote, um für die eigene Messeteilnahme zu werben.
Was machen Sie, um die Besucher zu mobilisieren?
Käslin: Es wird wieder eine engere und verstärkte Zusammenarbeit mit den Ausstellern bezüglich Besuchermarketing (kos-tenlose Eintrittsgutscheine) angestrebt. Ausserdem soll es wieder umfassende Medienarbeit ? wie z.B. dieses Interview ? im Vorfeld der Messe geben. Unsere Besucherkampagne hat denselben Umfang wie 2008.
Die Swisstech 2010 ist der Pflichtanlass im nächsten Jahr und trotzdem müssen Sie Ihren Ausstellern gute Gründe für eine erneute Teilnahme bieten.
Käslin: Die Swisstech ist die einzige Plattform zwischen Frankfurt und Mailand für die Zulieferindustrie für Metall und Kunststoff. Die Swisstech umfasst alle Wertschöpfungsstufen vom Zulieferer von Rohmaterial bis zum Systemanbieter.
Für alle, die den Schweizer Markt und vor allem Süddeutschland bearbeiten wollen (Kundenpflege und Neukundengewinnung, Präsentation von Neuheiten) ist die Swisstech ein «Muss».
Mit welchen Argumenten überzeugen Sie Ihre Kunden?
Käslin: Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollen Firmen ein Zeichen des Selbstvertrauens setzen. Es ist wichtig, sich in der Krise gut zu positionieren. Marketinginvestitionen sollten antizyklisch und möglichst effizient eingesetzt werden, um gestärkt und als Gewinner aus der Krise zu finden. Aussteller können der Zulieferindustrie mit Hilfe der Swisstech ein Gesicht geben.
Was können Sie im nächsten Jahr noch verbessern?
Käslin: Im Fachbereich Kunststoff gibt es Potenzial, ausserdem soll der Bereich Systembauer ausgebaut werden. Nanotechnologie wird als Thema weiter verstärkt und Medizintechnik soll auch in der Swisstech eine wichtige Rolle spielen.
Wenn sich ein Betrieb neu für die Teilnahme an der Swisstech entschliesst und über keine Erfahrung im Messemarketing verfügt, bieten Sie in diesem Fall konkrete Hilfestellungen an?
Käslin: Die Swisstech bietet neuen, aber auch bestehenden Ausstellern gerne Unterstützung bezüglich der Teilnahme an. Wir können folgende Hilfestellung bieten: Umfassendes Ausbildungsprogramm für Aussteller (Standpersonalschulung, Besuchermarketing und Medienarbeit), persönliche Beratungsgespräche und Swiss-tech-Messeplaner (Online-Agenda und Reminder-System).
Der Verband Swissmechanic und der Kunststoffverband Schweiz sind wichtige Partner der Swisstech. Liegen deren Zusagen bereits wieder vor?
Käslin: Swissmechanic hat seine Teilnahme bereits wieder zugesagt. Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber-, Fach- und Berufsverband der mittelständischen Unternehmer (angeschlossen sind die mechanisch-technischen und elektrotechnischen/elektronischen Berufsgruppen) ist sehr gut. Der Verband wird mit dem Gemeinschaftsstand Swissmechanic Land wieder an der Swisstech präsent sein. Mit dem Kunststoffverband (KVS) laufen Gespräche bezüglich einer Teilnahme. Ein ebenfalls wichtiger Partner besucherseitig ist der SVME (Verband für Materialwirtschaft und Einkauf). Der SVME wird wieder mit seinen Ringvorlesungen an der Swisstech präsent sein.
Sie unterstützen die Durchführung der Schweizer Meisterschaften der Polymechaniker (organisiert und durchgeführt vom Swissmechanic) in einem sehr hohen Mass. Wie wirkt sich der Anlass auf die Besucherzahl aus? Oder ist es in erster Linie ein Engagement für den Werkplatz Schweiz und den Branchennachwuchs?
Käslin: Die Schweizer Meisterschaften im Beruf Polymechaniker sind für die Swisstech sehr wertvoll. Die Schweizer Meisterschaften sind ein überraschendes Element der Zuliefermesse, quasi das «Salz in der Suppe», das Highlight.
Die jungen Berufsleute fertigen während der Messe «live» ihr Meisterstück. Diese Endrunde ist emotional, lebendig und kann vor Ort erlebt werden. Die Swisstech zeigt dadurch ihr Engagement für den Nachwuchs und generiert einen wichtigen Besucheranteil für die Zukunft des Schweizer Werkplatzes.
