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Autodesk SA: Virtuelle Entwicklung von Uhren mit 400 Einzelteilen

| Redakteur: Luca Meister

>> Mechanische Luxusuhren sind mehr und mehr «en vogue», Schweizer Uhren erreichen auf dem Weltmarkt einen Anteil von über 95 Prozent. Wie aber lässt sich so ein «altes» Konzept wie die Armbanduhr immer wieder neu erfinden? Audemars Piguet, eine der innovativsten Uhrenmanufakturen, hat Antworten und mit Autodesk einen zuverlässigen Software-Partner.

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Die 3D-Explosionsgraphik einer Konstruktionsbaugruppe zeigt das komplexe «Innenleben» einer Audemars-Piguet-Armbanduhr. (Bild: Audemars Piguet)
Die 3D-Explosionsgraphik einer Konstruktionsbaugruppe zeigt das komplexe «Innenleben» einer Audemars-Piguet-Armbanduhr. (Bild: Audemars Piguet)

mei. Die Wiege der Schweizer Uhrmacherkunst liegt im Vallée de Joux, Kanton Jura. Aus der metallverarbeitenden Industrie entwickelte sich im 18. Jahrhundert das Uhrmacherhandwerk – zunächst als Heimarbeit, später in Uhrenfabriken. Heute sind im Vallée de Joux etliche Unternehmen auf Mikrotechnik und Feinmechanik spezialisiert. Von Bedeutung sind hochspezialisierte Zulieferer für die Uhrenindustrie und Uhrenmanufakturen wie die Audemars Piguet SA.

Markenzeichen Innovation

Das Unternehmen in Le Brassus gehört seit seiner Gründung im Jahr 1875 zu den innovativsten Uhrenherstellern auf dem Markt. Schon die ersten Modelle ihrer Taschenuhren boten zusätzlich zur Minuten- und Stundenanzeige etliche Funktionen, sogenannte «Komplikationen». Dazu gehörten der ewige Kalender, der Chronograph und die Minutenrepetition, das heisst ein Schlagwerk, das auf Knopfdruck die Zeit minutengenau durch verschiedene Töne angibt. Audemars Piguet schuf 1891 sowohl das weltweit kleinste Uhrwerk als auch die erste Armbanduhr mit Minutenrepetition. Mit der «Royal Oak» wurde 1972 die Uhrenwelt auf den Kopf gestellt: Die erste hochwertige Sportuhr aus Edelstahl mit achteckiger Lünette und integriertem Armband war revolutionär.

Das Jahr 2011 nimmt die Tradition der Repetition wieder auf: Die neuen Modelle der Millenary-Linie zeigen sich in ovalen Titan- oder Goldgehäusen und sind bis zu 20 Meter Tiefe wasserdicht.

Altes neu erfinden

Obwohl sich das Grundkonzept einer mechanischen Uhr in den letzten 200 Jahren kaum verändert hat, gibt es immer noch genug zu entwickeln, zu finden und zu erfinden. So bemühten sich die Uhrmacher lange darum, möglichst flache und leichte Uhrwerke zu entwerfen. In Verbindung mit dem Wunsch nach grossflächigen Uhren, die sich leicht ablesen lassen, war das eine doppelte Herausforderung.

Kritische Punkte bei jeder mechanischen Uhr sind das Energie-Management und die Schmierung: Je ökonomischer das Uhrwerk die vorhandenen Mittel nutzen kann, desto länger bleibt die Uhr wartungsfrei.

Späte Prototypherstellung

Den Entwicklern bei Audemars Piguet – die meisten haben sowohl eine Uhrmacherlehre als auch ein Ingenieurstudium absolviert – stehen modernste 3D-CAD-Systeme zur Verfügung, deren Vorteile intensiv genutzt werden. So gibt es interne CAD- und Design-Standards, die auch für externe Designer, Konstrukteure und Produzenten verbindlich sind. Auf diese Weise lassen sich aus einer Modelllinie leichter Varianten entwickeln. Ausserdem können Funktionen sukzessive verbessert werden.

Simulationen verkürzen die Entwicklungszeiten und machen die Entwicklungsprozesse effizienter. Ein Uhrwerk besteht – je nach Zahl der Komplikationen – aus 200 bis 400 winzigen Einzelteilen. Dank den 3D-Tools lassen sich die Abläufe innerhalb der Uhr an der Station präzise überprüfen und bei Bedarf anpassen, so dass mit dem Prototypenbau erst spät im Prozess begonnen werden kann.

Inventor, Alias Surface Design, 3DS-Max und Showcase

Für Philippe Merk, Geschäftsführer bei Audemars Piguet, spielt das Design eine zentrale Rolle. Ein schönes Design geht für ihn über die reine Funktionalität hinaus; es geht um Proportionen, Dimensionen, Formen und Oberflächen.

Die Wichtigkeit des Optischen widerspiegelt sich auch in der Uhrenwerbung, die häufig mit 3D-Visualisierung und Animationen arbeitet. Seit vielen Jahren setzt Audemars Piguet auf Autodesk, wenn es um Software für Konstruktion, Simulation und Animation geht. An den drei Produktionsstandorten in Le Brassus und Le Locle sind insgesamt 77 Lizenzen im Einsatz. Die Palette reicht von «Autocad Inventor» für die Konstruktion über «Alias Surface Design», «3DS-Max» und «Showcase» für Design, Animation und Präsentation bis hin zum Produktdaten-Management mit «Vault Workgroup».

Merk fasst zusammen: «Unsere Zusammenarbeit mit dem Partner Autodesk hat sich über Jahre hinweg bewährt. Die gleiche Zuverlässigkeit, die wir von unseren Partnern erwarten, bieten wir auch unseren Kunden.» <<

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