Die Ruthmann Holdings GmbH, weltweit bekannter Hersteller von Hubarbeitsbühnen, profitiert von vorkonfektionierten, modular aus Kunststoffteilen aufgebauten und mit Leitungen und Schläuchen ausgerüsteten Energieketten von Igus. Diese ermöglichen kleine Biegeradien und erweisen sich als robust und langlebig.
In Steigern und Hubarbeitsbühnen müssen Energiekettensysteme bei sehr kleinen Biegeradien und teilweise extremen Temperaturen hunderttausende Zyklen absolvieren.
(Bild: Igus/Ruthmann)
Eine Straßenlaterne ist defekt, es tropft durchs Dach, eine Windkraftanlage muss gewartet werden. Für solche Situationen müssen Servicekräfte hoch hinaus. Dazu nutzen sie meist Hubarbeitsbühnen – auch als Steiger bezeichnet – des Herstellers Ruthmann. Das Unternehmen fertigt jährlich etwa 600 Steiger in einer Vielzahl an Varianten. Das betrifft Geräte mit wenigen Metern Arbeitshöhe für eine Person, beispielsweise zum Schneiden von Hecken oder Reinigen von Fassaden. Dazu gehören aber auch selbstfahrende Hubarbeitsbühnen für über 100 m Arbeitshöhe, die mehrere Personen und zusätzliche Traglasten aufnehmen und unter anderem zum Warten von Windkraftanlagen genutzt werden.
Viele Gleichteile, kurze Durchlaufzeiten
Um diese Menge unterschiedlicher Ausführungen bewältigen zu können, muss der Hersteller bei höchster Flexibilität möglichst kurze Durchlaufzeiten verwirklichen. «Wir haben hier im Grunde kein Lager, in dem die Fahrzeuge auf ihren Aufbau oder auch ihre Auslieferung warten», beschreibt Nico Wessels die Situation. Er ist Leiter Produktkonstruktion am Standort Gescher-Hochmoor und ergänzt: «Wir setzen auf viele Gleichteile innerhalb der verschiedenen Baureihen.» Dies gilt auch für die Energiezuführung im Innern der beweglichen Teleskopausleger der Steiger. Dafür nutzt das Unternehmen vorkonfektionierte Energiekettensysteme des Herstellers Igus. Dieser ist darauf spezialisiert, aus hochwertigen industriellen Kunststoffen bewegliche Bauteile herzustellen. Unter der Bezeichnung «readychain» stellt das Unternehmen einen Komplettservice und Module zur Verfügung. Dazu gehören Leitungen und Schläuche für eine unverzügliche Montage. Je nach Bedarf umfassen die Servicepakete passende Steckverbinder und benötigte Anbauteile aus Metall. Das verkürzt erheblich die Zeiten zur Montage beispielsweise an den Hubarbeitsbühnen.
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Geprüfte Komponenten aus einer Hand
Der Vorteil des Komplettsystems «readychain» liegt darin, dass Igus sowohl die Energieketten als auch die geführten Leitungen fertigt. So ist es möglich, die einzelnen Komponenten eines Systems optimal aufeinander abzustimmen – sowohl von den eingesetzten Werkstoffen als auch der Innenaufteilung in der Kette. Ebenfalls werden alle Systeme vor der Auslieferung vom Hersteller geprüft. «Der erste Steiger, den wir mit Energiekettensystemen von Igus konstruiert haben, war die Ausführung T 460, dessen Prototypenbau im August 2011 begann», erinnert sich Nico Wessels. «Damals bestand das Anforderungsprofil vor allem darin, dass das Energiekettensystem genug Stabilität bietet und die für unsere Anwendungen nötigen engen Biegeradien mitmacht.» Gemeinsam fand man einen geeigneten Kettentyp. Parallel testete der Hersteller und die Konstrukteure bei Ruthmann erstellten Zeichnungen. Man entschied sich für Ketten der Baureihe E4.1. In ihnen befindet Hydraulikschläuche und eine Steuerleitung CF77. Letztere, aus dem Produktprogramm «chainflex», verfügt über einen ölbeständigen Aussenmantel aus Polyurethan (PUR) und ist nach den Normen und Richtlinien UL/CSA zertifiziert. Das vermeidet aufwendige Differenzierungen zwischen Einsätzen in der EU und in Übersee.
Robust für raue Umgebungen
Zudem eignen sich die Leitungen der Variante «chainflex» für hohe Beanspruchungen auch bei engen Biegeradien und somit für komplexe Anwendungen wie im Innern des Auslegers eines Steigers. Darüber hinaus sind die Leitungen in bis –25 °C kalten und bis +80 °C warmen Umgebungen einsetzbar. Dazu erläutert Nico Wessels: «Unsere Steiger sind bei Temperaturen von –20 °C bis +50 °C auf der ganzen Welt im Einsatz. Hinzu kommen weitere Forderungen an die Ketten, beispielsweise Verschmutzungen oder auch grosse freitragende Längen, die die Systeme aushalten müssen.» Ein wichtiges Kriterium für Ruthmann ist, die Energiekettensysteme bei Wartungen schnell austauschen zu können. «Üblich werden sie jährlich auf Sicht kontrolliert, was meist ausreicht», sagt Nico Wessels und fügt an: «Die Hydraulikschlauch-Norm empfiehlt einen Austausch der Schläuche nach sechs Jahren im Einsatz. Schnell und unkompliziert tauschen wir dazu die kompletten Energiekettensysteme.»
Innovativ und zukunftsorientiert
Auch beim aktuellen Steiger T 1000 HF von Ruthmann ist der Energiekettenhersteller mit seinem System «readychain» an Bord. «Mit 100 m Arbeitshöhe und 39 m seitlicher Reichweite ist der Steiger T 1000 HF das beweglichste 100-m-Gerät im LKW-Arbeitsbühnen-Markt», berichtet Geschäftsführer Uwe Strotmann. «In dieser Klasse kommt bei allen verwendeten Komponenten das Gewicht als Kriterium mit dazu. Die eingesetzten Energieketten, Leitungen und Schläuche entsprechen unseren Forderungen vollauf. Beim Hersteller schätzen wir das Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung. Es gibt auch bei neuen Projekten keinen Status quo und keine pessimistische, sondern vielmehr eine lösungsorientierte Arbeitsweise. Daher sehen wir Igus als den besten Anbieter in dem Bereich.»
Individuell konzipierte, vorkonfektionierte Systeme «readychain» verwirklicht der Hersteller ab Einzelstücken bis hin zu Serien. Optional werden Steuerleitungen, Hydraulikschläuche und weitere Leitungen, zum Beispiel Servo-, Motor- und Roboterleitungen sowie Bus-, Geber-, LWL- und Datenleitungen, integriert.
Bewährte Zusammenarbeit
Wie Nico Wessels bestätigt, sei die Zusammenarbeit mit Igus sehr gut. Dies nicht nur weil Igus als einziger Anbieter komplette Systeme aus Energieketten und Leitungen liefere, sondern auch wegen persönlicher Aspekte. «Bei Anfragen stehen Experten stets parat, auch über den kurzen Dienstweg bekommen wir Muster geliefert oder bei neuen Projekten umgehend die Leitungsbelegung einer Energiekette geprüft. Selbst unsere spezifischen Tests werden zeitnah realisiert», hebt Nico Wessels hervor.
Stand vom 30.10.2020
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