Visualisierung

Wie Augmented Reality das Engineering verändert

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Beispiel Thyssenkrupp Marine Systems: Kaum noch Einbaufehler

Zum Einsatz kommt der AR-Stift bereits bei Thyssenkrupp Marine Systems. Das Marine-Unternehmen gestaltet die aufwendige Vermessung und Qualitätsprüfung von Bauteilen im Fertigungsprozess von U-Booten nun digital. Mehrere Tausend Bauteile müssen hier ausgerichtet, eingeschweisst und überprüft werden. Die Lage und Ausrichtung von Bolzen und Schrauben bestimmten die Vermessungsingenieure bis dato meist anhand analoger 2D-Papierpläne, was zeitintensiv und auch fehleranfällig ist.

Mit der Kombination aus AR-Software und -Hardware ist der Arbeitsvorgang jetzt kürzer und einfacher. Im Büro kann der Ingenieur das 3D-Modell in die Ares-Software laden, die Koordinaten zum Referenzieren von Schrauben und Bolzen definieren sowie auf die Datenbrille Hololens 2 hochladen. Die Koordinaten können dann mit dem Stylus XR ausgewählt werden. Virtuelle Bauteile geben dabei die Markierungen vor und beinhalten optisches Feedback zur richtigen Platzierung.

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Im U-Boot selbst markiert der Ingenieur mit dem AR-Eingabegerät und anhand der Überlagerung von virtuellen 3D-Modellen und realer Umgebung passgenau die Stellen, an denen eine Schraube montiert werden soll. Nach der Montage kann der Ingenieur durch die Augmented-Reality-Brille und Software einen Soll/Ist-Abgleich vornehmen. Der Ressourcenaufwand ist folglich deutlich geringer, Planungsfehler fallen schneller auf und auch Einbaufehler sind kaum mehr möglich. Dadurch lassen sich massiv Kosten und Zeit einsparen, während sich Qualität und Geschwindigkeit in der Fertigung erhöhen.

Beispiel BASF: Plan der Fabrik und Realität zusammenführen

Weitere Vorteile von Augmented Reality zeigen sich in der Fabrikplanung. Die Planung eines kompletten Werkes oder neuer Baugruppen kann am Computer ohne reale Referenz knifflig sein. Fabriken verändern sich ständig, da neue Maschinen installiert und Rohrsysteme geplant werden müssen. Daten im System aber veralten. Aktuell ist eigentlich nur, was sich im Feld befindet. Der digitale Plan und die Realität driften daher zu oft auseinander. Daraus resultierende Konstruktionsfehler führen zu Downtimes, Fehlplanungen lassen Kosten in die Höhe schiessen.

BASF suchte daher eine Lösung, um die digitale und die reale Welt zusammenzuführen. Das Chemieunternehmen benötigte ein Tool, um Komponenten in den Fabriken – also vor Ort – massstabsgetreu in der bestehenden Umgebung zu visualisieren und zu bearbeiten. Auch eine Rückführung der Daten für die weitere Planung sollte möglich sein. Heute nutzen die BASF-Ingenieure für die Planung und Erweiterung von Zwischenproduktanlagen am Standort Ludwigshafen die AR-Software Ares in Kombination mit Microsofts AR-Brille Hololens.

Mithilfe des Augmented Reality Engineering Space holen sich die Ingenieure geplante Rohrleitungen und Baugruppen direkt an ihren vorgesehenen Zielort. Anhand des digitalen Zwillings lässt sich somit schnell feststellen, ob Planung und Realität vereinbar oder noch Änderungen im Projekt erforderlich sind. „Was-wäre-wenn“-Testszenarien verschaffen den Ingenieuren zudem ein besseres Verständnis ihrer geplanten Fabrikanlage. Und auch während der Engineering-Phase hilft die Kontrolle vor Ort, Abweichungen frühzeitig zu bemerken und zu beheben, bevor sie zu Folgeproblemen führen.

Die Fabrikplanung ist auch seit jeher eine Disziplin, die von diversen Einflüssen aus verschiedenen Fachbereichen geprägt ist. Belange des Maschinen‐ und Anlagenbaus treffen auf die Belange des Bauwesens und der Architektur. Der AR-Arbeitsplatz fungiert zugleich als Kollaborationsumgebung, um verschiedene Stakeholder zusammenzuführen. Die Software-Suite ermöglicht ein standortunabhängiges, reibungsloses Bearbeiten komplexer 3D-Modelle in einem kollaborativen Raum.

Dieser Beitrag ist zuerst auf unserem Partnerportal maschinenmarkt.vogel.de erschienen.

* Florian Haspinger ist Mitgründer und CEO bei der Holo-Light GmbH in 85737 Ismaning, Tel. (00 43-6 64) 88 23 46 32, info@holo-light.com

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