Swissmechanic Delegiertenversammlung 73. Delegierten-versammlung in Davos

Redakteur: Lya Bartholet

>> Die letztmals von der Sektion Graubünden organisierte Jahresversammlung fand 1994 in Laax statt. Für die 73. Ordentliche Delegiertenversammlungwurde vom Organisationskomitee unter der Leitung von Beda Capol Davosgewählt, und es gelang ihm, mit dieser Wahl wohl eine der stimmungsvollsten Delegiertenversammlungen der vergangenen 20 Jahre umzusetzen. Bestimmt hat auch das herrliche, beinahe spätsommerliche Wetter einen grossen Teilzum Gelingen beigetragen.

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(Bild: Swissmechanic)

Die Talstation der Parsennbahn in Davos-Dorf war Ausgangspunkt des traditionellen Freitagprogramms für Delegierte, Gäste und Funktionäre der diesjährigen Delegiertenversammlung von Swissmechanic. In wenigen Minuten wurden die Teilnehmenden mit der Parsennbahn auf das Weissfluhjoch befördert. Vorbei am Lawinenforschungsinstitut und einigen letzten Schneeflecken, erreichte man das Panoramarestaurant auf dem berühmten Ausflugs- und Skifahrerberg. Die rund 140 angereisten Delegierten, Gäste und Funktionäre schätzten das ungezwungene Beisammensein im gemütlichen Restaurant mit herrlichem Blick auf die umliegende verschneite Bergwelt. Verbunden mit einem feinen, mit einigen Bündner Spezialitäten garnierten Nachtessen sowie mit dem dazu gehörenden Bündner Rotwein, liess man es sich wohl ergehen. Das vom ehemaligen Verbandsdirektor organisierte Quiz durfte auch in diesem Jahr nicht fehlen. Bald hiess es wieder Abschied nehmen, und mit dem Bähnchen ging es talwärts Richtung Hotel Schweizerhof in Davos Platz. Die Hotelbar wurde anschliessend von den durstgeplagten Teilnehmern im Sturm erobert, und man nahm den gemütlichen Ort zum Anlass für die unterschiedlichsten Diskussionen, bis der Grad an notwendiger Bettschwere erreicht wurde.

Frühprogramm mit Besichtigung des AO-Forschungsinstitutes

Das AO-Forschungsinstitut wurde ursprünglich als Verein für das Studium der Osteosynthese (AO) in 1959 als Labor für experimentelle Chirurgie gegründet. Das privat finanzierte Forschungsinstitut ist Teil der globalen AO-Stiftung. Die Forschung am Institut zielt u.a. darauf ab, praktische chirurgische Probleme bezüglich Umgang mit Frakturen und degenerativen Erkrankungen zu lösen. Es betreibt Grundlagenforschung und praktische Forschungsarbeiten in den Bereichen Mechanik, Biologie, Materialwissenschaften, Biochemie und Molekularbiologie. Diese bilden die Grundlage für neue Implantate und Verfahren.

Unter der Leitung des Vorstandsmitglieds der Sektion Graubünden und Leiter der Ausbildungsstätte am AO-Forschungsinstitut, Erich Zweifel, waren es über 80 Teilnehmende, die mehr über die «Geheimnisse» des Institutes in Erfahrung bringen wollten. Es war beeindruckend, festzustellen, wie viele Ersatzteile (Implantate) für den menschlichen Körper bereits zur Verfügung stehen. Dass ein Grossteil dieser Implantate und chirurgischen Hilfsmittel auf der Grundlage der mechanisch-technischen Fertigung entwickelt werden, lässt den manchmal leicht veraltet anmutenden Slogan «Ohne Mechanik lauft nüt» aufwertend wieder ins richtige Licht stellen!

Begleitprogramm zum Kirchner Museum

Mehr als 40 Personen wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, das Kirchner Museum zu besuchen. Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) lebte von 1918 bis zu seinem Tod 1938 in Davos. Davos und seine Umgebung inspirierten ihn zu einer grossen Anzahl bedeutender Werke. Nach dem Museumsbesuch gab es für die Teilnehmenden des Begleitprogramms noch Kaffee und Kuchen im Café Klatsch, das weitherum bekannte In-Café in Davos.

Gala-Abend im Hotel Morosani-Schweizerhof

Nach der lockeren Wild-West-Stimmung während der Country-Night des vergangenen Jahres war dieses Jahr Abendgarderobe angesagt. Begleitet von Klängen der Jugendmusik Davos, traf man sich zum Apéro, um anschliessend im gediegenen Festsaal des Hotels Morosani-Schweizerhof den Fortgang des Abends zu geniessen. Das feine Dinner wurde umrahmt von sanfter Musik und einer kurzen humoristischen Show-Einlage eines Bündner-Komikers. Nach einem feinen Dessert liessen sich einige Unentwegte nicht davon abbringen, die zu viel angehäuften Kalorien durch ein feines Tänzchen in Ehren wieder abzubauen. Dank der guten Stimmung war auch nach Mitternacht noch wenig von Aufbruch zu spüren oder man traf sich zur Fortsetzung der begonnenen Gespräche in den bequemen Sesseln von Bar und Lounge wieder.

Sonntag – freie Fahrt auf alle Berggipfel

Als sympathische Zugabe offerierte das OK zusammen mit dem Hotel die Möglichkeit, am Sonntag sämtliche Bergbahnen zur freien Fahrt zu benutzen. Dank dem herrlichen Wetter profitierte man von dieser Gelegenheit auch rege, und so traf man auf allen Bergspitzen, Wanderwegen und insbesondere in den entsprechenden Ausflugsrestaurants auf eine grosse Zahl an mehr oder weniger ausgeschlafenen «Swissmechanic-ern».

Statutarischer Teil der 73. Ordentlichen Delegiertenversammlung

Begrüssung und Eröffnung

Nach den Begrüssungsworten des Präsidenten der organisierenden Sektion Graubünden, Markus Vils, wurde das Referat von Andreas Wieland, CEO der Firma Hamilton, Bonaduz, mit grossem Interesse aufgenommen. In klaren und verständlichen Worten zeigte er am Beispiel seiner letzten China-Reise auf, wie sich für ein international tätiges Unternehmen (Mitglied von Swissmechanic) die Folgen der Globalisierung und des starken Schweizer Frankens auswirken. Eindrücklich schilderte er, mit welcher Dynamik speziell China sich in den vergangenen Jahren zu einer der grössten Industrienationen weiterentwickelt hat. Er wies aber auf die eigenen Chancen hin, wie sich auch ein mittelgrosses Unternehmen dem härter werdenden Markt dank Innovation, Rationalisierung und nicht zuletzt durch eine permanente Aus- und Weiterbildung von Lernenden und Mitarbeitenden erfolgreich behaupten kann.

Anschliessend eröffnete Verbandspräsident Felix Stutz den offiziellen Teil der 73. Ordentlichen Delegiertenversammlung. Anwesend waren 98 Stimmberechtigte und 18 Gäste und Funktionäre.

Jahresbericht des Präsidenten

Ergänzend zum gedruckten Jahresbericht 2011 äusserte sich der Präsident zur Frankenstärke, ein Thema, das im vergangenen Jahr erneut die Verbandsmitglieder beschäftigte. Nach dem Wunschdenken nach einer Abschwächung müsse man heute froh sein, wenn der Kurs von Fr. 1.20 noch über eine längere Zeit gehalten werden könne. Dies insbesondere, da doch über 40 Prozent des Umsatzes der Verbandsmitglieder direkt im Exportgeschäft erzielt werden.

Sorgen bereitete ihm auch die in den EU-Ländern grassierende hohe Arbeitslosenrate, insbesondere die in einigen Ländern extrem hohe Jugendarbeitslosenrate von bis zu 50 Prozent. Bestimmt trage auch unser duales Bildungssystem nicht unwesentlich dazu bei, dass in der Schweiz, trotz angespannter wirtschaftlicher Situation, die Arbeitslosenrate sehr tief gehalten werden könne. Präsident Stutz wies darauf hin, dass der Verband mit seinen Quartalsumfragen bei den Mitgliedern ein möglichst genaues Bild über die Wirtschaftslage und deren Tendenzen erhalten möchte. Dazu forderte er sie auf, sich regelmässig an diesen Umfragen zu beteiligen.

Er appellierte an die Delegierten, mitzuhelfen, dass Swissmechanic als einheitliche Marke für alle nach aussen auftritt. Angesprochen wurde auch eine unausweichliche Beitragserhöhung in den kommenden Jahren. Diese wurde übrigens bereits an der Delegiertenversammlung im Jahre 2007 in Weinfelden vom ehemaligen Verbandsdirektor für das Jahr 2014 prognostiziert.

Jahresrechnung knapp positiv

Bei Einnahmen von Fr. 5 996 722.27 (KMU 3 297 139.31) und Ausgaben von Fr. 5 981 271.81 (KMU 3 281 688.85) schloss die Jahresrechnung mit einem Reingewinn von Fr. 15 450.46 (Budget Fr. 50 000.–) ab.

Budget 2013 rot, anstatt mit einer schwarzen Null

Das auf der Basis der mittelfristigen Finanzplanung erstellte Budget für das Jahr 2013 sah noch eine ausgeglichene Rechnung vor. Das verfeinerte und überarbeitete definitive Budget für das Jahr 2013 sieht leider ein Defizit von Fr. 44 450.– vor.

Verbandsaufgaben

Auch das Berichtsjahr 2011 brachte wiederum eine Fülle von Aufgaben, die im Zentralsekretariat und in den Hauptbereichen erledigt werden mussten. Roland Stoll, Leiter Bildung, und Roland Frick, Leiter Administration, berichteten über erledigte, laufende und anstehende Projekte. Auch die drei Hauptkommissionspräsidenten informierten die Delegierten und Gäste über ihre Arbeit zu Gunsten des Verbandes.

Ersatzwahlen

In den Verbandsrat

Als Ersatz der bisherigen Sektions- oder Branchenpräsidenten werden neu in den Verbandsrat aufgenommen:

  • Christian Märki, Sektion Aargau
  • Martin Spöring, Sektion Zentralschweiz
  • Christian Stein, Forum Blech

In die Wirtschaftskommission

  • Interimistisch übernimmt Heinz Müller, Präsident der Politischen Kommission, nach dem Ausschieden des bisherigen Präsidenten Oliver Müller auch die Aufgaben eines Vorsitzenden der Wirtschaftskommission.
  • Dominique Pillonel, GIM-CH, als Mitglied

In die Politische Kommission

Verstärkt wird die Politische Kommission mit

  • Roland Goethe, Sektion Glarus
  • Mathias Kohler und Christian Hadorn, beide Kanton Bern.

Oliver Müller, neuer Verbandsdirektor

Wie bereits in der Verbandszeitschrift SM 11/2012 informiert, wurde Oliver Müller als Nachfolger von Robert Z. Welna respektive Daniel Thévenaz von Vorstand und Verbandsrat zum neuen Verbandsdirektor gewählt. Er übernimmt sein Amt offiziell per 1.1.2013.

Neues Organisationsreglement

Das seit einigen Jahren nicht mehr angepasste Organisationsreglement wurde überarbeitet und übernimmt die notwendigen Korrekturen bezüglich Organisationsstrukturen und Verantwortlichkeiten.

Neues Ehrenmitglied Robert Z. Welna

Auf Vorschlag des Vorstandes und des Verbandsrates wählten die Delegierten Robert Z. Welna zum neuen Ehrenmitglied des Verbandes. Der Geehrte war während rund 20 Jahren Direktor des Verbandes Swissmechanic (siehe Kasten).

Nächste Delegiertenversammlung auf dem Bodensee

Die 74. Ordentliche Delegiertenversammlung wird von der Dachorganisation unter der Projektleitung von Robert Z. Welna erstmalig auf einem Schiff auf dem Bodensee, der MS Sonnenkönigin, durchgeführt.

Zum Abschluss bedankt sich Verbandspräsident Felix Stutz bei den Delegierten für die Teilnahme sowie bei seinen Vorstandskollegen und den Mitarbeitern der Dachorganisation für ihre kompetente Arbeit während des Berichtsjahrs. Speziell bedankt er sich auch nochmals bei der Sektion Graubünden für die tadellose Organisation und Durchführung der 73. Ordentlichen Delegiertenversammlung. <<

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