ABB hat am 8. Oktober 2025 angekündigt, dass das Unternehmen eine Vereinbarung zum Verkauf ihrer Robotics-Division an Softbank Group Corp. für einen Unternehmenswert von 5,375 Milliarden US-Dollar unterzeichnet hat.
ABB Hauptsitz in Zürich.
(Bild: ABB)
ABB wird damit den ursprünglich beabsichtigten Spin-off des Geschäfts als eigenständig kotiertes Unternehmen nicht weiterverfolgen. Die Transaktion unterliegt der Zustimmung der Behörden und weiterer üblicher Abschlusskonditionen. Der Abschluss wird Mitte bis Ende 2026 erwartet.
Peter Voser, Verwaltungsratspräsident von ABB, sagte: «Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung haben Softbanks Angebot sorgfältig geprüft und dem ursprünglich geplanten Spin-off gegenübergestellt. Es widerspiegelt die langfristigen Stärken des Robotikgeschäfts und der Verkauf wird unmittelbar Wert für die Aktionärinnen und Aktionäre von ABB schaffen. ABB wird den Verkaufserlös aus der Transaktion gemäss ihren bewährten Grundsätzen der Kapitalallokation verwenden. Unsere Ambitionen für ABB bleiben unverändert: Wir werden weiterhin auf unsere langfristige Strategie fokussieren, basierend auf unserer führenden Rolle in den Bereichen Elektrifizierung und Automatisierung.»
ABB CEO Morten Wierod ergänzte: «Softbank wird ein hervorragendes neues Zuhause für das Geschäft und seine Mitarbeitenden sein. ABB und Softbank teilen die Einschätzung, dass die Welt vor einer neuen Ära von KI-basierter Robotik steht, und dass die Division und Softbank mit dessen Robotikangebot diese Ära gemeinsam am besten gestalten können. ABB Robotics wird von der Kombination ihrer führenden Technologie sowie ihrer umfassenden Branchenexpertise und Softbanks Fähigkeiten in modernster KI, in der Robotik und im Computing der nächsten Generation profitieren. Dies ermöglicht es, das Geschäft zu stärken und seine Position als ein Technologieführer in diesem Bereich auszuweiten.»
Masayoshi Son, Chairman und CEO von Softbank Group Corp, sagte: «Für Softbank ist physische KI die Zukunft. Gemeinsam mit ABB Robotics bringen wir weltweit führende Technologie und Talente im Sinne einer gemeinsamen Vision von künstlicher Superintelligenz und Robotik zusammen – um wegweisende Entwicklungen und damit die Menschheit voranzubringen.»
Sami Atiya verlässt ABB
Im Rahmen der geplanten Veräusserung der Robotics-Division wird Sami Atiya den Carve- Out-Prozess als strategischer Berater begleiten.
(Bild: ABB)
Sami Atiya, Leiter des Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation sowie Mitglied der Konzernleitung, wird das Unternehmen im Einklang mit der angekündigten Veräusserung der Robotics-Division an die SoftBank Group bis Ende 2026 verlassen. Im Rahmen der geplanten Veräusserung wird ABB den Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation im vierten Quartal 2025 auflösen und künftig mit drei Geschäftsbereichen operieren. Sami Atiya wird zum Jahresende 2025 aus der Konzernleitung ausscheiden und die Robotics-Division sowie den Carve-Out-Prozess 2026 als strategischer Berater unterstützen.
ABB-CEO Morten Wierod sagte: «Seit seinem Eintritt bei ABB vor fast zehn Jahren hat Sami eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unseres Robotikgeschäfts gespielt. Die Aktivitäten reichen nun von Industrierobotern bis hin zu hochmodernen kollaborativen und autonomen mobilen Robotern – unterstützt durch einige der fortschrittlichsten Software- und KI-Lösungen. Er hat massgeblich dazu beigetragen, künstliche Intelligenz bei ABB als wichtigen Treiber der Wertschöpfung für unsere Kunden und andere Stakeholder zu etablieren. Wir danken Sami für seinen herausragenden Beitrag zum Erfolg unseres Unternehmens und wünschen ihm für seine berufliche und persönliche Zukunft alles Gute.»
Sami Atiya ergänzte: «Es war mir eine Ehre, ABB zu dienen, und ich möchte unseren Mitarbeitenden sowie Kunden für die enge Zusammenarbeit seit meinem Eintritt danken. Ich bin überzeugt, dass unser Robotikgeschäft mit der Übernahme durch Softbank in besten Händen sein wird und eine Wachstumsplattform entsteht, die von den zahlreichen Chancen in der Automatisierung und künstlichen Intelligenz profitieren wird, die wir in vielen Branchen und Regionen beobachten.»
ABB Robotics ist eine der weltweit führenden Anbieter ihrer Branche und steht im Zentrum zukünftiger Automationstrends. Die geschäftlichen und technologischen Synergien zwischen dem Robotikgeschäft und den verbleibenden ABB-Geschäftseinheiten sind begrenzt, mit unterschiedlichen Nachfrage- und Marktcharakteristiken. Die Division ABB Robotics beschäftigt rund 7000 Mitarbeitende. 2024 erzielte sie einen Umsatz von 2,3 Milliarden US-Dollar und steuerte damit etwa 7 Prozent des Konzernumsatzes von ABB bei. Die operative EBITA-Marge belief sich auf 12,1 Prozent.
Vor dem Hintergrund der Vereinbarung wird ABB ihre Berichtsstruktur anpassen und zu drei Geschäftsbereichen übergehen. Ab dem vierten Quartal 2025 wird die Robotics-Division als «nichtfortgeführte Aktivitäten» ausgewiesen. Gleichzeitig wird die Division Machine Automation, die heute zusammen mit der Robotics-Division den Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation bildet, Teil des Geschäftsbereichs Prozessautomation. Bei Abschluss wird die Devestition zu einem nicht-operativen Buchgewinn vor Steuern von rund 2,4 Milliarden US-Dollar mit einem erwarteten Barerlös nach Transaktionskosten von rund 5,3 Milliarden US-Dollar führen. Die im Zuge der Devestition erwarteten Separationskosten betragen ungefähr 200 Millionen US-Dollar, wovon die Hälfte bereits im Ausblick 2025 enthalten sind. Die von ABB aktuell beste Schätzung des mit der Transaktion verbundenen Steuergeldabflusses in Bar in Bezug auf den lokalen Business Carve-out liegt im Bereich von 400 bis 500 Millionen US-Dollar.
Stand vom 30.10.2020
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