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Weiterentwicklung des Verfahrens
«Die Grundlage des bei uns eingesetzten Verfahrens haben wir von einer Firma übernommen, die daran kein Interesse mehr hatte», verrät C. Stalder. Dieses Unternehmen hatte das Verfahren ursprünglich vorrangig für die Behandlung eigener Produkte entwickelt. Nach einem Besitzerwechsel verlor man vor einigen Jahren das Interesse an einer weiteren Fortführung und suchte einen qualifizierten Interessenten, der bereit war, die Technologie sowie den vorhandenen Kundenstamm zu übernehmen. Nach intensiver Beschäftigung mit den Grundlagen habe man sich bei Stalder entschlossen, in das Verfahren einschliesslich des erforderlichen Know-hows zu investieren.
Mit der Produktion begann man im Januar 2015. Seither habe man das Verfahren dank der im Hause vorhandenen Qualifikation z. B. bezüglich der optimalen Analyse und Führung der Bäder weiterentwickelt. Zugleich wurden die Kundenbeziehungen durch Verbesserungen im Bereich Qualitätssicherung, Termintreue und Kommunikation grundlegend verbessert. So habe man den bisherigen Kundenstamm nicht nur halten, sondern mittlerweile bereits merklich ausweiten können. Die Kunden sitzen überall in Europa.
Alle Eloxalfarben darstellbar
«Mit unserem Verfahren können wir die gesamte Palette der für das Eloxieren marktüblichen Farben darstellen», freut sich C. Stalder. Besonders gefragt sind nach seiner Erfahrung die Farben Silber bzw. Farblos sowie Schwarz. Darüber hinaus steht natürlich auch die gesamte Palette des Spektrums von leuchtendem Rot, Blau, Gelb oder Grün usw. bis hin zu Sonderfarbtönen zur Verfügung.
Die Behandlung erfolgt beim Trommelanodisieren vom Prinzip her wie beim klassischen Eloxieren, nur eben ohne Vereinzelung. Die in passenden Behältern angelieferten Bauteile werden zunächst gereinigt und poliert, bevor sie im Trommelanodisierprozess ihre Eloxalschicht erhalten. Danach werden sie in einem separaten Bad mit der gewünschten Färbung versehen. Die Verdichtung bzw. Versiegelung der Eloxalschicht erfolgt in üblicher Weise mit heissem Wasser. Den Abschluss bildet – falls vom Kunden gewünscht – eine Beschichtung mit Wachs, das der Oberfläche nicht nur einen ansprechenden Glanz verleiht, sondern auch die Gleiteigenschaften für nachfolgende Verarbeitungsprozesse verbessert.
Der gesamte Prozessdurchlauf erfolgt sehr schnell: Zwischen Empfang und Versand der Teile vergehen meist nur zwischen einem und drei Tagen. Die Grösse der Fertigungslose bewegt sich in der Regel zwischen einigen 1000 und einigen 10 000 Stück pro Auftrag. Von manchen Komponenten laufen im Jahr zweistellige Millionenstückzahlen durch.
Qualitätssicherung
«Bei der Weiterentwicklung des Verfahrens haben wir auch die Qualitätssicherung auf ein neues Niveau gehoben», verrät C. Stalder. Hauptursache für Ausschuss sind kleinere Defekte der Eloxalschicht an den Berührungspunkten der Teile, weil sich dort die Schicht nicht so sauber ausbildet wie in den übrigen Bereichen. Aus diesem Grund eignet sich der Prozess – wie bereits erwähnt – auch nur bedingt für flächige Bauteile. Da es solche Berührungspunkte bei Schüttgut grundsätzlich immer gibt, wird mit dem jeweiligen Kunden vorher abgeklärt, wieweit bzw. in welchen Bereichen des Teils solche Fehlstellen tolerierbar sind. Aus der entsprechenden Diskussion ergibt sich auch, wie die gegebenenfalls gewünschte Qualitätsprüfung durchzuführen ist und welche Ausschusskriterien gelten.
Das Verfahren zeichnet sich durch eine hohe Prozesssicherheit aus. In vielen Fällen wie z. B. bei Schrauben oder Hohlnieten spielen die meist kleinen «Stippen» sowieso nur dann eine Rolle, wenn sie sich in Bereichen befinden, die sich nach dem Einbau noch im Sichtbereich befinden. Die Qualitätskontrolle kann entweder manuell anhand von Musterteilen oder automatisiert mithilfe von Systemen zur gerichteten Zuführung und Kameras erfolgen.
Je nach Teilegeometrie und Vorgaben liegen die Ausschussquoten erfahrungsgemäss zwischen 0,5 und 20 Prozent. Bei höheren Prozentsätzen können Reparaturdurchläufe vereinbart werden, wofür die aufgebrachte Eloxalschicht zunächst abgebeizt wird. Anschliessend durchlaufen die Teile erneut den Beschichtungsprozess. Da diese Sequenz je nach Vereinbarung auch mehrfach durchgeführt werden kann, lassen sich so die Rest-Ausschussquoten erheblich reduzieren. SMM
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