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Eloxieren Alu-Kleinteilserien schnell und günstig eloxieren

| Autor / Redakteur: Klaus Vollrath / Luca Meister

Durch das galvanische Eloxal-Verfahren kann die Dicke der Aluminium-Schutzschicht etwa um den Faktor 1000 verstärkt werden. Das oft auch als «Anodisieren» bezeichnete Verfahren zum Oberflächenschutz ist weit verbreitet und schützt die Bauteile sehr dauerhaft vor Umwelteinflüssen.

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Vollautomatische Gestell-Elektropolieranlage für Kleinteile.
Vollautomatische Gestell-Elektropolieranlage für Kleinteile.
(Bild: Stalder)

Aluminium verdankt seine hohe Korrosionsbeständigkeit der Tatsache, dass sich das Metall bei Kontakt mit dem Luftsauerstoff mit einer dünnen, fest haftenden Schicht aus hartem Aluminiumoxid (Al2O3) überzieht. Diese reaktionsträge und sehr dauerhafte Schicht ist für Sauerstoff undurchlässig und schützt das Metall zuverlässig vor Korrosion. Dank dem galvanischen Eloxal-Verfahren wird die Dicke der Aluminium-Schutzschicht nicht nur verstärkt, sondern lässt sich zudem in zahlreiche lebhafte Farbtöne vom natürlichen Silberton des unbehandelten Aluminiums bis zu Tiefschwarz einfärben.

«Bei den üblichen Eloxierverfahren müssen die Bauteile einzeln auf elektrisch leitende Gestelle gesteckt bzw. gehängt werden», erläutert Cedric Stalder, Vorarbeiter Trommelanodisieren der Stalder Finish AG in Engelburg. Dies bedingt einen vergleichsweise hohen Personalaufwand und entsprechende Kosten. Auf das Kilo Material bezogen liegen diese ausserdem umso höher, je kleiner die Bauteile sind, weil der Personalaufwand pro Stück und nicht pro Gewicht anfällt. Hinzu kommen Investitionskosten für die Gestelle, da diese in der Regel auf die jeweils zu behandelnden Bauteile hin ausgelegt werden müssen. Weiterer Nachteil ist der vergleichsweise schlechte Nutzungsgrad der teuren Eloxalanlagen, da die Verwendung der Gestelle die Packungsdichte erheblich begrenzt. Dies limitiert den möglichen Durchsatz pro Quadratmeter Standfläche. Mehr Durchsatz würde entsprechend höhere Aufwendungen für umbauten Raum sowie bezüglich der Beschaffungskosten für grössere Anlagen erfordern. Letztlich führt dies dazu, dass es je nach Teileart Untergrenzen für die Bauteilgrösse gibt, ab denen die Wirtschaftlichkeit einer Eloxalbehandlung nicht mehr gegeben ist.

Trommelanodisieren als Alternative

«Für dieses Marktsegment bieten wir jetzt mit dem Trommelanodisieren eine hoch interessante Alternative an, welche die Eloxalbehandlung von Kleinteilen als Schüttgut ermöglicht», ergänzt C. Stalder. Im Unterschied zum sonst üblichen Procedere müssen die Teile hierfür nicht vereinzelt und auf Gestelle gesteckt werden, sondern können direkt als Schüttgut in trommelförmige Behältnisse gegeben und darin dann behandelt werden. Dadurch ist es möglich, grosse Stückzahlen in kurzer Zeit zu beschichten. Das Verfahren eignet sich daher ganz besonders für kleinformatige Massenteile in grösseren Stückzahlen bis hin zu Grösstmengen z. B. aus den Bereichen Verschraubungen, Nieten oder Befestigungsmaterial. Bezüglich der Bauteilform sind gewisse Beschränkungen zu beachten. Während runde, zylindrische oder geometrisch komplexer geformte Bauteile in der Regel gut verarbeitet werden können, kann es bei flachen Teilen wie z. B. Blechstanzteilen oder sonstigen Komponenten mit grösseren ebenen Flächen zu Problemen kommen, weil der Schichtaufbau an solchen Stellen, wo die Teile flächig aufeinanderliegen, gestört wird.

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