«… das bisherige Team für seine Anliegen gewinnen»

Redakteur: Lya Bartholet

>> Philippe Knöpfel ist als Vizepräsident für die Romandie das Bindeglied zwischen der Deutsch- und Westschweiz. Seit 1999 ist er im Amt und arbeitet bereits mit dem dritten SWISSMECHANIC-Präsidenten zusammen.

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SWISSMECHANIC: Philippe Knöpfel, Sie sind das amtsälteste Mitglied des Vorstandes des Verbandes. Sie wurden an der Delegiertenversammlung von 1999 zum Vizepräsidenten für die französischsprachige Schweiz gewählt. Sie sind also in der vierten Amtsperiode und haben in dieser Zeit mit drei Präsidenten zusammengearbeitet, nämlich zuerst Heinz Schäfer, dann Peter Spuhler und nun Felix Stutz. Was hat sich in diesen Jahren bei SWISSMECHANIC alles verändert?

Philippe Knöpfel: In den vergangenen Jahren hat sich der Verband von einem mit Milizkräften geführten Berufsverband zu einem angesehenen, professionell geführten Arbeitgeber-, Berufs- und Fachverband entwickelt. Vor rund 20 Jahren übernahm Robert Welna zusammen mit einer Teilzeitsekretärin als erster festangestellter Mitarbeiter die Geschicke des Verbandes. Im Laufe der Jahre hat sich der Verband zunehmend professionalisiert, und die einzelnen Ressorts und Bereiche werden durch fachkompetente Mitarbeiter geleitet. Auch der Verband insgesamt hat sich in dieser Zeit stetig weiterentwickelt. Er hat sich neue Strukturen mit dem Vorstand, den drei Hauptkommissionen und dem Verbandsrat gegeben.

Als Vizepräsident haben Sie die Aufgabe, sich schwerpunktmässig den Anliegen der Welschen anzunehmen. Vor wenigen Jahren durfte SWISSMECHANIC mit dem GIM-CH ein gewichtiges Neumitglied in seine Reihen aufnehmen. Hat sich dieser Zuwachs mit der Aufnahme einer gesamten Region für den Verband vorteilhaft ausgewirkt?

P. Knöpfel: Ich erachte den Beitritt der Region Romandie/GIM-CH zur Dachorganisation durchaus als positiv. Die anfänglichen Schwierigkeiten, verursacht durch unterschiedliche Wertvorstellungen zwischen Deutsch und Welsch werden zunehmend durch eine sinnvolle Kooperation abgelöst. Welsche und deutschschweizerische Ideen können vermehrt durch gemeinsame Anstrengungen (wie z. B.: MECAFORMA, EKAS, usw.) zu einem für den gesamtschweizerischen Verband positiven Ganzen zusammengefügt werden. Vielleicht ergibt sich in absehbarer Zukunft sogar die Möglichkeit, auch die Unternehmen aus dem Tessin zu einer italienischsprachigen Sektion des Gesamtverbandes zu integrieren. SWISSMECHANIC muss sich als Ziel stets vor Augen halten, dass unser Verband als gesamtschweizerischer Vertreter der KMU-MEM-Branche eine Führungsrolle wahrzunehmen hat.

Es ist unbestritten, SWISSMECHANIC gehört zwar zu den führenden Berufsbildungsverbänden auf nationaler Ebene. Als Arbeitgeber- und Branchenverband hat sie aber bis heute noch nicht den gleichen Stellenwert und das Renommee erreicht wie als Berufsbildungsorganisation. Diesbezüglich fehlt vielfach auch die Unterstützung durch manche unserer Sektionen, die sich nur mit Belangen der beruflichen Grundbildung und ihrem ÜK-Zentrum auseinandersetzen.

P. Knöpfel: Es muss der SM-Dachorganisation gelingen, gemeinsam mit den Sektionen eine Strategie zu entwickeln, damit vor allem auch politische und arbeitgeberorientierte Anliegen vermehrt an der Basis diskutiert und auf kantonaler Ebene eingebracht werden. Insbesondere arbeitgeberorientierte Anliegen unserer KMU-Betriebe müssen vermehrt auf kantonaler Ebene eingebracht werden, und unsere Sektionen müssen sich vermehrt als wichtige Arbeitgeberorganisation einbringen. Unsere Botschaft auf kantonaler Ebene muss daher lauten, dass es nebst dem Primärsektor mit der Land- und Forstwirtschaft und dem wichtigen Tertiärsektor mit Banken, Versicherungen und sonstigen Dienstleistungsorganisationen immer noch einen Sekundärsektor gibt, der als produzierender Faktor eine hohe Wertschöpfung erbringt und viel zum Erhalt des Werkplatzes Schweiz beiträgt. Diese Botschaft muss in Zukunft verstärkt und gezielter durch unsere sektionalen Exponenten eingebracht werden.

Vor einigen Jahren hat die SWISSMECHANIC-Dachorganisation, der Zeit ein wenig vorauseilend, damit begonnen, den Gedanken einer Regionalisierung der teilweise doch einseitig ausgerichteten Sektionen einzubringen. Mit der Region Romandie ist ihr dies in einem ersten Schritt gelungen. Nun steht in einer zweiten Phase eine noch engere Zusammenarbeit der beiden Sektionen Bern und Biel an. Es kann sogar angenommen werden, dass der Gedanke einer Fusion der beiden Sektionen in absehbarer Zeit nicht abwegig ist. Ist der damals vorausgeplante Weg der Regionalisierung auch heute noch der richtige Weg für einen dynamischen gesamtschweizerischen Verband?

P. Knöpfel: Ich bin überzeugt, dass der damals erstmalig aufgezeigte Weg einer Regionalisierung längerfristig für unsere Organisation die richtige Entscheidung ist. Nur mit einer Regionalisierung, die auch verbunden ist mit einer gewissen Grösse der jeweiligen Region, wird es möglich sein, eine vernünftige Finanzierung zu ermöglichen. Eine Professionalisierung ermöglicht es, sich der Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder rasch, kompetent und effizient anzunehmen. Dies könnte auch ein weiterer Schritt sein, damit SWISSMECHANIC auf politischer Ebene zunehmend an Bedeutung gewinnt. Nur so können wir auf regionaler/kantonaler Ebene die Anliegen als führender Vertreter der KMU-MEM-Branche einbringen. Mit einer Professionalisierung kann der Bekanntheitsgrad auch durch den Einsatz entsprechender Kommunikationsmittel via Medien gezielt erhöht werden. Ich bin überzeugt, dass das Thema der Regionalisierung bei allen Sektionen diskutiert und vorangetrieben werden soll. Was vielleicht heute noch bei verschiedenen Sektionen beinahe ein Tabuthema ist, sollte spätestens in 5 bis 10 Jahren zu Zusammenschlüssen einzelner Sektionen zu professionell geführten Regionen münden.

Die von der Welschschweiz ausgehende Regionalisierung hat nun wie angesprochen die Sektionen Bern und Biel erfasst. Der nächste Schritt wäre der Zusammenschluss weiterer Sektionen. Wo sehen Sie die Aufgabenschwerpunkte des neuen Verbandsdirektors?

P. Knöpfel: Es muss zu den Zielen und zu den Aufgaben des neuen Direktors gehören, die begonnene Arbeit zusammen mit dem Vorstand, dem Verbandsrat und nicht zuletzt mit den Mitgliedern erfolgreich weiterzuführen. Hilfreich, besonders im Bereich der beruflichen Grundbildung, ist die Pauschalfinanzierung, die die Abgeltung der ÜK-Tage auf eine gesamtschweizerische, einheitliche Basis stellt. So würde ich es begrüssen, wenn Daniel Thévenaz die Region Romandie und die Kooperation Bern/Biel laufend genau analysiert, um allfällige Fehler rasch korrigieren zu können, damit die gemachten Erfahrungen bei der Umsetzung in neu zu definierenden Regionen im positiven Sinne eingebracht werden können.

Der Vorstand steht also weiterhin hinter der Absicht, die Regionalisierung mittelfristig voranzutreiben?

P. Knöpfel: Es bleibt das Ziel des Vorstandes, die strategischen Überlegungen einer Regionalisierung weiterzuführen. Mit der Ablösung des bisherigen Verbandsdirektors muss dem neuen Direktor jedoch genügend Zeit gegeben werden, sich in das gesamte Verbandsgeschäft einzuarbeiten. So ist für die Regionalisierung zurzeit kein exakter Zeitplan festgelegt worden.

In welche Richtung soll sich dann SWISSMECHANIC in den nächsten Jahren grundsätzlich weiterentwickeln, wo werden Schwerpunkte und Prioritäten gesetzt?

P. Knöpfel: Anlässlich der letzten gemeinsamen Tagung von Vorstand und Verbandsrat wurde bestimmt, an der bisherigen Strategie grundsätzlich festzuhalten. Es liegt nun an der neuen Geschäftsführung, dem Vorstand bis zur kommenden Sitzung Schwerpunkte und Prioritäten vorzulegen.

In den vergangenen 20 Jahren konnten Vorstand und Verbandsrat auf ein eingespieltes Team im Zentralsekretariat zählen. Auf Ende 2010 hat der bisherige Verbandsdirektor die Geschicke des Verbands SWISSMECHANIC mit dem Zentralsekretariat seinem Nachfolger, Daniel Thévenaz, übergeben. Wo muss der neue Verbandsdirektor Ihrer Meinung nach die Schwerpunkte setzen?

P. Knöpfel: Es muss sein Ziel sein, das bisherige Team für seine Anliegen zu gewinnen und die vom Vorstand und Verbandsrat festgelegten strategischen Ziele operationell umzusetzen. Dazu wünsche ich, dass er zusammen mit dem heutigen Team seine neuen Ideen umsetzen wird. <<

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