Auf dem Stand <br/>der Technik
2006 hatte der Spielwarenhersteller Geobra Brandstätter in seiner
Premiummarke Playmobil ein besonderes Tierexemplar im Angebot: den Brachiosaurus. Dass der Pflanzenfresser pünktlich zu Weihnachten lieferbar war, hat unter anderem die Firma Möderer beigetragen, die das Werkzeug
für Teile des Spielzeugs produzierte.
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Kopf, Hals und Unterkiefer des Brachiosaurus wurden in dem Werkzeug geformt, das die Mitarbeiter des Unternehmens innerhalb von sechs Wochen in Leinburg-Diepersdorf in Deutschland entwickelten und fertigten. Im Juni 2006 erhielt Möderer von Geobra Brandstätter den Auftrag, das Werkzeug zu liefern. Zuvor hatte der Spielzeughersteller CAD-Daten geschickt, mit einer Beschreibung, wie die Teile am Schluss aussehen sollten, inklusive der Oberflächenbeschaffenheit. Anhand dieser Daten bestimmten die Konstrukteure das Werkzeug, mit Form, Anzahl der Platten, verwendetes Aufbaumaterial, gehärtet oder ungehärtet und erstellten aufgrund dieser Definition ein Angebot. Nach zirka ein bis zwei Wochen ? inklusive Preis-Nachverhandlungen ? erteilte Geobra Brandstätter den Auftrag; und damit startete das Projekt bei Möderer.
Von Anfang bis zum Ende dabei
Bereits bei der Erstellung des Angebotes setzte Möderer sein Software-Tool Visi ein. Mit Hilfe der Module Schnittstellen, Split und Analyse macht sich der Konstrukteur ein erstes Bild davon, welchen Aufwand das Projekt benötigen wird. Die Konstruktion selbst nimmt etwa eine Woche in Anspruch. In dieser Phase kommt das Softwaremodul Visi Modelling zum Einsatz.
Ist die Konstruktion freigegeben, bestellen die Mitarbeiter das benötigte Material und das Projekt tritt über in die NC-Programmierungsphase, in der die Fräsprogramme erstellt und die Elektroden abgeleitet werden. An diesem Punkt lässt sich auch der zu erwartende Arbeitsaufwand abschätzen. Daraus entscheidet sich, ob das Projekt auf eine oder zwei Personen aufgeteilt wird. Bei Bedarf programmiert ein Mitarbeiter die Elektroden, während sich ein zweiter um die Formeinsätze kümmert. Insgesamt zwei bis drei Wochen benötigen die Programmierer, um mit Visi Machining und Visi Wire die Formeinsätze und die Elektroden herzustellen.
Parallel dazu werden die Aufbauteile vorgefräst und gehärtet. Nach dem Härten schleift der Formenbauer die Einsätze, passt sie ein und arbeitet die Elektroden ein. Ist jeder Einsatz einzeln für sich bearbeitet, folgt eine zweitägige Feinabstimmung, in der die Einsätze zueinander abgestimmt werden.
