Turning Days Vier Tage reine Drehermesse
Am 14. April startet die 7. Turning Days, Fachmesse für Drehtechnik, in Villingen Schwenningen. Für vier Tage bieten Ausstellern und Besuchern Zeit für Kontaktaufnahme und Fachgespräche. Da die Messe bereits seit Ende April vergangenen Jahres ausgebucht ist, wird sie 2017 in Friedrichshafen stattfinden.
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ari.Im Süden Deutschlands blicken die Turning Days auf eine längere Tradition zurück. Erstmals fand die Messe im Jahr 2004 in Pforzheim statt und wechselte im Jahr 2005 nach Villingen-Schwenningen. Im Jahr 2017 steht der nächste Ortswechsel bevor, dann wird die im 2-Jahres-Turnus stattfindende Fachmesse für Drehtechnik in Friedrichshafen durchgeführt. Der Veranstalter PKM GmbH teilte mit, dass die Turning Days für 2015 in Villingen-Schwenningen nicht nur komplett ausgebucht sind, sondern rund 90 Unternehmen, die ebenfalls gerne ausstellen würden, aufgrund der dort begrenzten Fläche nicht teilnehmen können.
Mehr Zeit wegen gestiegener Besucherzahlen
Obwohl in 2011 in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Südwestmesse eine Erweiterung der Ausstellungsfläche möglich gemacht werden konnte, war eine nochmalige Erweiterung der zur Verfügung stehenden Fläche in Villingen-Schwenningen in 2015 nicht möglich. Aktuell haben sich 252 Aussteller angemeldet, einige Unteraussteller werden noch hinzukommen, so dass insgesamt rund 260 Aussteller ihre Gäste auf der Messe begrüssen werden. Die Warteliste ist mittlerweile ausgesprochen lang, täglich fragen Unternehmen nach Restplätzen nach.
Seit 2013 findet die Messe vier Tage lang statt. Die hohe Qualität der Fachgespräche und die gestiegenen Besucherzahlen erfordern mehr Zeit. Für den Besucher mehr Flexibilität – für den Aussteller mehr Zeit, intensive Kontakte zu knüpfen. Im Gegensatz zu 2013 wird auf den Samstag als verkürzter Messetag verzichtet, der Wunsch insbesondere der Aussteller war klar, lieber einen Tag früher zu starten. Auf den Dienstleistungsabend am Donnerstag wird auf vielfachen Wunsch der Aussteller weiterhin verzichtet.
Das Problem der knappen Ausstellungsfläche
«Im Vergleich zu den Ausstellungsflächen von 2011 und 2013 haben die Aussteller im Durchschnitt ihre Stände erneut um rund 15 Prozent erweitert», berichtet Martin Hämmerle, Projektleiter der Turning Days. Mit diesen Standvergrösserungen ist die Ausstellerzahl bei konstanter Fläche faktisch leicht rückläufig. Mit der Südwestmesse in Villingen-Schwenningen wurden Gespräche geführt, die Ausstellungsfläche in Zukunft noch zu erweitern, doch eine Investition in einen erforderlichen Schwerlastboden ist derzeit aus Sicht der Südwestmesse nicht möglich, da wirtschaftlich nicht realisierbar. Gespräche mit der Stadt Villingen-Schwenningen brachten auch kein fruchtbares Ergebnis, hier wurde klar auf die Zuständigkeit der Südwestmesse als Betreiber des Geländes verwiesen.
Alternativen bieten sich nicht wirklich: Standflächen reduzieren führt zu weniger Exponaten; das würde dem Besucher nicht die Vielzahl an Maschinen und Anwendungen zeigen, die er erwartet und sich wünscht. Eine Begrenzung der Ausstellerzahl führt sogar dazu, dass die Branche noch weniger in ihrer Breite abgebildet werden kann, was mittelfristig der Attraktivität der Veranstaltung schadet. Die dritte Variante, die Messe auf Holzboden zu erweitern, fiel beim Messebeirat ebenfalls durch, da damit eine Zweiklassen-Messe geschaffen wird, die niemand will: Aussteller, die auf Schwerlastboden angewiesen sind, verdrängen alle anderen Aussteller, die Durchmischung der Aussteller, die letztlich den Reiz der Messe ausmacht und so gelobt wurde, würde fehlen.
Neues Besucherpotential in Friedrichshafen
Bei der Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort der Messe fiel die Wahl recht bald auf Friedrichshafen: Die Hallen sind im Vergleich zu denen in Villingen-Schwenningen hervorragend geeignet, bei der Messe Fakuma konnte sich der Messebeirat von der Qualität des Geländes überzeugen. Damit steht den Turning Days Süd 2017 bereits über 3800 Quadratmeter netto mehr Fläche zur Verfügung als 2015, ausreichend, um den Unternehmen auf der Warteliste entsprechende Fläche anzubieten.
Der neue Messestandort bringt zudem neues, bislang ungenutztes Besucherpotential mit, erhofft sich der Veranstalter. Zwar verlieren einige Aussteller aus Villingen-Schwenningen und der näheren Umgebung ihre gewohnte Messe «vor der Haustüre» und Besucher vom Heuberg und dem Schwarzwald müssen eine etwas längere Anfahrt in Kauf nehmen, aber gleichzeitig werden neue Besucherzielgruppen angesprochen: Die Region Bodensee-Oberschwaben beheimatet viele Anwender aus der Zerspanungsindustrie, Österreich wurde bei den vergangenen Veranstaltungen gar nicht erreicht und Friedrichshafen ist für die angrenzende Schweiz deutlich sichtbarer als die Schwarzwaldstadt. «Die Region wird grösser», brachte es Dr. Reinhard Walz von Gewatec auf den Punkt, «und die Messe erhält damit neues Potential, um sich zu entwickeln». Der regionale Charakter der Messe soll aber bleiben. <<
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