>> Endress+Hauser mit Rekordjahr
Dem tiefen Einbruch des Krisenjahrs 2009 folgte fast schon schwindelerregendes Wachstum im vergangenen Jahr: Die Endress+Hauser Gruppe meldet für 2010 neue Rekordzahlen bei Umsatz und Gewinn. Das auf Messtechnik und Automatisierungslösungen spezialisierte Unternehmen schuf zusätzliche Arbeitsplätze und investierte weltweit in sein Netzwerk für Vertrieb und Produktion.
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Die Firmengruppe steigerte 2010 den Nettoumsatz um 19,8 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro –
und glich damit nicht nur den Umsatzrückgang des Jahres 2009 aus, sondern übertraf die bisherige
Bestmarke des Jahres 2008 deutlich. „Wir haben uns schneller von den Auswirkungen der
weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise erholt als erwartet“, sagte Chief Executive Officer
(CEO) Klaus Endress an der Bilanzmedienkonferenz in Basel. „2009 wussten wir manchmal
nicht, woher die Arbeit nehmen. Im vergangenen Jahr hatten wir häufig Mühe, alle Aufträge
termingerecht abzuarbeiten“, verdeutlichte er die Dynamik dieser Entwicklung.
Die wirtschaftliche Erholung war von Jahresbeginn an spürbar. Nur wenige Märkte – darunter
Griechenland, Irland und die skandinavischen Länder – hatten hieran keinen Anteil. Das stärkste
Wachstum verzeichnete das Unternehmen in Amerika, wo sich das Geschäft mit einem Plus
von 38,2 Prozent noch kräftiger entwickelte als in Asien (28,5 Prozent). In Europa wuchsen die
Verkäufe um 12,9 Prozent, in Afrika und Nahost um 10,0 Prozent. „Als Folge der Krise haben
die aufstrebenden Märkte schneller an Bedeutung gewonnen als erwartet“, erklärte Michael
Ziesemer, Chief Operating Officer (COO).
Besondere Impulse kamen aus der Lebensmittelindustrie, für Endress+Hauser die größte Branche.
Dabei erholte sich der Anlagen- und Maschinenbau (beispielsweise Hersteller von Abfüllanlagen)
besonders rasant. Überdurchschnittlich beigetragen haben die Grundstoffindustrie –
hier profitierte etwa der Bergbau vom Hunger nach Rohstoffen – sowie die Pharmabranche.
Chemische Industrie, Öl- und Gasbranche, Metallurgie, Kraftwerkstechnik sowie Wasser-/
Abwasseraufbereitung entwickelten sich gut. Einzig die Papier- und Zellstoffindustrie blieb im
Minus.
Wechselkurse mit starkem Einfluss
Die Entwicklung der Wechselkurse schlug sich sowohl in der Erfolgsrechnung als auch in der
Bilanz nieder. Einerseits stützte der schwache Euro die Erholung der Exportindustrien in Europa.
Zudem erbrachten Geschäfte in US-Dollar, Yen, Britischen Pfund oder Schweizer Franken
entsprechend höhere Erlöse. Andererseits führte insbesondere der Wertverlust des Euro – im
Medienmitteilung 24. Mai 2011
Bilanz 2010: Rekordjahr für Endress+Hauser Seite 2/4
Jahresverlauf gab er gegenüber dem Franken um 16 Prozent nach – zu einem Netto-Fremdwährungsverlust
von 20,5 Millionen Euro. Dennoch verdoppelte Endress+Hauser nicht nur das
Betriebsergebnis (187,4 Millionen Euro, plus 123,2 Prozent), sondern auch das Ergebnis nach
Steuern (126,6 Millionen Euro, plus 114,6 Prozent). „Das beweist, dass wir unsere Kosten auch
im Aufschwung im Griff behalten und gut gewirtschaftet haben“, unterstrich Fernando Fuenzalida,
Chief Financial Officer (CFO) der Endress+Hauser Gruppe.
Da das Eigenkapital (888,5 Millionen Euro, plus 30,5 Prozent) deutlich stärker wuchs als die
Bilanzsumme (1,30 Milliarden Euro, plus 24,1 Prozent), stieg die Eigenkapitalquote nochmals
um 3,4 Punkte auf jetzt 68,3 Prozent. Die flüssigen Mittel wuchsen markant um 54,4 Prozent
auf 377,3 Millionen Euro und übertreffen die Bankdarlehen (50,5 Millionen Euro, 24,8 Prozent
weniger als 2009) mittlerweile um mehr als das Sechsfache. „Wir stellen damit sicher, dass wir
nicht auf fremde Geldgeber angewiesen sind“, betonte Fernando Fuenzalida.
Neue Arbeitsplätze, weitere Investitionen
Diese finanzielle Unabhängigkeit erlaubt dem Familienunternehmen, langfristige Ziele zu verfolgen
und den eigenen Überzeugungen treu zu bleiben. „Weil wir während der Krise kaum
Stellen abgebaut haben, konnten wir mit Einsetzen der Erholung gleich voll loslegen“, bekräftigte
Klaus Endress. 2010 wurden in kleinerem Umfang wieder Arbeitsplätze geschaffen, insbesondere
im weltweiten Vertrieb. Die Zahl der Beschäftigten in der Firmengruppe stieg um
175 auf insgesamt 8.594; in der Region Basel, in der 4.251 Menschen für Endress+Hauser arbeiten,
kamen 33 Stellen hinzu.
Weder in der Krise noch im vergangenen Jahr wurde an Forschung und Entwicklung gespart.
96,4 Millionen Euro (plus 2,5 Prozent) wandte die Firmengruppe dafür auf, 7,3 Prozent des
Umsatzes. Die Patentanmeldungen erreichten mit 219 einen neuen Höchststand. „Wir konnten
wichtige neue Produkte an den Markt und zu unseren Kunden bringen“, so Klaus Endress.
Endress+Hauser hält weltweit mehr als 4.400 „lebende“ Patente und Patentanmeldungen.
Die Investitionen in Gebäude und andere Sachanlagen sanken um 15,2 Prozent auf 57,0 Millionen
Euro. Die vergangenen Jahre waren von zahlreichen großen Bauvorhaben geprägt, die
inzwischen überwiegend abgeschlossen sind. In Stahnsdorf bei Berlin wurde eine neue Betriebsstätte
zur Fertigung von Silizium-Drucksensoren eingeweiht; im elsässischen Cernay sind
die Arbeiten am neuen Kundenzentrum des dortigen Werks für Durchflussmesstechnik abgeschlossen.
„Mittlerweile stoßen unsere Produktionsstätten schon wieder an ihre Kapazitätsgrenzen“,
führte der Firmenchef aus. Die Standorte im badischen Maulburg (Füllstand- und Druckmesstechnik)
sowie im sächsischen Waldheim (Glassensoren für die Flüssigkeitsanalyse) werden
bereits ausgebaut. Weitere Bauvorhaben – auch außerhalb Europas – sind geplant.
Weiter gestärkt werden soll auch das Netzwerk für Vertrieb und Service. Endress+Hauser Polen
weihte 2010 einen Neubau in Breslau (Wrocław) ein. Das Sales Center China nahm ein Warenverteilzentrum
in Shanghai in Betrieb. Die niederländische Vertriebsgesellschaft bezog kürzlich
ein neues Gebäude in Naarden. Endress+Hauser Thailand wird den bestehenden Sitz in Bangkok
erweitern; das Sales Center Malaysia will in ein eigenes Gebäude investieren. Die Präsenz
im Nahen Osten wurde durch ein eigenes Büro in Abu Dhabi gestärkt. In Saudi-Arabien will
Endress+Hauser gemeinsam mit einem Partner noch 2011 eine eigene Niederlassung gründen.
Glänzender Start ins neue Jahr
So gut 2010 zu Ende gegangen ist, so gut ist Endress+Hauser 2011 gestartet. Auftragseingang
und Umsatz liegen derzeit zweistellig über den guten Zahlen des Vorjahrs. Obwohl die Firmengruppe
für die zweite Jahreshälfte mit einer Abschwächung dieser Entwicklung rechnet, geht
der Finanzchef davon aus, dass das vorsichtige Ziel von 7 bis 8 Prozent Umsatzwachstum deutlich
übertroffen wird. Auch Gewinn und Eigenkapitalquote sollen weiter steigen. 88 Millionen
Euro will die Firmengruppe 2011 investieren und weltweit mehr als 600 Arbeitsplätze schaffen.
Firmenchef Klaus Endress erinnerte daran, dass weiterhin wesentliche Unsicherheiten bestehen.
Die Finanzkrise sei noch immer nicht überwunden, die Überschuldung vieler Staaten – insbesondere
auch in der Euro-Zone – stelle eine Hypothek für die Zukunft dar. Die politischen Unruhen
in Nordafrika und Nahost, aber auch Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe in Japan
hätten vor Augen geführt, dass ein Unternehmen jederzeit mit unerwarteten Ereignissen
rechnen müsse. „Wir müssen wachsam und beweglich bleiben“, mahnte Klaus Endress. „Wir
wollen weiterhin die Chancen nutzen, dürfen aber auch die Risiken nicht übersehen
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