Suchen

Covid-19 3D-Druck rettet Menschen in Norditalien das Leben

| Redakteur: Stefan Guggenberger

In Norditalien rettete ein Ventil aus dem 3D-Drucker mehreren Corona-Infizierten womöglich das Leben. Da Lieferketten wegen der Pandemie unterbrochen sind, fehlte auch in einem Krankenhaus in Norditalien ein wichtiges Ersatzteil auf der Intensivstation. Ein 3D-Drucker vor Ort löste das Problem.

Firma zum Thema

Ventile für ein dringend benötigtes Intensivpflegegerät wurde mithilfe eines 3D-Druckers vor Ort gefertigt und rettete so einigen Patienten womöglich das Leben.
Ventile für ein dringend benötigtes Intensivpflegegerät wurde mithilfe eines 3D-Druckers vor Ort gefertigt und rettete so einigen Patienten womöglich das Leben.
(Bild: Isinnova)

Dass der 3D-Druck eine Hilfe für die Fertigung wichtiger Teile, vor allem in der Medizintechnik darstellen kann, wurde nun schon des Öfteren diskutiert und dargestellt. Ein gutes Beispiel dafür ist dieser 3D-gedruckte Türöffner, der die Verbreitung von Viren unterbindet.

Links das Originalteil – rechts das Ventil aus dem 3D-Drucker.
Links das Originalteil – rechts das Ventil aus dem 3D-Drucker.
(Bild: Isinnova)

Die Additive Fertigung kann beispielsweise eine Rolle bei der Unterstützung industrieller Lieferketten spielen, die von den Beschränkungen der konventionellen Produktion und der Importe betroffen sind. Jedoch ist jetzt schon eine Sache klar: Die 3D-Druck-Branche kann einen schnellen positiven Effekt erzielen, wenn die Lieferkette anderweitig vollständig unterbrochen ist. Das beste Beispiel zeigt jetzt ein norditalienisches Krankenhaus, welches ein Ersatzventil für ein Reanimationsgerät benötige und der Lieferant hatte unter den derzeitigen Umständen keine Möglichkeit, dieses in kurzer Zeit zu liefern.

Unterbrochene Lieferketten sind lebensgefährlich

Eines der größten unmittelbaren Probleme, welches das Coronavirus verursacht, ist die massive Anzahl von Menschen, die intensive Pflege und Sauerstoffzufuhr benötigen, um die Infektion lange genug zu überleben, damit ihre Antikörper in der Lage sind sie bekämpfen zu können. Konkret bedeutet das, dass die einzige Möglichkeit, zu diesem Zeitpunkt – über die Prävention hinaus – Leben zu retten, darin besteht, so viele funktionierende Reanimationsmaschinen wie möglich zu besitzen und einzusetzen. Wenn diese Reanimationsmaschinen nicht mehr vorhanden sind, bzw. die Teile für die Einzelnutzung ausgehen, kann hier möglicherweise der 3D-Druck helfen.

Ein Krankenhaus in Brescia (in der Nähe einer der am stärksten von Coronavirusinfektionen betroffenen Regionen) benötigte dringend Ventile für ein Intensivpflegegerät und da der Lieferer diese nicht in kurzer Zeit zur Verfügung stellen konnte. Das Ausbleiben der Ventile wäre für Patienten dramatisch gewesen und einige Menschen hätten ohne sie möglicherweise nicht überlebt. Daher wurde die Frage in den Raum geworfen, ob es möglich sei, diese Ventile Mithilfe von 3D-Druckern zu fertigen.

Entwurf und Produktion vor Ort im Krankenhaus

Der Gründer und Geschäftsführer C. Fracassi mit Sitz in der betroffenen Region, brachte einen 3D-Drucker direkt vor Ort ins Krankenhaus, entwarf in wenigen Stunden das fehlende Teil und fing an es vor Ort zu produzieren.

Am 14. März meldete das Krankenhaus, dass das 3D-gedruckte Teil funktioniert und eingesetzt werden kann. Schon am Wochenende werden 10 Patienten beim Atmen von einer Maschine unterstützt, die ein 3D-gedrucktes Ventil verwendet. Es ist mittlerweile eine Tatsache, dass der Virus sich weltweit rapide weiter ausbreitet und Lieferketten unterbricht. Durch den Einfallsreichtum und die Designfähigkeiten von Menschen können 3D-Drucker definitiv eine helfende Hand darstellen. Ventile, Schutzkleidung, Masken oder alles, was von üblichen Lieferanten derzeit nicht zur Verfügung gestellt werden kann, könnte durch den 3D-Druck vor Ort produziert werden.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal mission-additive.de

(ID:46485053)