Messe Rapid.Tech in Erfurt: Starkes Wachstum bei Additive Manufacturing

Additiv fertigen im Mittelpunkt

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Konrad Mücke

Dr. Dominik Ritzel, Leiter Additive Manufacturing Center der BMW Group, Fachabteilung Nichtmetalle: «AM on the road».
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Dr. Dominik Ritzel, Leiter Additive Manufacturing Center der BMW Group, Fachabteilung Nichtmetalle: «AM on the road». (Bild: Messe Erfurt, Schmied)

Im fünfzehnten Jahr wächst die internationale Fachmesse und Konferenz für additive Technologien Rapid.Tech und FabCon 3.D in Erfurt überdurchschnittlich. Sie wird begleitet von Impulsvorträgen vom Erfinder des FDM-Verfahrens und von Anwendern aus der Automobil- und der Rohstoff-Industrie.

Die internationale Messe und Konferenz für additive Technologien Rapid.Tech und
FabCon 3.D vom 5. bis 7. Juni in Erfurt befindet sich auf dem Weg zu Bestwerten. Voraussichtlich werden fast 20 Prozent mehr Aussteller ihre Produkte und Leistungen auf mehr als 30 Prozent zusätzlicher Fläche gegenüber der letztjährigen Messe vorstellen, zu der 4800 Fachbesucher und Kongressgäste sowie 207 Aussteller aus 13 Ländern kamen.

«Diese Entwicklung ist ein Indiz dafür, dass sich die additive Fertigung weiter auf dem Vormarsch befindet und dass Erfurt der richtige Platz ist, um das Neueste dieser Zukunftstechnologie zu präsentieren. Wir haben, unterstützt von führenden Experten aus Industrie und Forschung in unserem Fachbeirat, sehr früh auf dieses Thema gesetzt und sind mit Konstanz und Beständigkeit seit dem Jahr 2004 zu einer ersten Adresse für Aussteller, Besucher und Kongressteilnehmer gewachsen. Erfurt kann sich mit Fug und Recht für drei Messetage als Hauptstadt des 3D-Drucks bezeichnen. Dort trifft sich die AM-Familie zum Wissens- und Erfahrungsaustausch. Das wird auch zur fünfzehnten Auflage der Messe so sein», betont Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH.

Breit gefächertes Vortragsprogramm

Neben attraktiven Ausstellerangeboten sorgt einmal mehr ein Konferenzprogramm mit hochkarätigen Impulsvorträgen für eine attraktive Messe. Renommierte Erfinder und Anwender des 3D-Drucks aus unterschiedlichen Industriebereichen geben in Keynotes Einblicke in aktuelle und zukünftige Entwicklungen und zeigen die Anwendungsbreite von Additive Manufacturing (AM) auf. Mit seinem Referat eröffnet Dr. Dominik Ritzel am 5. Juni 2018 das Programm. Er promovierte zu Werkstoffverhalten und Prozessanalyse beim Lasersintern von Thermoplasten. Heute leitet er im Additive Manufacturing Center der BMW Group die Fachabteilung Nichtmetalle und ist dort für die F&E-Aktivitäten, den Prototypenbau sowie die Serienproduktion mit dem Verfahren AM verantwortlich. In Erfurt zeigt er in seinem Vortrag «AM on the road» auf, wie beim baye­rischen Automobilhersteller mit Hilfe einer strategischen Roadmap an der Serienbefähigung additiver Fertigungsverfahren gearbeitet wurde und wird. Dabei beabsichtigen die Experten, keine «Showcases» zu generieren, sondern stets die verfahrensspezifischen Vorteile zu nutzen, um zum Beispiel bei Kleinserien aufwendige Werkzeuge zu substituieren, Produkte zu individualisieren sowie Bauteile für die Serie verfahrens- und belastungsgerecht auszulegen.

Pioniere innovativer Technologie

Am zweiten Veranstaltungstag beginnt einer der Pioniere des 3D-Drucks, Scott Crump, das Vortragsprogramm. Crump ist der Erfinder der Fused-­Deposition-­Modeling-(FDM-)Technologie (Schmelzschichtung). Dieses Verfahren nutzen heute etwa 90 Prozent aller 3D-Drucker weltweit. Gemeinsam mit seiner Frau Lisa hat Crump im Jahr 1989 das Unternehmen Stratasys gegründet und zu einem international führenden Anbieter von 3D-Druck-Lösungen für Branchen von A wie Automotive bis Z wie Zahnmedizin aufgebaut. Als Chief Innovation Officer fokussiert sich Scott Crump auf das Entwickeln, Fördern und Umsetzen neuer Ideen, mit denen Kunden maximale Freiheit beim Design und höchste Flexibilität bei der Produktion verwirklichen können. Aktuelle Beispiele unterschiedlicher Applikationen wird er in Erfurt vorstellen und zudem über die zukünftige Ausrichtung von Stratasys und des Additive Manufacturing insgesamt sprechen.

Die Potenziale der additiven Fertigung für die Erdöl- und die Erdgasbranche beleuchtet der Keynote-Vortrag von Christoph Wangenheim am 7. Juni 2018. Der diplomierte Maschinenbauingenieur hat die additive Fertigung federführend beim GE-Unternehmen Baker Hughes an den Standorten in Houston, USA, und Celle, Deutschland, aufgebaut. Er leitet seit dem Jahr 2016 den Bereich AM in Celle für die Produktlinie Drilling Services. Christoph Wangenheim wird unter anderem aufzeigen, dass das Equipment für die Erdöl- und die Erdgasindustrie neben Festigkeit und Zuverlässigkeit höchste Beständigkeit hinsichtlich Abrasion, Erosion und Korrosion aufweisen muss. Er wird berichten, welche additiven Verfahren und Werkstoffe diese Forderungen erfüllen.

Branchenspezifische Foren

Neben den Keynotes hält das Programm der Kongressmesse weitere Höhepunkte bereit. Zusätzlich gibt es in diesem Jahr das Fachforum Recht am 5.Juni sowie das Fachforum Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik am 6. und 7. Juni. Darüber hinaus finden weitere bewährte Tagungen und Foren statt. Das betrifft unter anderem die Anwender­tagung und die AM-Science am 6. und 7. Juni sowie die Fachforen Additive Lohnfertigung, Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau, Konstruktion, Auto­mobil­industrie (alle am 5. Juni), 3D-gedruckte Elektronik & Funktionalität und 3D Metal Printing (am 6. Juni) sowie Luftfahrt am 7. Juni. Die 3D-­Druck-­Community trifft sich erneut an allen drei Tagen zur 3D Printing Conference. Beim Start-up-Award werden wieder die innovativsten Gründer und bei der 3D Pioneers Challenge die besten Designideen herausgestellt. SMM

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