SBB investiert in moderne Trenntechnikanlage für Stahlteile

Autogen geht ganz gut

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Laserpointer, Netzwerk, Support

Nachdem die Entscheidung für die Investition in ein modernes System zum thermischen Trennen gefallen war, entschieden Tom Kostbade und seine Teammitglieder zunächst die Frage Plasma oder autogen. Dazu betrachteten sie die technischen wie die wirtschaftlichen Faktoren. «Den Wunsch nach einem Plasmaschneidsystem hatten wir, doch eine genauere Bedarfsprüfung und ein Blick auf die Praxisbedingungen der Werkstatt ergab, dass wir schliesslich den autogenen Brenner wählten. Baustahl ist der bei uns fast ausschliesslich zu schneidende Werkstoff.

Schneidgeschwindigkeit, Präzision und Ergebnisqualität beim Autogenschneiden erfüllen unsere Anforderungen vollauf. Und der Hauptgrund: Wir schneiden oft 50 Millimeter dicke Bleche; das wäre für uns mit Plasma nicht wirtschaftlich. Hinzu kommt, dass der Platz bei uns knapp ist, den wir für die Absaugeinrichtung einer Plasma­schneidanlage bräuchten.» Die Option Plasma haben Kostbade und die Schlosser vom Züricher Bahntechnik Center Ost dennoch inklusiv: Die Oxytome 25 HPC ist für die Erweiterung auf Plasmaschneiden vorbereitet. Das Gleiche gilt für eine Fahrbahnverlängerung um bis zu drei Meter, die möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt erforderlich wird.

Konfigurierbare Datenbank

Den präzisen Startpunkt der Trennfuge bzw. des -prozesses im Blech zeigt ein Laserpointer oder auch ein «Fadenkreuz» aus Laserlicht.

Die CNC- und die Steuerung des Schneidprozesses sind systemisch miteinander verknüpft, so dass der Anwender alle Eingaben von nur einem Bedienelement aus tätigt. Zwei Möglichkeiten hat der Bediener zum Programmieren eines Schnittes mit definierter Geometrie: die Eingabe der Daten am Display oder über die Software am Rechner, z. B. einem Laptop. Per USB-Stick oder über ein LAN-Kabel kann er die Informationen dann auf die Maschine übertragen. Bei der SBB ist der Anschluss im SBB-Intranet aus Datensicherheitsgründen nicht zulässig. Im komplett integrierten Speicher der Oxytome 25 HPC baut sich im Zuge neuer Schneide-Aufgaben eine anwenderspezifische, konfigurierbare Datenbank auf. Sie bringt u. a. bei wiederkehrenden, ähnlichen Trennaufgaben hohen Nutzen. Dann sind am Laptop lediglich die unterschiedlichen Daten zu ändern. Dieses Variieren, Modifizieren und Anpassen reduziert den Programmieraufwand beträchtlich.

Lernprozesse, Partnerschaft und Perspektiven

«Die lernbereiten Schlosserkollegen mit reicher Berufserfahrung, doch wenig PC-Kenntnissen haben nach zweitägiger Einweisung vor Ort die Maschine bedienen können. Das heisst, sie realisieren jetzt an jedem Arbeitstag den Hauptvorteil der Maschine: Mehr Werkstücke in einem Arbeitsgang schneiden. Zuvor hatten sie den Bohrer für den Einstich und oft zusätzlich die Trennscheibe einsetzen müssen – mit deutlich höherem Aufwand. Rundungen und Freiformen konnten sie nicht ausführen. Jetzt gelingt jeder der Schnitte sauber von Anfang bis Ende», beschreibt Tom Kostbade die Arbeitsbedingungen beim thermischen Trennen.

Die neuen Potenziale, z. B. von der Zeichnung des Bauteils ausgehend direkt einen definierten Schnitt in das Werkstück zu setzen, gilt es den Kollegen in den Konstruktionsbüros zu vermitteln. Tom Kostbade und seine Teammitglieder treten jetzt aktiv an die Konstrukteure heran. Sie sind sicher, dass von der neuen Oxytome 25 HPC kreative Anregungen ausgehen werden, und erwarten neue interne Kunden, Anfragen und Aufträge. <<

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