Viel vorgenommen hat sich der Maschinenbau in der Türkei: Laut der neuen „Vision 2030“ des Maschinenbauverbands Makfed soll der Anteil an der verarbeitenden Industrie auf 15 % steigen, nach 6,2 % im Jahr 2018.
„Die Erweiterung der angebotenen Produkte und Leistungen im Mittel- bis Hochtechnologiebereich hat für die türkischen Maschinenbauer Priorität“, erläutert Sevda Kayhan Yılmaz, stellvertretende MAIB-Vorsitzende.
(Bild: MAIB)
Welche weiteren Ziele Makfed sowie die Vereinigung der Maschinenexporteure MAIB mit dem Programm erreichen wollen und was das für die Branche bedeutet, erläutern Kutlu Karavelioğlu, MAIB-Vorsitzender und Makfed-Vizepräsident, sowie Sevda Kayhan Yılmaz, stellvertretende MAIB-Vorsitzende.
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Welche Ziele sollen mit der „Vision 2030“ erreicht werden?
Kutlu Karavelioğlu: Der Maschinenbausektor hat für die Türkei eine grosse strategische Bedeutung. 17.000 Unternehmen beschäftigen 250.000 Mitarbeiter. Türkische Unternehmen exportierten im Jahr 2019 Maschinen und Maschinenteile im Wert von 18 Mrd. US-Dollar mit einer Steigerung zum Vorjahr von 4,2 %. Bis 2030 will die Türkei einen Anteil am weltweiten Maschinenhandel von 1,02 % (45,9 Mrd. Dollar) erreichen. Sofern es uns gelingt, die Potenziale in der Hochtechnologie auszuschöpfen, gehen wir sogar von einem Anteil von 1,4 % und einem entsprechenden Volumen von 63,3 Mrd. Dollar aus. Dazu streben wir den Ausbau des Anteils der Industrie am BIP von derzeit 15 % auf über 21 % an. Hierzu wurde ein Aktionsplan entwickelt, der das Zusammenspiel von Maschinen und Elektronik und deren Entwicklung im Mittelpunkt der Industriestrategie festschreibt.
Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen des türkischen Maschinenbaus?
Sevda Kayhan Yılmaz: Türkische Maschinenbauunternehmen verfügen über fortschrittliche technische Fähigkeiten und sind in der Lage, sich schnell an internationale Fertigungsstandards sowie an neue Technologien anzupassen. Qualitätsbewusstsein bei wettbewerbsfähigen Preisen zeichnen das Angebot ebenso aus wie zuverlässige und schnelle Lieferzeiten und After-Sales-Services.
In der Struktur des türkischen Maschinenbausektors, die dominiert ist von Kleinunternehmen, liegt eine Schwäche. Es fehlen dem Sektor mehr grössere Mittelständler, um international wettbewerbsfähig zu sein. Eine weitere Schwäche liegt in der Kapazitätsauslastung der Maschinenbauer und damit einhergehend eine eingeschränkte Produktivität.
Wie wird die „Vision 2030“ Angebot und Struktur der Branche verändern?
Sevda Kayhan Yılmaz: Der Umgang mit aktuellen Themen wie Klimawandel, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und, nicht zu vergessen, Digitalisierung wird die Branche auf die Probe stellen und unterwirft sie neuen Herausforderungen.
Mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten arbeiten türkische Maschinenbauer an der Steigerung der Ingenieurtätigkeiten sowie an der Entwicklung ihrer Produkte und Produktionsprozesse. Auch die Weiterentwicklung des After-Sales-Bereiches steht hier im Fokus. Die Erweiterung der angebotenen Produkte und Leistungen im Mittel- bis Hochtechnologiebereich hat für die türkischen Maschinenbauer Priorität. Die Entwicklung langlebiger und nachhaltiger Produkte bildet für türkische Unternehmen die Basis für den Erhalt und Ausbau ihrer Wettbewerbsfähigkeit.
Welche Unterstützung gibt es für die „Vision 2030“ von staatlichen Institutionen?
Kutlu Karavelioğlu: Wie sich der türkische Maschinenbau durch die Einführung neuer Technologien und die Anwendung von neuem Wissen in einem immer härteren globalen Wettbewerb entwickeln kann, ist für die Türkei ein Projekt von grosser strategischer Bedeutung. Die strategische Bedeutung des Sektors und die Herausforderungen für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit hat auch die türkische Regierung im Fokus ihrer Zukunftsplanung. Industrie- und Technologieministerium haben mit dem Handelsministerium den Rahmen im 11. 5-Jahres-Plan bis 2023 festgelegt und hier der Unterstützung des Maschinenbaus die grösste Bedeutung beigemessen. Der technologieorientierte Aktionsplan umfasst ein erhebliches finanzielles Volumen basierend auf 5 Ebenen der Förderung: Förderprogramm F+E, Förderprogramm Produktentwicklung, Investitionsförderungen, Förderprogramm Vertrieb und Marketing sowie Exportunterstützung.
Messetipp: Grösster Industrietreff für die Türkei
Einen Rundumblick auf die Industrie in der Türkei bietet die Messe Win Eurasia vom 12. bis 15. März 2020 in Istanbul. Im Fokus steht in diesem Jahr die Digitalisierung der Industrie, die sich durch alle Bereiche der Messe hindurchzieht – von Blechbearbeitung und Metallumformung über Automatisierung, elektrische und elektronische Ausrüstung, Hydraulik und Pneumatik bis hin zur Intralogistik. Im vergangenen Jahr beteiligten sich vom 14. bis 17. März fast 1400 Aussteller aus 20 Ländern an der Messe. Insgesamt 77.403 Besucher aus 111 Ländern kamen zum Tüyap-Messegelände, wie Hanover Fairs Turkey, eine Tochtergesellschaft der Deutsche Messe AG, mitteilt.
Stand vom 30.10.2020
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