Vielseitige Grossteilebearbeitung Anspruchsvolle Zerspanung grosser Bauteile

Von Klaus Vollrath

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Zerspanungsdienstleister für Grossteile von etwa 12–15 Tonnen brauchen robuste und präzise Maschinen, die vielseitig einsetzbar sind. Nach positiven Erfahrungen mit einer MTE-Bettfräsmaschine hat sich Geilenberg Zerspanungstechnik für eine weitere Anlage dieses Herstellers entschieden.

Die neue, lineargeführte Bettfräsmaschine KT 4700 von MTE mit einer Heidenhain-Steuerung TNC 640 und einem 4200 mm langen Aufspanntisch mit seitlich integriertem Drehtisch von 1400 x 1600 mm.(Bild:  Klaus Vollrath)
Die neue, lineargeführte Bettfräsmaschine KT 4700 von MTE mit einer Heidenhain-Steuerung TNC 640 und einem 4200 mm langen Aufspanntisch mit seitlich integriertem Drehtisch von 1400 x 1600 mm.
(Bild: Klaus Vollrath)

«Wir sind Lohnfertigungsdienstleister für eine ganze Reihe anspruchsvoller Kunden aus den Bereichen Maschinenbau, Abwassertechnologie, Verpackungsmaschinenherstellung und Luft- und Raumfahrt», erläutert Dipl.-Wirt.-Ing. Dipl.-Ing. Bernd Geilenberg, Inhaber der Geilenberg Zerspanungstechnik GmbH & Co. KG in Nümbrecht, ein Kurort in Nordrhein-Westfalen in Deutschland. Zu den Kunden des nach ISO 9001:2015 zertifizierten Unternehmens gehört unter anderem auch ein bedeutender Zulieferer der Luft- und Raumfahrtindustrie. Grossen Wert legt das Unternehmen auf aussergewöhnliche Flexibilität mit Blick auf Liefertermine: Es komme vor, dass ein Kunde am Montag anrufe und das Werkstück bereits am Mittwoch auf die Maschine gespannt werde. Voraussetzung hierfür sei natürlich ein entsprechend breites Maschinensortiment. Insgesamt verfüge man über vier grossformatige Fünf­achs-CNC-Fräsen mit Arbeitsraumabmessungen bis zu 4500 × 1500 × 1500 mm, eine weitere grossformatige CNC-Fräse mit drei Achsen sowie zwei CNC-gesteuerte Horizontalbohrwerke mit Arbeitsräumen von bis zu 2000 × 1200 × 1100 mm.

Da die Kundschaft das Teilespektrum diktiere, müssen die Maschinen möglichst universell ausgelegt sein, um so viele Aufgabenstellungen wie nur möglich bewältigen zu können. Dies gelte nicht nur für die Abmessungen und die geometrischen Besonderheiten, sondern auch für die Werkstoffe: So müsse man in bunter Reihe Teile aus GG- oder GGG-Gusseisen ebenso wie Stähle, Edelstähle, Aluminium- oder Titanlegierungen auf die Anlagen spannen.

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Entwicklungspartnerschaft bietet den Kunden Mehrwert

«Als wichtigen zusätzlichen Pluspunkt können unsere Kunden auf partnerschaftliche Zusammen­arbeit bei der Bauteilkonstruktion zählen», ergänzt B. Geilenberg. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung mit Zerspanungsprozessen könne er die Konstrukteure der Kunden beraten, wie sich die gewünschte Geometrie so auslegen lasse, dass die Bearbeitung mit geringstmöglichen Kosten durchgeführt werden könne. Dadurch lasse sich oft erstaunlich viel Geld einsparen. Ähnliches gelte auch für die Platzierung und Ausführung von Spann­laschen oder anderen Ansatzpunkten, die ein einfaches und sicheres Spannen der Teile für die erforder­lichen Bearbeitungsgänge ermöglichen. Zusätzlich kümmere er sich um Entwurf und Reali­sierung der benötigten Spannvorrichtungen.

Ein weiterer Gesichtspunkt betreffe die Vermessung der Teile nach der Bearbeitung. Hier erarbeite er nach Rücksprache geeignete Messprotokolle, die sämtliche Anforderungen berücksichtigten. Abgerundet werde dieses Leistungspaket für die Kunden durch die sorgfältige Dokumentation aller Vorgänge von den NC-Programmen bis hin zu Spann- und Werkzeugablaufplänen. Dank dieses Rundum-Serviceangebots habe er viele Stamm­kunden, die ihm regelmässig Wiederholteile zur Bearbeitung anvertrauten. Unter anderem werde er jährlich von einem Kunden aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrt einer Lieferantenbewertung unterzogen und gehöre immer zu den A-Lieferanten.

Erstmalige Entscheidung für eine MTE-Bettfräsmaschine

«Als wir im Jahr 2013 eine neue Fräsmaschine mit noch grösserem Arbeitsraum benötigten, fiel erstmals die Entscheidung für eine Anlage des Herstellers MTE», weiss Manfred Geilenberg, der Vater von Bernd Geilenberg. Von Beruf Hammerschmied, hatte er 1969 den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und in einer kleinen Werkstatt eine Metall­bearbeitungsfirma gegründet. Seither wurde das Unternehmen dank zufriedener Kunden immer grösser. In den Jahren 2009 und 2018 wurde jeweils eine neue Halle für zusätzliche Maschinen im wenige Kilometer entfernten Gewerbegebiet Alte Ziegelei bei Elsenroth errichtet. Bei der Suche nach der neuen Anlage habe er sich anfänglich mit einer Entscheidung zugunsten von MTE schwergetan. Der Wettbewerb in diesem Segment ist zunehmend gross, wogegen der Ruf von MTE natürlich antreten musste. Insbesondere die mechanische Stabilität sowie die Robustheit bzw. Langlebigkeit der Mechanik und des Kopfs wurden in Frage gestellt. Ein Besuch bei MTE im nicht allzu weit entfernten Kunden- und Servicezentrum sei jedoch so überzeugend verlaufen, dass eine gerade verfügbare Vorführ­anlage der Bettfräsmaschine BF 3200 gekauft wurde. Das habe sich bis heute als Glücksgriff erwiesen. Die Maschine sei super von der Leistung und der Stabilität her. Beratung, Schulung sowie die Hotline-Unterstützung bei Fragen zur Programmierung oder bei kleineren Kinderkrankheiten seien schnell und kompetent erfolgt. Den Service habe man in den seither mittlerweile acht Jahren kaum jemals anfordern müssen.

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Zweite MTE-Anlage in weitgehend individueller Ausführung

«Im Jahr 2019 entschieden wir uns dann erneut für eine MTE-Fräsmaschine, die im Oktober 2020 installiert wurde», sagt B. Geilenberg. Diesmal war es eine lineargeführte Bettfräsmaschine KT 4700 mit einer Heidenhain-Steuerung TNC 640 und einem 4200 mm langen Aufspanntisch mit seitlich integriertem Drehtisch von 1400 × 1600 mm. Die Belastbarkeit des Drehtischs liegt bei 8 t, für beide Spannbereiche zusammen sind es 13 t. Die Anlage verfügt über einen Hauptspindelmotor mit 40 kW und einem Drehmoment von 1940 Nm. Der stufenlose Diagonalfräskopf für eine echte 5-Seiten-Bearbeitung mit gewünschter MAS-BT-50-Aufnahme erreicht eine max. Spindeldrehzahl von 6000 UPM.

Hervorzuheben ist die umfassende Erfüllung von Sonderwünschen bezüglich Aufspanntischlänge und Verfahrweg in der X-Achse. Letzterer beträgt bei dieser Maschine 4500 mm. Dies ermöglicht es, den seitlichen Drehtisch um 500 mm zu überfahren. So können auch grössere Werkstücke bis 2300 mm Länge auf Umschlag bearbeitet werden. Auch wurden die Abstände der Spindel zum Aufspanntisch so angepasst, dass bei der Bearbeitung mit kurzen Werkzeugen horizontal noch hinter das Werkstück gefahren werden kann und in vertikaler Spindelstellung die gesamte Tischbreite von 1400 mm überfahren wird. Ermöglicht wird das durch den hohen Querverfahrweg (Y) im Frässchieber von 1500 mm. In der Vertikalachse (Z) werden 1500 mm Verfahrweg erreicht. Als weitere Anpassung wurden die T-Nuten der Tische auf das vom Kunden gewünschte Mass angepasst und die Vorderseite des festen Aufspannbereichs sowie des Drehtischs zusätzlich mit Gewindesacklöchern für die Befestigung zusätzlicher Spannmittel versehen. Ergänzt wird die Sonderausstattung durch einen zusätzlichen Regler für einen kleinen aufgesetzten Rundtisch, für den eine Anschlussbox sowie die erforderlichen Anpassungen der Steuerung installiert wurden, sowie durch eine zusätzliche, manuell betätigbare Hydraulik für Aufspannvorrichtungen.

Die Maschine verfügt zudem über eine Voll­umhausung mit zwei Absauganlagen, zwei Späneförderer entlang der X-Achse, einen Kettenwechsler mit 40 Plätzen sowie eine Schiebetür auf der Rückseite. Durch diese Tür kann die Bedienkonsole der Steuerung auf die Rückseite der Maschine geschwenkt werden, so dass auch eine Horizontal­bearbeitung grosser Werkstücke unter visueller Kontrolle möglich ist.

Mit MTE hoch zufrieden

«Gerade beim zweiten Auftrag hat sich für uns gezeigt, welchen Vorteil es hat, wenn der Anlagenhersteller in Deutschland sitzt», verrät B. Geilenberg. Die vielen Anpassungen und Sonderausrüstungen hätte man von einer Vertretung eines ausländischen Herstellers nur schwerlich in diesem Umfang und für einen vergleichbaren Preis bekommen können. Auch die zweite Anlage habe sich in dem Jahr seit ihrer Inbetriebnahme als äusserst zuverlässig und langlebig erwiesen.

Auch Beratung, Hotline und Service erfolgten wegen der kurzen Wege und des sprachlichen sowie kulturellen Gleichklangs viel schneller und effizienter als bei Zwischenschaltung einer Handelsniederlassung eines ausländischen Lieferanten. «Es ist schon ein wesentlicher Unterschied, ob im Fall des Falles Ersatzteile und Personal über eine Fahrentfernung von etwa einer Autostunde oder über diverse Grenzen hinweg bewegt werden müssen. Das wurde uns gerade in den letzten anderthalb Corona-Jahren deutlich vor Augen geführt», bekräftigt B. Geilenberg. SMM

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