Viel Luft ums Werkzeug

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Gleichmässige Luftzufuhr an die Werkzeugschneide

Dieses starre Prinzip ermöglicht aber erst, dass immer eine gleichmässige Luftzufuhr an die Werkzeugschneide-/-aufnahme sowie das Werkstück gelangt. Die kontinuierliche Kühlung führt gleichzeitig dazu, dass die Ausdehnung des Fräsers und der Aufnahme in Z-Richtung nahe null ist.

Die Neuentwicklung Medium-Verteiler mag zunächst vielleicht bescheiden wirken, Richard Bähr aber kennt die Probleme aus seiner eigenen Produktion: «Bei der herkömmlichen Methode über Kühlschmiermittel oder auch Minimalmengenschmierung treibt man doch den Span vor dem Fräser her. Kommt es zu Taschen oder wird es etwas tiefer, muss der Fräser zwangsweise über den Span fahren. Die Folgen kennen wir. Mit diesem Prinzip aber bläst man den Span förmlich aus der Gefahrenzone und sichert so seinen Prozess.»

Interessant erscheint neben der höheren Prozesssicherheit aber auch der Kostenfaktor. Zunächst ist das der Bedarf an Luft. Während man bei den Maschinen zwischen 600 und 800 Litern pro Minute rechnet, braucht der Medium-Verteiler 190 Liter pro Minute. Ein weiterer Kostenaspekt ist sicher das Kühlmittel Luft, das wesentlich geringer als Kühl-Schmiermittel zu Buche schlägt. Abgesehen davon, sind Kühlmitteldämpfe nicht gerade gesundheitsfördernd. Geht man davon aus, dass 24 Stunden am Tag zerspant wird, amortisiert sich das System innerhalb von drei Monaten.»

Früher «belächelt» worden

Fakt dagegen ist, dass sehr komplexe Werkstücke ohne entsprechende Kühlung frästechnisch gar nicht herzustellen sind. Selbst bei weniger anspruchsvollen Bauteilen sind damit aber Einsparungen durch die Prozesssicherheit und Standzeitverlängerung der Werkzeuge zu erzielen. Vor diesem Hintergrund und der aktuellen «Prozessketten-Denke» ist es umso erstaunlicher, dass Richard Bähr, der das System bei verschiedenen Maschinenherstellern vorstellte, belächelt wurde. Das ist allerdings Vergangenheit. Heute ist das System so weit entwickelt, dass es von den Bähr-Technikern sowohl bei neuen wie bei gebrauchten Maschinen installiert werden kann.

Qualität unter der Lupe

Abweichungen von den Nennmassen, zu grosse Rundlauftoleranzen, all das kennt man bislang selbst bei neuen Fräsern. Diese Abweichungen sind aber meist nur mit kostenintensiven Messmaschinen festzustellen.

Einfacher und wesentlich effizienter geht das nach der «Bähr?schen Methode». Man muss demnach nur den Fräser in neuem Zustand und nach dem ersten Einsatz genauestens ansehen, denn nur absolut saubere, glatte Konturen, ohne Ausbrüche und Haarrisse können einen reibungslosen Einsatz gewähren.

Und so haben die Verantwortlichen in Illerrieden zahlreiche Werkzeuge genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis war, nach Auskunft von Richard Bähr erschreckend: «Von acht Fräsern unterschiedlicher Herkunft waren nur 2 dabei, die innerhalb der Toleranzgrenzen lagen. Nahezu keiner konnte uns mit einer wirklich einwandfreien Kontur überzeugen. Einzig die Fräser von OSG waren es, die uns mit durchgängiger Qualität und Masshaltigkeit überzeugten. Das ist schade, denn es sollte nicht unsere Aufgabe sein, die angelieferten Werkzeuge auf Geometrie und Masse zu kontrollieren.»

Für die Kontrolle der Schneidkanten dagegen hat Richard Bähr eine optimale Qualitätskontrolle entwickelt. Über eine Art Auflichtkamera prüft der Bediener vor und nach dem Bearbeitungsvorgang in Sekundenschnelle die Werkzeugschneide.

Hierfür wird das Werkzeug in eine Kamera, die über USB mit dem PC verbunden ist, gelegt. Auf dem Bildschirm erscheint dann in 10- bis 230-facher Vergrös-serung (optional bis 500-fach) jedes Detail. Das Werkzeugkontrollgerät «Q-DOC» ist für Werkzeugaufnahmen von HSK/SK 25 bis 63, und Werkzeugdurchmesser bis maximal 6 mm. Grössere Durchmesser zeigen den jeweils am Q-DOC eingestellten -Ausschnitt. Ausserdem ist damit auch eine Schneideplattenkontrolle möglich.

Information

R. Bähr GmbH

D-89186 Illerrieden

Tel. 0049 (0)7306 963 20

www.baehr-formenbau.de

OSG Deutschland GmbH

D-73054 Eislingen

www.osg-germany.de

OSG-Vertretung

Vischer & Bolli AG

Im Schossacher 17, 8600 Dübendorf

Tel. 044 802 15 15, Fax 044 802 15 95

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