Swissmechanic Training AG/SA Wo Champions ausgebildet werden

Von Nastassja Neumaier 8 min Lesedauer

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Mit einem zentralisierten Ausbildungsstandort in Münchenbuchsee und der Investition in modernste CNC-Werkzeugmaschinen des Typs Picomax 56 mill von Fehlmann setzt die Swissmechanic Training AG/SA neue Standards für die zukunftsweisende Ausbildung von MEM-Fachkräften von morgen.

Freuen sich über eine hochmoderne CNC-Ausbildung, im Bild v. l. n. r.: Gabriel Mathyer (Auszubildender bei der Elektromotorenwerk Brienz AG, 1. Ausbildungsjahr), Markus Kammermann (Geschäftsführer, Swissmechanic Training AG/SA), Jürg Solenthaler (Fehlmann AG Maschinenfabrik), Ardian Muslija, Auszubildender bei der Bunorm Maschinenbau AG, (1. Ausbildungsjahr), Nastassja Neumaier (Stv. Chefredaktorin SMM).(Bild:  Matthias Böhm)
Freuen sich über eine hochmoderne CNC-Ausbildung, im Bild v. l. n. r.: Gabriel Mathyer (Auszubildender bei der Elektromotorenwerk Brienz AG, 1. Ausbildungsjahr), Markus Kammermann (Geschäftsführer, Swissmechanic Training AG/SA), Jürg Solenthaler (Fehlmann AG Maschinenfabrik), Ardian Muslija, Auszubildender bei der Bunorm Maschinenbau AG, (1. Ausbildungsjahr), Nastassja Neumaier (Stv. Chefredaktorin SMM).
(Bild: Matthias Böhm)

Ab dem Jahr 2008/2009 sah sich Swissmechanic aufgrund der neuen Subventionspolitik des Kantons Bern und der Berufsreform mit einer drastisch veränderten Ausgangslage für überbetriebliche Kurse (üK) konfrontiert. Neu vergütete der Kanton Bern für die obligatorischen üK-Kurse den Organisationen anstelle eines namhaften Betrages an die Ausbildungsinvestitionen nur noch eine Tagespauschale, im Falle der Polymechaniker/-innen EFZ 80,- CHF pro Lernenden und Tag. Die Berufsreform erforderte zudem teure Investitionen in moderne Maschinen, u.a. CNC-Dreh- und Fräsmaschinen, während sich der Rückgang der Schulabgängerzahlen um rund 15 Prozent negativ auf die Lehrvertragsabschlüsse und damit direkt auf die Einnahmen des Kurswesens auswirkte.

Unter diesen neuen Rahmenbedingungen konnte Swissmechanic im Kanton Bern mit seinen dezentralen Strukturen mit zwei Sektionen und insgesamt fünf Standorten (in Biel, Langnau, Thun und zwei in Langenthal) eine professionelle und kostendeckende Ausbildung langfristig nicht mehr sicherstellen. Markus Kammermann, seit 15 Jahren Geschäftsführer der Swissmechanic Training AG/SA: «Wir mussten uns verschlanken, ‹lean› werden und Synergien nutzen, damit die Kosten für unsere Mitglieder tragbar blieben.»

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Markus Kammermann, der aus seiner Zeit als stellvertretender Generaldirektor bei Toyota Schweiz mit Lean- und Change-Management-Prozessen sowie Konzepten für «operative Exzellenz» und «Kaizen» vertraut war, nahm die Herausforderung an: «Es fiel der Entscheid, sich auf einen zentralisierten, zweisprachigen Ausbildungsstandort zu konzentrieren. Das Ziel war es, am neuen Standort in Münchenbuchsee die gleiche Ausbildungsleistung mit 20 Prozent weniger Ausbildungsinfrastruktur und Kosten zu erbringen wie vorher an fünf Standorten. Das war ein Megaprojekt, das vor allem intern zunächst auf Widerstand stiess. ‹Das haben wir schon immer so gemacht› (die teuersten sieben Wörter) wurde oft zitiert. Es erfüllt mich daher noch heute mit Stolz, dass es uns gelungen ist, aus Einzelkämpfern in ihren eigenen kleinen Ausbildungskönigreichen ein Team zu machen, das mit Freude an einem Strang zieht.»

Swissmechanic Training AG/SA in Münchenbuchsee


Eröffnung: 15. August 2014
Kapazität: Bis zu 72 Jugendliche pro Tag (6 Kursleiter trainieren mit bis zu 12 Jugendlichen an autonomen Ausbildungsinseln, jährlich werden bis zu 600 Lernende ausgebildet)
Sprache: zweisprachig de/fr
Ausbildende Berufe:

  • Automatiker/-in EFZ
  • Automatikmonteur/-in EFZ
  • Polymechaniker/-in EFZ
  • Produktionsmechaniker/-in EFZ
  • Konstrukteur/-in EFZ
  • Mechanikpraktiker/-in EBA

Weiteres Kursangebot: Neben den überbetrieblichen Kursen, die im Leistungsauftrag des Kantons Bern vorgegeben sind, bietet die Swissmechanic Training AG/SA freiwillige Weiterbildungskurse aus den Bereichen Automation und Robotik, CAD/CAM und Instandhaltung für Lernende und Werkstattpersonal («Upskilling») an.

Konsequente Investition in moderne CNC-Werkzeugmaschinen «made in Switzerland»

«Aufgrund der aktuellen Berufsreform ‹FutureMEM› haben wir erneut evaluiert, welche Investitionen zukunftsgerichtet sind und für unsere Lernenden und deren Betriebe den grössten Nutzen bringen. Ausgebildete Polymechaniker/-innen arbeiten heute in der Produktion an hochdynamischen CNC-Werkzeugmaschinen mit modernster CNC-Steuerungstechnik und vorgelagerter CAD/CAM-Programmierung. Auf dieses Kompetenzgefüge müssen wir unsere Lernenden effizient vorbereiten, wir müssen sie fit machen für reale Produktionsbedingungen, damit sie nach ihrer Basisausbildung bei uns in der Champions League der Spitzentechnologie mitspielen können. Die entscheidende Frage war also, an welchen Werkzeugmaschinen wir ausbilden wollen», sagt Markus Kammermann.

Folgende drei Varianten standen zur Auswahl:

  • 1. Die bestehenden, konventionellen Fräsmaschinen revidieren und mit modernen Steuerungen aufrüsten.
  • 2. Kauf neuer CNC-Konsolen-Fräsmaschinen mit entsprechender Teilverschalung.
  • 3. Kauf neuer CNC-Fräsmaschinen mit modernem Aufbaukonzept und Vollverschalung.

Eine zentrale Rolle spielte auch das zur Verfügung stehende Budget. Markus Kammermann: «Das Preisgefüge dieser drei Varianten unterscheidet sich zwar unwesentlich, in jedem Fall sprechen wir aber von hohen Investitionskosten. Ohne unsere engagierten Mitglieder, die sich einstimmig für die Investition in modernste Maschinen für eine Top-Ausbildung und damit für eine temporäre Erhöhung ihrer Mitgliedsbeiträge ausgesprochen haben, wären unsere Optionen massiv eingeschränkt gewesen.»

Letztlich entschieden sich die Verantwortlichen der Swissmechanic Training AG/SA für eine konsequente und durchgängige Investition in achtzehn CNC-Werkzeugmaschinen des Typs Picomax 56 mill (3.) von Fehlmann. «Als Swissmechanic folgen wir bei all unseren Investitionsentscheidungen dem Grundsatz: Switzerland first», ergänzt Markus Kammermann.

Die Ausbildung muss sich an den Anforderungen der Unternehmen orientieren. Auch deshalb haben wir in modernste CNC-Werkzeugmaschinen der Firma Fehlmann investiert.

Markus Kammermann, Geschäftsführer, Swissmechanic Training AG/SA

Picomax 56 mill: Konventionelle und CNC-Fräsmaschine in einem

Markus Kammermann: «Die Picomax 56 mill wurde von Fehlmann konsequent auch auf die Bedürfnisse der Grundausbildung ausgelegt. Darüber hinaus verfügt sie über den vollen Funktionsumfang eines vollwertigen 4-Achs-Simultan-Bearbeitungszentrums. Diese Hybridität ist aus unserer Sicht einzigartig auf dem Markt.»

Jürg Solenthaler, Fehlmann AG Maschinenfabrik: «Tatsächlich basierte die Entwicklung der Picomax 56 mill auf einem engen Austausch mit Ausbildungsbetrieben, wobei die Swissmechanic Training AG/SA in Münchenbuchsee eine Vorreiterrolle spielte. Wir haben die Bedürfnisse von Swissmechanic und weiteren Ausbildungsbetrieben in einem Anforderungskatalog klar strukturiert und gemeinsam mit dem CNC-Steuerungsspezialisten Heidenhain eine spezifische Ausbildungslösung entwickelt. Mit dem Hintergrund, dass diese vom ersten Ausbildungstag mit rein manueller Bedienung bis hin zur 4-Achs-Simultanbearbeitung zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung und darüber hinaus eingesetzt werden kann. Die jeweiligen Funktionalitäten, Vorschübe und Drehzahlen sind vom Ausbilder einfach zu konfigurieren und können je nach Fähigkeiten der Auszubildenden individuell per Schlüsselschalter freigeschaltet werden. Das beginnt bei einer einfachen, manuellen Bedienung der Achsen über die drei Handräder, weiter zur schlichten Funktionalität einer Streckensteuerung bis hin zum vollwertigen Bearbeiten mit der CNC-Bahnsteuerung, welche Fräsen mit bis zu 12 000 U/min und komplexen Fräsprozessen wie Hochvorschub- oder Trochoidalfräsen erlaubt.»

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Einfach und modular auf den jeweiligen Ausbildungsstand anpassbar

Jürg Solenthaler: «Zusammen mit Heidenhain und Berufsbildungsexperten haben wir für die Picomax 56 mill ein Funktionskonzept entwickelt, das es den angehenden Polymechaniker/-innen und Produktionsmechaniker/-innen ermöglicht, von der ersten Stunde bis zur Lehrabschlussprüfung eine auf ihren Ausbildungsstand zugeschnittene Maschinenfunktionalität zu nutzen. Zu Beginn der Ausbildung stehen rein manuelle Möglichkeiten mittels dreier mechanischer Handräder zum konventionellen Fräsen, Bohren und Gewindeschneiden – auch ohne Programmierkenntnisse – zur Verfügung. Die CNC-Funktionen werden ausgeblendet und die Bildschirmanzeige wird auf das Wesentliche reduziert. Schritt für Schritt kann der Funktionalitätsumfang der Steuerung zugeschaltet werden. Am Ende steht den Auszubildenden modernste 4-Achsen-Simultan-CNC-Technologie für komplexeste Bauteile zur Verfügung. Und genau dort will man die Lernenden der Zukunft haben. Sie sollen am Ende ihrer Ausbildung in der Lage sein, anspruchsvolle Bauteile direkt an der Maschine und in CAM zu programmieren und auf den CNC-Fräsmaschinen effizient und sicher zu fertigen.»

Schnittkräfte erleben und spüren

Dass die Wahl auf die Picomax 56 mill fiel, stand in der Evaluationsphase nicht zu 100 Prozent fest, wie Markus Kammermann gegenüber der SMM-Redaktion erklärte. «In technischer Hinsicht gab es keine Diskussionen – es gibt nichts Vergleichbares auf dem Markt. Ein Punkt in der Diskussion war jedoch, wie wichtig es für die angehenden Polymechaniker/-innen ist, die Schnittkräfte und das Zerspanungsverhalten an den Handrädern 1:1 zu spüren. Einige unserer Berufsbildner erachten diese Erfahrung als sehr wichtig.»

Jürg Solenthaler: «Betrachtet man heute modernste Zerspanungsprozesse wie etwa Hochvorschubfräsen oder Trochoidalfräsen, so ist die CNC-Fachperson zwingend auf die Schnittwerte der Werkzeughersteller angewiesen. Diese Schnittdaten können heute online von entsprechenden Portalen direkt ins CAM oder in die CNC-Steuerung übernommen werden und es braucht vor allem ein modernes Maschinenkonzept, welches diese Schnittdaten prozesssicher umsetzen kann.»

Markus Kammermann: «Dennoch schadet es gerade zu Beginn der Ausbildung sicher nicht, die Zerspankräfte während eines Fräsvorgangs einmal gespürt zu haben. Deshalb haben wir in unserem Ausbildungszentrum noch die Fehlmann Picomax 20 bzw. 21 im Einsatz, an denen die Lernenden diese Erfahrungen machen können.»

Faszination Technik

Markus Kammermann, Geschäftsführer der Swissmechanic Training AG/SA, ist Gründungsmitglied und im Vorstand der Initiative Faszination Technik. Faszination Technik ist die Dachmarke der zwei Arbeitgeberverbände Swissmem und Swissmechanic für das Branchen- und Berufsmarketing und repräsentiert die technischen Lehrberufe in den Bereichen Mechanik, Automation, Konstruktion und Informatik und begleitet angehende Lernende bei der Suche nach einem passenden Beruf in der MEM-/Tech-Branche.

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Vorteile der Einhausung: mehr Sicherheit

Ein weiterer Aspekt bei der Wahl der richtigen Ausbildungsmaschinen ist die Einhausung. Das klingt auf den ersten Blick trivial. Doch bei Fräsprozessen fliegen Späne, Kühlschmierstoffe werden verwirbelt und es kommt zu Lärmemissionen. Einhausungen sind aus Sicht des Arbeitsschutzes eindeutig ein Gewinn und beugen Unfällen konsequent vor. Der zugegebenermassen vorhandene Nachteil, dass die Zugänglichkeit zum Werkstück und zum Fertigungsprozess leidet, darf in der modernen Fertigung keine übergeordnete Rolle mehr spielen. Markus Kammermann: «Ungeschützte CNC-Werkzeugmaschinen sind aus meiner Sicht – auch sicherheitstechnisch – nicht mehr zeitgemäss.»

Platzsparend dank ergonomischer, kompakter Bauweise

Auch die Aufstellfläche ist bei Werkzeugmaschinen immer ein Thema. Bei der Entwicklung der Picomax 56 mill wurde konsequent darauf geachtet, dass sie nicht grösser baut als eine konventionelle Fräsmaschine. Jürg Solenthaler: «Die Picomax 56 mill kann vom Platzbedarf her diese älteren Maschinen 1:1 ersetzen.»

Zukunftsgerechte Positionierung der Polymechaniker/-innen-Ausbildung

Markus Kammermann: «Unter Berücksichtigung aller oben genannten Aspekte erachten wir vollwertige und ‹hybride› CNC-Fräsmaschinen, die auf eine moderne Ausbildung zugeschnitten sind, als ideale Wahl für angehende Poly- und Produktionsmechaniker/-innen. Um junge Talente zu gewinnen, müssen wir mit unserem Ausbildungsumfeld begeistern und unsere Ausbildungsbetriebe technologisch in der Topliga positionieren. Die Jugendlichen wollen nicht nur an einem technologisch hochstehenden Arbeitsplatz ausgebildet werden, sondern auch in einer sicheren und sauberen Umgebung. Wir, die Swissmechanic Training AG/SA, wollen mit unserer Investition in einen modernen CNC-Maschinenpark, in unserem Fall Fehlmann Picomax 56 mill, einen entsprechenden Meilenstein setzen und Vorreiter für modernste CNC-Ausbildung in der Schweiz sein. Denn wir dürfen nicht vergessen, was unser USP für die weltweite Wettbewerbsfähigkeit in der Schweiz ist: Better skills, better skills, better skills!»

Dominic Brügger von der Halter AG in Frutigen habe im vergangenen Jahr nach den «WorldSkills» in Lyon zu Markus Kammermann gesagt: «Vor fünf Jahren habe ich bei euch meine Lehre als Polymechaniker EFZ angefangen, heute bin ich der Fünftbeste der Welt im Bereich Industrial Mechanics». «Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind», freut sich Markus Kammermann.

High-End-5-Achs-BAZ für die Ausbildung

Die im Beitrag vorgestellte Fehlmann Picomax 56 mill kann bis zu 4 Achsen simultan bearbeiten. Für den Einstieg in die 5-Achs-Simultanbearbeitung bietet Fehlmann seit der AMB 2024 die Fehlmann Picomax 550 an. Sie eignet sich für die komplexeste Teilefertigung bis 300 × 300 × 300 mm in der anspruchsvollen CNC-Ausbildung (3./4. Lehrjahr) oder auch in der Serienteilefertigung. Weitere Informationen

Fehlmann Picomax 550 – die neue CNC-Maschine für die moderne 5-Achs-Bearbeitung.
(Bildquelle: Fehlmann)

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