ETH-Fokusprojekt

Auf dem Weg zum autonomen Fahren

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Die gesamte Batterie wurde auf einer acht Millimeter dicken Bodenplatte aus Aluminium montiert. So war die Batterie beim Zusammenbau von allen Seiten gut zugänglich, was die Montage extrem erleichterte. Nach der Montage und den Tests wurde die Batterie mit einer Haube aus Aluminium abgedeckt.

Kubo-Tech-Dichtungslösungen

Die Verbindung der Bodenplatte und der Haube muss nach der Schutzart IP67 wasser- und staubdicht sein. Eindringendes Wasser hat in einer Hochvoltbatterie katastrophale Folgen. Hier konnte die Technikleitung der Firma Kubo Tech AG mit Herrn André Bitzer Unterstützung leisten (das Unternehmen unterstützt seit Jahren Projekte der ETH Zürich und konnte auch bei diesem Projekt im Bereich Dichtungstechnik innovative Lösungen bieten). Mit einer exakt auf das Gehäuse angepassten Flachdichtung aus Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM), einem Material, das im Fahrzeugbau sehr häufig verwendet wird, wurde die Dichtheit gewährleistet. Weiter befinden sich im Gehäuse drei Serviceöffnungen, damit das Innere der Batterie kontrolliert werden kann, ohne dass die ganze Batterie ausgebaut werden muss. Für die Dichtheit dieser Zugänge gilt die gleiche Dichtheitsvorgabe. Diese wurde ebenfalls mittels Flachdichtungen aus EPDM und zusätzlich mit dichtenden Unterlegescheiben erreicht.

Auch im Innern der Batterie wurden Teile von Kubo Tech AG verbaut. In der S-Box (Safety- oder auch Switch-Box) befinden sich sämtliche Komponenten, die es für die Überwachung und Steuerung einer Batterie braucht. Alle Komponenten der S-Box wurden auf einer Platte aus Polyoxymethylen (POM) mittels Einschlagmuttern befestigt. Diese Platte wurde von Kubo Tech AG genau nach Zeichnungen angefertigt, damit sie optimal im Gehäuse integriert werden konnte. Als Berührungsschutz der Hochvoltkomponenten wurden steckbare Trennwände konstruiert, welche zusätzlich mit Silikon verklebt wurden. Als Halterung für die Messelektronik auf den Batteriemodulen und die Fixierung von Hochvoltkabeln wurde ebenfalls POM verwendet. Dieser Kunststoff eignet sich hervorragend für den Bau von Batterien, da er ein elektrischer Isolator ist, eine hohe Festigkeit kombiniert mit hoher Zähigkeit besitzt und über einen weiten Temperaturbereich beständig ist.

Zum Abdichten des Ausschnitts im Chassis, der für den Einbau der Batterie nötig war, hat Kubo Tech Zellkautschukplatten gewählt. Mehrere aufeinandergeklebte Schichten erlauben es, den abzudichtenden Raum genau aufzufüllen. Somit ist gewährleistet, dass kein Spritzwasser in den Innenraum des Fahrzeuges gelangen kann.

Testfahrt und Ausblick

Bei einer Testfahrt auf dem Flugplatz in Mollis (GL) konnten bereits die ersten Meter gefahren werden. Ebenfalls ist es gelungen, die Vorderräder einzuschlagen, ohne dass der Fahrer das Lenkrad berührt hat – mittels Torque-Vectoring. Das Projekt Suncar Steer-by-Wire wird während eines weiteren Jahres fortgesetzt. Ziel ist es, das Steer-by-Wire und das Torque-Vectoring weiter zu verbessern. Im Frühling 2016, am Rollout an der ETH Zürich, wird das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. <<

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