20 Jahre Hele AG: Spezialist für präzises Fräsen und Bohren
>> Paul Hegnauer, Firmengründer und Geschäftsführer der Hele AG in Hallwil, ist Polymechaniker mit Leib und Seele. Auf nur gerade 100 Quadratmetern begann er 1990 Lohnarbeiten auf zwei Bearbeitungszentren auszuführen. Er weiss, was zählt: Ein gutes Gespür für die zu bearbeitenden Materialien.
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Seit seiner Jugend faszinieren Paul Hegnauer der Werkstoff Metall und die Möglichkeiten, es zu bearbeiten. Diese Faszination und das Know-how für die Metallbearbeitung werden in der Hele AG auch an die Lehrlinge weitergegeben. Damit die angehenden Polymechaniker mit dem Metall vertraut werden, hat die Firma eine kleine Lehrlingsabteilung mit konventionellen Maschinen eingerichtet. Bevor sie das Programmieren der CNC-gesteuerten Maschinen erlernen, müssen sie u. a. wissen, wie viel Belastung ein Bohrer verkraftet, wie schnell sich ein bestimmtes Metall erhitzt und verzieht und wie die verschiedenen Bearbeitungsschritte funktionieren. Paul Hegnauer, Firmengründer und Geschäftsführer: «Die Späne fliegen den Lehrlingen um die Ohren, wenn sie zu Beginn an herkömmlichen Maschinen Metalle bearbeiten. Nur so bekommen sie das notwendige Gespür für das Material.»
Lösungen für komplexe Spannprobleme
Was vor 20 Jahren als Zweimannbetrieb begonnen hat, entwickelte sich mittlerweile zu einem Kleinunternehmen mit zehn Angestellten. Die Hele AG hat sich auf die präzise Fertigung komplexer Werkstücke spezialisiert. An den 3- bis 5-achsigen Maschinen werden Fräs- und Bohrarbeiten ausgeführt, die nach Ideen und Lösungen rufen. Auf die Weiterentwicklung der modularen Spanntechnik legte Hegnauer von Beginn an grossen Wert. Da er auf dem Markt kein Spannmittel fand, das seinen hohen Ansprüchen genügte, nahm er die Konstruktion eines geeigneten Spannmittels selbst in die Hand. Der von ihm entwickelte und hergestellte Mehrfachspanner erlaubt das zeitsparende Einrichten über Spanndistanzen bis zu 500 Millimetern. Hegnauer: «Innovative Lösungen für komplexe Spannprobleme sind unsere Stärke. Der Kunde profitiert von unserer Erfahrung mit modularen Spannmitteln.»
Laufende Investitionen
Die Reproduzierbarkeit der gefertigten Teile durch eine lückenlose Dokumentation ist ein wichtiger Grundsatz. Um die Prozesse zu optimieren und die Qualitätsansprüche für Aussenstehende sichtbar zu machen, wurde die Firma im Jahr 2009 nach ISO 9001:2008 zertifiziert. Damit konnte zugleich dem Wunsch der Stammkunden nach einem Abschluss einer Qualitätsvereinbarung entsprochen werden.
Heute beträgt die Produktionsfläche über 600 Quadratmeter. Die Hele AG beschäftigt acht CNC-Fachkräfte, die laufend weitergebildet werden. Den Mitarbeitern stehen ein moderner Maschinenpark und drei Mastercam-Programmierplätze zur Verfügung.
Um stets auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, wird laufend investiert. Innerhalb weniger Jahre wurde der Maschinenpark stark ausgebaut und modernisiert. Im Sommer (2011) wurden zwei neue AWEA-Fräszentren in den Betrieb integriert. Ab 2006 waren eine Bearbeitungsgruppe aus zwei 5-achsigen Mazak-Variaxis-Bearbeitungszentren und ein Erowa-Roboter mit integriertem Jobmanager eingerichtet worden. Seit 5 Jahren können auf einer Mazak VTC Teile bis zu 1650 Millimetern Länge bearbeitet werden. Daneben stehen für die Bereiche Maschinenbau, Feinmechanik und Medizintechnik weitere CNC-gesteuerte, 3- und 4-achsige Anlagen zur Verfügung.
Ein Rundgang, der beeindruckt
Beim Rundgang durch die Hele AG ist man beeindruckt, welche Vielfalt an präzisen Fräsbearbeitungen in diesem Fertigungsbetrieb realisiert wird. Zeichnungen und Muster zeigen, dass hier auch anspruchsvolle Einzelteile mit Akribie gefräst werden.
Auf seine Wünsche für die Zukunft angesprochen, kommt Geschäftsführer Hegnauer auf die kleinen Losgrössen seiner Aufträge zu sprechen. Die Vielzahl an komplexen Teilen fordere seine Mitarbeiter und ihn täglich heraus und generiere wertvolles Know-how. Die Kehrseite der kleinen Bestellmengen ist offensichtlich der enorme Anstieg des administrativen Aufwandes und die notwendige Kapazität der Programmierer. Die Fertigung von Stückzahlen von 50 bis 500 würde mehr Ruhe in die Fertigung und in den geschäftlichen Alltag bringen.
Auf seine bestechenden Problemlösungen im Fräsen angesprochen, meint Hegnauer, die Kunden könnten noch mehr von seiner Erfahrung profitieren, wenn man ihn bereits in der Projektphase eines neuen Produktes zuziehen würde, denn dadurch könnte die Fertigung noch mehr vereinfacht und die Kosten gesenkt werden. <<
* Rolf Dorner ist Fachjournalist BR/SFJ und Mitarbeiter des SMM
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