Messe K 2016 Vorsichtiger Optimismus
Trotz einer Fülle von Herausforderungen, die von Meeresabfällen bis hin zu mehreren Fällen von Force majeure bei Rohstofflieferanten reichen, blickt die europäische Kunststoffindustrie mit stabiler Konstitution und vorsichtigem Optimismus in Richtung K 2016. Aber es gilt auch noch zahlreiche Hürden zu überwinden.
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Applied Market Information (AMI), ein Beratungsunternehmen für die Kunststoffbranche, hat kürzlich festgestellt, dass die europäische Kunststoffindustrie «sich wieder einmal in einer Phase des Umbruchs und des Wandels befindet und noch immer darum kämpft, sich aus der Stagnation zu befreien, die durch die grosse Rezession 2008–2009 und die nachfolgende Krise in der Eurozone 2012–2013 ausgelöst wurde». AMI prognostiziert bis 2019 ein Wachstum der Polymernachfrage um knapp über 1 Prozent im Jahr.
Insgesamt zeigen sich die europäischen Polymerproduzenten optimistisch. So sagt z. B. Mark Garrett, CEO bei Borealis, dass die Margen in der integrierten Polyolefinindustrie historische Dimensionen erreicht haben. Er merkt an, dass eine solide Nachfrage in Kombination mit Lieferengpässen, insbesondere infolge ausserplanmässiger Produktionsunterbrechungen, Auswirkungen auf die Polyolefinpreise gehabt haben.
Berichte von Branchenverbänden aus mehreren Ländern, die Wachstum verzeichnen, weisen auf eine Verbesserung der Aussichten der kunststoffverarbeitenden Industrie in Europa hin. Selbst in Italien, wo der Verbrauch seit einiger Zeit bestenfalls als schwach zu bezeichnen war, sieht der Verband der Maschinenhersteller Assocomaplast einen starken Aufwärtstrend bei der Auftragslage. In Deutschland konnte der Sektor selbst nach dem Rekordjahr 2014 noch ein weiteres moderates Wachstum verzeichnen. Dennoch klagt Dirk Westerheide, Präsident des deutschen Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie GKV, über grössere Lieferengpässe und die äusserst volatile Preisentwicklung bei den Rohstoffen, insbesondere bei Polyethylen und Polypropylen.
Instabile Rohstoffversorgung
Kunststoffverarbeiter in ganz Europa hatten im vergangenen Jahr Probleme mit der Rohstoffbeschaffung. Mehrere grosse Polyolefinwerke standen längere Zeit still, und die weltweiten Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Handel erschwerten den Verarbeitern die Beschaffung von Rohstoffen an internationalen Märkten. Zu diesen Faktoren gehörten nicht nur der relativ schwache Euro gegenüber dem US-Dollar, sondern auch die anhaltend starke Nachfrage nach Kunststoffen in Asien und den USA. Im laufenden Jahr gibt es jedoch Anzeichen für eine weniger volatile Preisentwicklung.
Diese Situation war für den Dachverband der europäischen Kunststoffverarbeiter EuPC (European Plastics Converters) der Anlass für die Gründung der «Allianz für Polymerversorgung in Europa», um «detaillierte Informationen zum aktuellen Polymermarkt bereitzustellen, die Rohstoffverarbeiter über das Netzwerk nationaler Kunststoffverbände zu unterstützen und Unternehmen bei der Beantragung der Aussetzung von bestimmten EU-Importzöllen zu helfen, um Engpässen auf den Polymermärkten entgegenzuwirken».
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