SMM: Kommunikation unter Fachleuten Über 125 Jahre bestens informiert

Von Konrad Mücke 4 min Lesedauer

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Um das Jahr 1900 glaubten die Menschen in aller Welt ungebrochen an den Siegeszug der Technik und der Industrialisierung. Überall gab es riesige Fortschritte. Was fehlte, war eine zuverlässige Informationsquelle, um im Umfeld besonders schneller Veränderungen Anbieter und Interessenten gleichmermassen auf dem aktuellen Stand zu halten. Folgerichtig gründete Friedrich Lutz den «Schweizer Maschinenmarkt».

Im Jahr 1931 erschien der SMM erstmals mit einer Ausgabe in französischer Sprache, um auch Leser und Leserinnen in der Westschweiz über aktuelle Technik zu informieren.(Bild:  AVD)
Im Jahr 1931 erschien der SMM erstmals mit einer Ausgabe in französischer Sprache, um auch Leser und Leserinnen in der Westschweiz über aktuelle Technik zu informieren.
(Bild: AVD)

Anzunehmen ist, dass Friedrich Lutz allein vom hehren Wunsch geleitet war, kleine bis grosse Industrieunternehmen unterschiedlicher Gewerbe zu verbinden. Wie seinerzeit üblich erschien der «Schweizer Maschinenmarkt - Anzeiger für die Maschinen-, Werkzeug- und Eisenwarenindustrie» als reines Offertenblatt. Somit war eine Möglichkeit geschaffen, dass Schweizer Unternehmen ihre jüngst verwirklichten Produkte bewerben konnten. Interessenten konnten im Abonnement zwei Ausgaben monatlich zu 8 CHF beziehen. Nach einigen Jahren ergänzten redaktionelle Berichte den Informationsgehalt. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs florierten die Geschäfte. Danach hinterliess das bis Ende der 1920er Jahre anhaltende schwierige wirtschaftliche Umfeld deutliche Spuren.

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Erfolgreich durch professionellen Verleger

Mit der Übernahme durch die «Aktiengesellschaft für Verlag und Druckerei» in St. Gallen mit Carl Gustav Vogel an der Spitze, einem herausragenden, international erfolgreichen Verleger, erhielt das Fachblatt richtungsweisende Strukturen. Nun erschien der «Schweizer Maschinenmarkt» wöchentlich in einer Auflage von 10 000 gedruckten Heften. Neben Abonnenten erhielten erstmals auch wechselnde Empfänger zur Probe einzelne Ausgaben für jeweils einige Wochen. Das trug wesentlich dazu bei, dass die Fachzeitschrift allseits bekannt und geschätzt wurde. Sie durfte sich im Untertitel «Verbreitetste Fachzeitschrift der Schweiz» nennen.

Anfänglich liefen die Geschäfte auch unter dem neuen Verleger nur mühsam. Ursache waren die weltweit besonders schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen nach dem ersten Weltkrieg und in der weltweiten Wirtschaftskrise zu Ende der 1920er Jahre. Ab dem Jahr 1932 ging es aber schrittweise bergauf. Seit Jahresbeginn befanden sich Redaktionsbüro, Setzerei und Druckerei in einer vom Verlag gekauften ehemaligen Stickerei in Goldach am Bodensee. Abgestimmt auf wirtschaftliche und technische Forderungen baute man das Gebäude schrittweise aus. Anfang des Jahres 1933 erschien erstmals monatlich eine französische Ausgabe «Marché Suisse des Machines» speziell für die Westschweiz und das Tessin, bis heute erfolgreich als Schwesterzeitschrift «MSM».

Der zweite Weltkrieg brachte auch für den Verlag mit seinen Fachzeitschriften eine einschneidende Zäsur.

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Mehr Inhalt, mehr Inserate, grössere Verbreitung

In den Folgejahren ergaben sich entsprechend der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung für den Verlag weitreichende Chancen. Man erweiterte den redaktionellen Anteil der Hefte. Zahlreiche prominente Führungs- und Fachkräfte aus unterschiedlichen Branchen veröffentlichten Beiträge und steuerten ihre Meinung zu aktuellen Themen bei. Alsbald erschienen Ausgaben des «Schweizer Maschinenmarkt» mit 80 und mehr Seiten Umfang. Schwerpunkte der Inhalte waren (und sind bis heute) Produktionstechnik, Werkzeugmaschinen und Betriebsausrüstung.

Zusätzlich nutzten Fachverbände die Zeitschrift als ihr Organ und Mitteilungsblatt für Mitglieder. So erweiterten Beilagen vom «Verband galvanischer Anstalten der Schweiz » und monatliche Beilagen über «Kunststoffe in der Technik» sowie «Luft-Klima-Kälte-Wärme-Staubtechnik» den redaktionellen Inhalt. Viele Jahre später integrierte man die Beilagen als feste Rubriken in den Redaktionsplan. So waren sie Bestandteil des Fachblatts und trugen zu einer zunehmenden Verbreitung und Auflage bei.

Um in einer sich wandelnden Welt optischer Reize und Wahrnehmungen attraktiv zu bleiben, orientierten sich die Verlagsexperten auch beim Layout an jeweils aktuellen Kriterien. So gab es bereits in den 1950er Jahren zweifarbige Titelseiten, Mitte der 1960er Jahre bereits vierfarbige Umschlagseiten und zu Ende der 1980er Jahre durchgängig in vier Farben gedruckte Ausgaben. Durch den Ausbau seiner Gebäude und erweiterte Kapazitäten in der Druckerei rüstete sich der Verlag, um jeweils technisch und wirtschaftlich auf dem aktuellen Stand der Technik zu arbeiten.

Führend in der Schweiz

Wiederholte Umfragen bei Schweizer Industrieunternehmen sowie unter Empfängern der Fachzeitschrift «Schweizer Maschinenmarkt» bestätigten immer wieder die Führungsrolle der Publikation. Als Pionierleistung in der Schweiz erwies sich die erste Befragung im Jahr 1969, durchgeführt von der Publitest AG, einem Institut für Markt- und Werbeforschung. Ergebnis war beispielsweise, dass 15 000 verbreitete Hefte bis zu 37 000 Leser fanden. Weiteren Befragungen und Analysen zur Verbreitung und zum Leseverhalten in der Schweiz verbreiteter Fachzeitschriften zeigten, welche herausragende Rolle der «Schweizer Maschinenmarkt» für Werbetreibende in industriellen Branchen einnimmt.

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Aus der Provinz in die Metropole

Angestossen durch erneut schwierige wirtschaftliche Bedingungen vor der Jahrtausendwende fanden die Fachpresse Goldach und der Vogel Verlag Würzburg zu einer Kooperation und etablierten die gemeinsame Organisation «Fachpresse AG Zürich». Diese residierte fortan im Technopark in Zürich. Um im anbrechenden neuen Jahrtausend in der Schweiz und auch international attraktiv zu sein, erhielt der «Schweizer Maschinenmarkt» ein ansprechendes, weitreichend aktualisiertes Layout. Die Vielfalt redaktioneller Inhalte wurde weiter ausgebaut.

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Wandel durch Internet, Digitalisierung und Events

Bereits vor der Jahrtausendwende setzte die SMM-Redaktion auf Digitalisierung und gehört heute zu den führenden Schweizer digitalen Medienportalen. Ein weiterer Schritt in Richtung Diversifizierung erfolgte im Jahr 2012 mit der erstmaligen Ausrichtung des SMM-Kongresses, der heute fester Bestandteil des SMM-Technologieportfolios ist und jährlich in der Messe Luzern stattfindet. Parallel dazu wurde gemeinsam mit der Fehlmann AG Maschinenfabrik der SMM-Technologietag positioniert, der im Mai 2023 erstmals stattfand (siehe auch das Interview in dieser Ausgabe mit Jürg Solenthaler und Adrian Tobler). Somit verfügt die im Jahr 1900 gegründete Printversion des SMM heute über die drei Säulen Print, Digital und Events. Damit ist sie für die zukünftige Entwicklung in der heutigen Vielfalt an Informationsmedien bestens positioniert.

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