Swissmechanic ZMT, das Ausbildungszentrum der Sektion Thurgau

Redakteur: Lya Bartholet

>> Seit 20 Jahren werden Jugendliche aus kantonalen und ausserkantonalen Betrieben in allen wichtigen Grundlagen der mechanisch-technischen Berufe im ZMT (Zentrum für Mechanik und Technik) geschult.

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An der Berufsmesse des Kantons Thurgau im September 2011. (Bild: Swissmechanic)
An der Berufsmesse des Kantons Thurgau im September 2011. (Bild: Swissmechanic)

Als aktives und innovatives Ausbildungszentrum der Sektion Thurgau von SWISSMECHANIC haben wir eine moderne Ausbildung im Fokus, welche bei folgenden Berufen zum Einsatz kommt:

  • Polymechaniker
  • Produktionsmechaniker
  • Mechanikpraktiker
  • Automatiker
  • Automatikmonteur
  • Elektroniker

Ebenso absolvieren Konstrukteure, Kunststofftechnologen, Gussformer und Gusstechnologen sowie neu in diesem Jahr Industriekeramiker einen Teil der überbetrieblichen Kurse im ZMT.

Methodik und Didaktik

Nach dem Lehrgang zum eidgenössischen Ausbildner mit Fachausweis wurde auch die Methodik mit Erfolg überarbeitet. Das horrende Entwicklungstempo in der technischen Industrie bringt immer wieder Neuheiten auf den Markt, welche wir unseren Lernenden nicht vorenthalten wollen. Die notwendigen Grundlagen, verbunden mit Innovationen in der Industrie, werden den Lernenden auf interessante und abwechslungsreiche Art und Weise vermittelt.

Die Kommunikation mit den Fachlehrpersonen der Berufsschule und Besuche bei den Lehrbetrieben bilden ebenfalls einen wichtigen Bestandteil unserer Ausbildungsphilosophie. Es ist uns sehr wichtig, das Umfeld der Lernenden zu kennen. Von grossem Vorteil sind auch die Informationen darüber, wo die Lernenden eingesetzt werden und welche Anforderungen die einzelnen Betriebe an sie stellen.

Zusätzlich zum Ausbildungsalltag mit den Lernenden hat das ZMT mehrere Projekte in Angriff genommen und umgesetzt.

Unterstützung des Berufswahl-Unterrichts

Auf Grund der Erfahrungen mit den Lernenden, die wir jeweils bei Lehrbeginn nach den Sommerferien machen, haben wir das Projekt Sekundarstufe in Angriff genommen. In einem abwechslungsreichen, informativen Rahmen sollen den Sekundarschülern Möglichkeiten aufgezeigt und allfällige Ängste gegenüber der Berufswahl genommen werden. Mit einem nicht alltäglichen Einstieg werden die Teilnehmenden von Anfang an aufgefordert, sich aktiv zu beteiligen. In einem nächsten Schritt werden die eigenen Erwartungen an eine Ausbildung und der persönliche Beitrag, um diese zu erfüllen, gesammelt und besprochen. Die Ergebnisse gehen hier zum Teil sehr weit auseinander. Dabei wird die Reife der einzelnen Schülerinnen und Schüler deutlich sichtbar. Vom Ziel der totalen Unabhängigkeit bis zur Planlosigkeit ist alles enthalten.

Die äusseren Einflüsse, welche auf die zukünftigen Lernenden einwirken können, werden in einem kurzen Vortrag erläutert und gemeinsam besprochen. Neben der Pubertät sind da noch eine Menge anderer Faktoren, welche die Jugendlichen positiv oder auch negativ in der Berufswahlphase beeinflussen. Dass SMS, MSN, E-Mail usw. die heutige Kommunikation sehr stark beeinflussen, wird als Einstieg in den letzten Block mit dem Thema Bewerbungsgespräch gezeigt. Mit zwei Freiwilligen wird ein solches Gespräch vor der Klasse durchgeführt. Wir achten darauf, dass die Gespräche unterschiedlich verlaufen und auch verschiedene Charaktere seitens der fiktiven Lehrfirma gespielt werden. Hier sollen Schülerinnen und Schüler lernen, dass es ohne Vorbereitung und nötige Authentizität gründlich in die Hose gehen kann. Im Jahr 2009 nahmen zwei Klassen unser Angebot in Anspruch. Im Jahr 2011 waren es im Herbst bereits sechs Veranstaltungen und in den ersten drei Monaten dieses Jahres sind schon zehn mit zum Teil über 50 Schülern und Schülerinnen durchgeführt worden. Wir haben mit unserem Engagement in der Sekundarstufe I voll ins Schwarze getroffen. Durch die Art und Weise, wie wir die Brücke zu den Schülern schlagen, bleibt nicht nur das Vermittelte als gute, lehrreiche Erinnerung hängen, sondern auch unsere Berufe werden so positiv geprägt in den Köpfen bleiben.

Berufsmesse Thurgau

Im September des vergangenen Jahres fand die erste Berufsmesse des Kantons Thurgau statt. Unter dem Lead des ZMT und in Zusammenarbeit mit Vertretern von SWISSMECHANIC- und Swissmem-Firmen ist es uns gelungen, einen informativen und interessanten Stand zu kreieren.

Unter dem Motto Faszination Technik haben wir auf 120 m2 die folgenden mechanisch-technischen Berufe des Kantons vorgestellt.

  • Polymechaniker/Produktionsmechaniker
  • Automatiker/Automatikmonteur
  • Elektroniker
  • Konstrukteur
  • Anlagen- und Apparatebauer

Vier Projektteams, welche an der Messe als Berufsbotschafter eingesetzt wurden, haben in nur drei Monaten ferngesteuerte Rennwagen konstruiert und gefertigt. Diese waren schlicht sensationell. Mit der Verbindung von Hobby und Beruf ist es uns gelungen, die Lernenden zu motivieren und die Schülerinnen und Schüler an der Messe zu begeistern. Der Elan und die Einsatzfreude der Lernenden als Botschafter unserer Berufe im Messestand waren überwältigend und sprangen auch auf die Messebesucher über. Viele Begegnungen und gute Gespräche mit Schülern, Lernenden, Eltern und Lehrkräften haben unterstrichen, dass wir mit der Projektarbeit und dem Standkonzept auf dem richtigen Weg sind. Das Abholen der Schüler sowie die sehr persönliche Betreuung sind bei allen Besuchern begeistert aufgenommen worden.

Die Vorbereitungen für die nächste Messe (20.–22. September 2012) laufen. Die neue Projektarbeit ist definiert und wir sind jetzt schon gespannt, welche Ergebnisse die Projektgruppen an der Messe präsentieren werden.

Erwachsenenbildung

In zahlreichen, zum Teil individuell gestalteten Erwachsenenkursen bietet das ZMT für Arbeitnehmer folgende Weiterbildungen an:

Aus der Mechanik

  • Manuelle und maschinelle Fertigung
  • CNC/CAM-Technik
  • Montagetechnik
  • Schleifen

Aus der Technik

  • Pneumatik/Elektropneumatik
  • Steuerungstechnik/Verdrahtungstechnik
  • Grundlagen in der Elektronik/Messtechnik
  • Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS)

Ebenfalls parallel zur Lehrlingsausbildung führen wir nun im vierten Jahr die Module CNC/CAM-Technik und Prozesssteuerung aus dem FEFM-Lehrgang zum Fertigungsfachmann (neu Produktionsfachmann) durch. Das positive Feedback der Kursteilnehmenden zeigt auf, dass die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der berufspädagogischen Ausbildung sowie die Inhalte des Scripts richtig umgesetzt wurden. Zum normalen Ausbildungsalltag mit Jugendlichen ist das Arbeiten mit Erwachsenen eine zusätzliche Herausforderung und gleichzeitig eine Bereicherung. Ob Sekundarschüler, Lernender oder Erwachsener, im ZMT wird in Zukunft mit neuen und altbewährten Methoden versucht, allen Kursteilnehmenden die Faszination der Technik näherzubringen. Denn wer stehen bleibt, fällt zurück. <<

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