Wetterextreme, steigende Temperaturen, Rückgang der Artenvielfalt – die Folgen des Klimawandels sind unübersehbar. Eine zentrale Ursache ist ein Wirtschaftsmodell, das auf ungebremstem Konsum basiert. Doch wie gelingt der Übergang zu einer nachhaltigen, regenerativen Wirtschaft, die mehr gibt, als sie nimmt?
Virtuelle Zwillinge sind ein wichtiges Werkzeug für den Übergang zu einer generativen Wirtschaft, denn sie ermöglichen es, Prozesse ganzheitlich zu verstehen.
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Der Grundgedanke eines generativen Wirtschaftsmodells besteht darin, Nachhaltigkeitsaspekte wie einen kleineren ökologischen Fussabdruck und eine gesündere Umwelt mit Wirtschaftswachstum durch neue Technologien zu verbinden. Dieses Modell stellt den langfristigen Wert über den kurzfristigen Gewinn. Kurz gesagt: Es geht darum, mehr Werte zu schaffen, als verbraucht werden.
Die Weitergabe und der Austausch von Wissen spielen dabei eine zentrale Rolle. Materialien und Güter werden nicht weggeworfen, wenn sie beschädigt sind, sondern sorgfältig repariert – ein Prinzip, das der Kreislaufwirtschaft ähnelt. Ressourcen werden nicht verschwendet, sondern effizient und nachhaltig eingesetzt. All dies soll sich positiv auf die Gesellschaft und die Umwelt auswirken.
Auch die Europäische Kommission hat das Ziel formuliert, bis 2040 den Übergang von einer traditionellen zu einer kreislauforientierten und letztlich generativen Wirtschaft in Europa zu vollziehen. Doch wie kann dieser Wandel erfolgreich umgesetzt werden, ohne im internationalen Wettbewerb zurückzufallen?
Die generative Economy verbindet Nachhaltigkeitsaspekte mit Wirtschaftswachstum.
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1. Die Metamorphose als Leitmotiv
Im Zentrum einer generativen Wirtschaft steht die Natur. Natürliche Prozesse wie Dekomposition und Rekomposition oder die Erzeugung von Energie dienen als Vorbild und Inspirationsquelle. Innovationen wie selbstheilender Beton oder energieerzeugende Algen verdeutlichen, wie zentral dieser Ansatz der «Metamorphose» für den Wandel ist. Die Übertragung solcher natürlicher Prozesse auf industrielle Produktionsmethoden erfordert eine umfassende Veränderung der gesamten Wertschöpfungskette sowie ein Umdenken und die Bereitschaft zu Kooperation und innovativen Lösungen. Dieser transformative Wandel ist unerlässlich für den erfolgreichen Übergang zu einer generativen Wirtschaft.
2. Der «Lebenszyklus»
In der generativen Wirtschaft geht es darum, die verschiedenen Phasen eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg miteinander zu verbinden – von der Materialauswahl über Design, Produktion und Nutzung bis hin zum Recycling. Um ein optimales Recycling zu gewährleisten, sollte bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden, wohin die Abfälle gelangen, da sie als Rohstoffe für neue Produkte dienen können. Möglich wird dies durch Ökobilanzierungslösungen wie die cloudbasierte Sustainable Innovation Intelligence von Dassault Systèmes . Damit lassen sich die Umweltauswirkungen – wie CO2-Emissionen oder Wasserverbrauch – eines Produkts, Bauteils oder einer Dienstleistung über den gesamten Lebenszyklus präzise quantifizieren.
3. Das Gesamtbild
Im Kontext der Generativität beeinflusst sich alles gegenseitig. Dies erfordert ein ganzheitliches Denken, bei dem alle Faktoren miteinander verknüpft sind. Soll beispielsweise in einer Stadt eine neue Dienstleistung eingeführt werden, so muss die Stadt als Ganzes verstanden werden. Bei der Mobilität geht es nicht nur um Fahrzeuge, sondern auch um das gesamte Umfeld, zu dem auch Fussgänger, Gebäude und sogar die Luftqualität gehören. Genauso wird bei der Behandlung von Krankheiten der Körper in seiner Gesamtheit betrachtet, da alle organischen Prozesse miteinander verbunden sind.
Diese ganzheitliche Sichtweise wird durch die digitale Welt möglich. Virtuelle Zwillinge spielen heute eine zentrale Rolle bei der Simulation und Analyse physischer Produkte und Systeme. Sie kommen in verschiedenen Branchen zum Einsatz, um Prozesse zu optimieren, das Produktdesign und die Performance zu verbessern sowie Kosten zu senken. Doch ihr Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft: Schon heute existieren virtuelle Zwillinge ganzer Städte , die künftig eine noch bedeutendere Rolle bei der Planung moderner, nachhaltiger Städte spielen werden. Ebenso tragen individuelle virtuelle Zwillinge des menschlichen Körpers zu einem besseren Verständnis medizinischer Vorgänge bei und unterstützen die Behandlung von Krankheiten sowie die Erforschung neuer Medikamente.
Virtuelle Zwillinge als Schlüssel zur generativen Wirtschaft
Virtuelle Zwillinge können ein entscheidendes Werkzeug für den Übergang zu einer generativen Wirtschaft darstellen. Durch die Simulation und Analyse komplexer Systeme und Prozesse erhalten Unternehmen die Möglichkeit, innovative Lösungen zu entwickeln, die sowohl Nachhaltigkeit als auch Wirtschaftswachstum fördern. Ein ganzheitlicher Wandel erfordert den verstärkten Einsatz virtueller Zwillinge. Das Ziel ist es, mehrere virtuelle Zwillinge miteinander zu verknüpfen und so ein umfassendes System zu modellieren. Dassault Systèmes bezeichnet diese Netzwerke virtueller Zwillinge als «UniVeRses». Im Gegensatz zu vergleichbaren Versuchen, virtuelle Welten zu erschaffen, handelt es sich dabei nicht um isolierte, parallele und invasive Welten. «UniVeRses» verbinden das Virtuelle mit dem Realen (V+R), bringen alle Beteiligten zusammen und ermöglichen die Kombination von Wissen und praktischem Know-how.
Unternehmen haben die Möglichkeit, Nachhaltigkeit aktiv zu gestalten, indem sie auf nachhaltige Innovationen setzen und einen Mehrwert schaffen, der mehr als den reinen Konsum umfasst. Dies erfordert jedoch eine umfassende Integration virtueller Welten, die weit über die reine Digitalisierung bestehender Prozesse hinausgeht.
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