Firmenjubiläum Dachser Schweiz 50 Jahre Schrittmacher in der Logistik

Redakteur: Sergio Caré

Die Schweizer Tochter des international tätigen Logistikdienstleisters Dachser ist vor 50 Jahren gegründet worden. Mit ihren gelb-blauen Lastwagen liefern sie Teile und Maschinen verlässlich und pünktlich. Begonnen hat alles mit Milch- und Käsetransporten.

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(Bild: Dachser)

Wir sind im Detail informiert über jede einzelne Fracht», erklärt Urs Häner, der Managing Director European Logistics von Dachser Schweiz, und erläutert die Funktion des Strichcodes (EAN 128) auf einer transportbereiten Kiste. «Mit ihm können die exakte Position und weitere Parameter wie voraussichtliche Ankunftszeit abgefragt werden.» In der Umschlagshalle im Industriegebiet von Regensdorf nahe Zürich liegen verpackte, versandbereite Maschinen, Kartongebinde oder beladene Paletten in nummerierten Feldern zum Abtransport aufgereiht. Gabelstapler verladen die Fracht in die gelb-blauen Lastwagen mit der Aufschrift «Dachser Intelligent Logistics». Mithilfe eines digital optimierten Fahrplans werden die unterschiedlichen Frachten auf schnellstem Weg zu den Abnehmern im ganzen Land, in Europa und mit Schiffen und Flugzeugen an Ziele überall auf der Welt transportiert. Die Halle ist sauber und Hub­stapler platzieren die Fracht in die richtigen Felder.

Fracht im Taktfahrplan

Im angrenzenden Logistikzentrum sitzen Dutzende von Mitarbeitern vor ihren Bildschirmen. In der Dis­position werden alle Sendungen am Computer verfolgt, unabhängig davon, ob sie nun nach Visp oder ins norwegische Hammerfest unterwegs sind. Der Logistikdienstleister verfügt in Europa über eine Infrastruktur, die alle Regionen des Kontinents in einem Netzwerk mittels Taktfahrplan verbindet. Tritt auf dem Transportweg einer Fracht eine Unregelmässigkeit auf, greift der Dispo-Mitarbeitende ein und setzt sich mit dem Chauffeur und der zustellenden Niederlassung in Verbindung. Alle Lastwagenfahrer sind mit einem mobilen Datenerfassungsgerät ausgestattet, auf dem sämtliche Informationen zur Ladung abrufbereit sind. Im nächsten Grossraumbüro stapeln sich die Zollpapiere, ausgefüllt für jede einzelne grenzüberschreitende Sendung. Denn, trotz Digitalisierung müssen die Formulare in den Lastwagen auch auf Papier verfügbar sein.

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Es begann mit Milch- und Käsetransporten

Das Speditionsunternehmen Dachser ist 1930 in Kempten im deutschen Allgäu von Thomas Dachser mit einem einfachen Geschäftsmodell gegründet worden. Der Familienbetrieb transportierte vom bäuerlichen Allgäu Milch und Käse ins Ruhrgebiet und brachte von dort Industriegüter nach Süddeutschland. Im Aufschwung nach dem Krieg gründete das Unternehmen Niederlassungen in weiteren Ländern, 1967 auch in der Schweiz. Als Teil des expandierenden, internationalen Logistikkonzerns entwickelte die Schweizer Tochter die Geschäftsfelder European Logistics (Landfracht) sowie Air & Sea Logistics (Luft- und Seefracht) als Schrittmacher im Transportbereich konsequent weiter. Wie Häner erklärt, setzt der Logistikdienstleister seit fünfzig Jahren auf Kontinuität und Verlässlichkeit für Kunden und Belegschaft. Auch bei Konjunkturflauten muss keiner der heute 260 Mitarbeitenden in Regensdorf und den weiteren sieben Schweizer Standorten um seinen Job fürchten. «Der nächste Aufschwung kommt bestimmt», wie Optimist Häner aus Erfahrung weiss. Das Allgäuer Familienunternehmen, das heute von Bernhard Simon, dem Enkel des Unternehmensgründers, und drei weiteren Vorständen geleitet wird, ist solide aufgestellt. Auch die Schweizer Dachser-Tochter ist unabhängig von Banken und finanziert sämtliche Investitionen wie Lagerhallen, Lastwagen oder Container aus selbst erarbeiteten Mitteln.

Wichtige Drehkreuze

Kunden der Logistikfirma sind neben Grossunternehmen auch Hunderte von Schweizer KMUs. Um die Güter effizient ans Ziel zu bringen, hat Dachser in Europa Drehkreuze eingerichtet. Zum Beispiel in Saarbrücken, wo Fracht aus allen Richtungen zum Weitertransport zusammenkommt. Schweizer Fahrer transportieren die Güter aus der Schweiz zu einem der drei Dachser Eurohubs nach Überherrn bei Saarbrücken (D). Deutsche Fahrer übernehmen die Fracht und transportieren sie weiter. Ziel dieser Hubs ist eine möglichst gute Auslastung der Transportmittel und die schnellere Lieferung. Grosse europäische Flughäfen wie Frankfurt und Seefrachtterminals in Hamburg oder Antwerpen dienen als Fracht-Drehkreuze und sind wichtige Anlaufstellen für die Lastwagen und Container aus der oder in die Schweiz. Wo immer sinnvoll, werden Container mittels Ladebrücken auf die Schiene umgeladen und per Bahn über längere Distanzen zu Seehäfen oder beispielsweise durch den Gotthard-Basistunnel transportiert. «Dachser ist der Ansprechpartner für internationale Transporte», sagt Häner, «unser Logistiknetz ist heute weltweit dicht geknüpft, sodass wir in der Lage sind, auch massgeschneiderte Multi-Channel-Lösungen anzubieten.» SMM

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