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Alle Wendeplatten für die ISO-S-Werkstoffgruppe verfügen über eine sehr geringe Schneidkantenverrundung, ein essenzielles Feature, um die Aufbauschneidenbildung und den Wärmeeintrag gering zu halten. Die Besonderheiten und Unterschiede liegen vor allem in der Makrogeometrie, sie bestimmt den jeweiligen Einsatzbereich.
Varianten der Sky tec-Titanreihe
Die Varianten der Sky tec-Titanreihe besitzen spezielle, auffallend enge Spanformer. Um bei der Drehbearbeitung einen guten Spanbruch zu erzielen, ist es notwendig, den ablaufenden Span stark umzuformen, auch noch bei fortgeschrittenem Verschleiss. Die Schruppgeometrie NRT besticht im Detail durch ein besonders stabiles Design mit breiter Fase als wirksames Mittel, den Kolkverschleiss aufzuhalten. Die Variante für mittlere Bearbeitungen verfügt neben einer stabilen Schneide über eine geschwungene Schneidkante, um die Schnittdrücke zu senken. Sie eignet sich daher besonders für labile Bauteile oder Innenbearbeitungen. Die dritte im Bunde, die Schlichtgeometrie NFT, ist mit scharfer, umfangsgeschliffener Schneide für Hochgenauigkeitsbearbeitungen optimiert.
Optisch präsentieren sich die Wendeplatten für die Titanzerspanung eher unauffällig. Die sonst übliche goldene oder champagnerfarbene Beschichtung fehlt meistens. «Mehr als 80 Prozent der Wendeplatten für Titanwerkstoffe werden ohne Beschichtung hergestellt», sagt Kussmaul. Dies hänge mit der hohen Beanspruchung zusammen, die der werkstoffspezifische Kolkverschleiss hervorrufe: «Beschichtungen bringen in solchen Fällen keinen Vorteil, wir empfehlen daher für das Gros der Anwendungen den Schneidstoff WS10 ohne Beschichtung.»
Eigenschaft der Wendeplatten für Superlegierungen
Die charakteristische Eigenschaft der Wendeplatten für Superlegierungen ist eine scharfe Makrogeometrie. Für Stabilität an der Schneide sorgt eine positive Primärfase. Kombiniert wird das positive Schneidkanten-Design mit dem Aufbringen einer PVD-Aluminiumoxid-Beschichtung. Die Wendeplatten für Superlegierungen erhalten generell eine Beschichtung, die Standzeiten lassen sich dadurch spürbar verbessern. Das Programm des Tübinger Hartmetallspezialisten bietet für beide genannten Geometrien die Schneidstoffe WSM10 und WSM20. Da das Aluminiumoxid nach dem PVD-Verfahren, das heisst bei relativ geringeren Temperaturen aufgebracht wird, verfügen diese Wendeplatten über eine sehr hohe Zähigkeit. Der Aluminiumoxidschicht fungiert als hochwirksamer Hitzeschutz.
Die genaue Auslegung der Primärfase hängt von den auffallend geringen Vorschubswerten ab, welche bei der Zerspanung dieser Werkstoffe möglich sind. Im Gegensatz zu den engen Spanformern der Titanreihe lassen die NRS- und NMS-Geometrie dem Span ausreichend Raum, sich zu entwickeln. Denn: Erhält der Span der Superlegierung durch starke Umformung zu viel an Steifigkeit, droht dieser innerhalb kurzer Zeit die Schneide zu zertrümmern. Die NRS-Geometrie verfügt, der grösseren Spantiefe entsprechend, über eine weitere Spanmulde und die NMS-Geometrie über eine etwas engere.
«Wir kommen im Bereich der Superlegierungen mit zwei separaten Geometrien für Schrupp- und mittlere Bearbeitungen aus», betont der Entwickler, «es macht wenig Sinn, eine dritte, nach diesem Prinzip konzipierte Geometrie für das Schlichten einzuführen. Die Primärfase wäre sehr klein zu dimensionieren, so dass wir bei einer Auslegung landen würden, die sich mit der Sky tec-Geometrie NFT deckt.» Wichtige Folgerung für den Anwender: die Ti-Schlichtgeometrie NFT eignet sich auch für das Schlichten von Superlegierungen.
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