SBB investiert in moderne Trenntechnikanlage für Stahlteile Autogen geht ganz gut

Redakteur: Luca Meister

>> Kleinere Metallwerkstätten generieren den Grossteil ihres Umsatzes eher über Spezialanfertigungen als über Serien. Sie benötigen Bearbeitungs-, Umform-, Füge- und Trennschneidanlagen auf aktuellem Stand mit bedarfsgerechten Funktionen zu angemessenen Kosten. Auch der Service muss stimmen. Die Bahntechniker der SBB in Zürich nutzen zum Trennen von Metallblechen seit 2015 das Brennsystem «Oxytome 25 HPC». Damit schneiden sie Bleche zwischen 4 und 80 Millimeter Dicke im Autogenverfahren.

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Schnitte mit Rundungen und Freiformen können jetzt problemlos ausgeführt werden. Zuvor hatten die Bahntechniker den Bohrer für den Einstich und oft zusätzlich die Trennscheibe einsetzen müssen.
Schnitte mit Rundungen und Freiformen können jetzt problemlos ausgeführt werden. Zuvor hatten die Bahntechniker den Bohrer für den Einstich und oft zusätzlich die Trennscheibe einsetzen müssen.
(Bild: SBB)

Tom Kostbade, Teamleiter Produktion Zürich, berichtet von guten Erfahrungen mit dem «Oxytome 25 HPC». Die Anforderungen – Stand der Technik, effizient und präzise – sieht er als erfüllt: «Bei Oerlikon haben wir das bekommen, was wir für unser Aufgabenprofil brauchen, und die mit CNC-Fertigung bisher unerfahrenen Mitarbeiter können nach kurzer Schulung damit arbeiten.» Neben den technischen und wirtschaftlichen haben auch die «weichen» Faktoren die Investitionsentscheidung beeinflusst – einfaches Bedienen sowie Zuverlässigkeit und Qualität des Service. Und sie bestätigen sich jetzt in der Praxis.

Stahlprodukte für am Gleis

«Unser Standort Zürich ist mit allen Ein- und Ausfahrten der Nahverkehrs-, landesweiten bis internationalen Züge einer der am höchsten frequentierten Bahnknotenpunkte der Welt», weiss Tom Kostbade. Als Teamleiter im regionalen Bahntechnikcenter Ost der SBB AG verantwortet er u. a. die Instandhaltung der Maschinen, Messmittel und Geräte (MMG). «Was an transportablen Stahlprodukten am Gleis gebraucht wird, ob zur Wartung und Reparatur der Schienen oder Geräte für den Bau von Fahrleitungen, auch die Fertigung der Stahlmasten entlang der Gleise – das ist unser Job», umreisst er das Aufgabenfeld in der betriebseigenen Schlosserei. Hier arbeiten drei erfahrene Schlosser mit unterschiedlichen Bearbeitungstechnologien, so auch dem Schweissen und dem thermischen Trennen. Sie führen vorrangig Sonderanfertigungen aus, bei denen das langjährig gesammelte bahntechnische Know-how der SBB einfliesst.

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Der überwiegende Teil aller verarbeiteten Bleche, circa 80 Prozent, hat Dicken zwischen 5 und 50 Millimeter und besteht aus üblichem Baustahl. «Im Bereich der Bahnproduktion sind wir der kompetente Ansprechpartner für die Region Ost und für die SBB», fasst Tom Kostbade die Zuständigkeit der von ihm geleiteten Teams zusammen. Für die Qualität jedes einzelnen Teils entsprechend den intern geltenden Vorschriften stehen die jeweiligen Mitarbeiter mit ihrer Unterschrift auf dem Auftragsdokument ein», führt der Teamleiter aus.

Das Werkstattgebäude nahe der Zürcher Pfingstweidstrasse wird zurzeit erweitert und soll zum Jahresende das Doppelte der bisherigen Fläche bieten. Ein umfangreiches Lager an Stahlhalbzeugen vor der Einfahrt zur Werkstatt hält Material bereit.

Investition: Vorüberlegungen, Auftrag und Lieferung

Tom Kostbade präsentiert die Schneidanlage Oxytome 25 HPC mit der Absaugeinrichtung und berichtet: «Die Entscheidung war bereits für die 20er-Oxytome gefallen, doch u. a. wegen des Liefertermins zum Jahresende 2014 haben wir jetzt die 25er. Wir sind damit für eventuelle funktionale Erweiterungen gerüstet: Die Oxytome 25 HPC ist für das Plasmaschneiden vorbereitet – zusätzlich zum autogenen Schneiden.» Tom Kostbade legt die konkreten Gegebenheiten dar: «Zu unserem vorhandenen Tisch sollte die neue Maschine passen und daneben noch Platz lassen, um grosse Werkstücke, zum Beispiel Auslegermasten, aufbauen und direkt schneiden zu können.» Er nennt weitere Vorgaben und Kriterien: «Eine moderne Steuerung zum Schneiden von Geraden, Radien und Freiformen in einem Arbeitsgang inklusive Einstechen, so dass wir das bis dahin bei uns praktizierte Vorbohren einsparen. Dazu eine leichte, bedienerfreundliche Software, mit der unsere wenig elektronikerfahrenen Mitarbeiter die Zeichnungen problemlos einlesen können. Wichtig ist uns das Gesamtpaket aus Hard- und Software mit einem Ansprechpartner möglichst in der Nähe. Und selbstverständlich spielte auch der Preis eine Rolle. Wir prüften mehrere Angebote. Die Wahl fiel auf Oerlikon, denn was die Partner vom Standort Niederhasli bei Zürich boten, passte. Dazu kam das Vertrauen, das sich aus langjähriger guter Erfahrung mit dem Service zum Beispiel für unsere beiden Oerlikon-Schweissmaschinen gebildet hat. Bei überaus engem Zeitrahmen für die Lieferung haben wir bekommen, was wir wollten. Im Dezember 2014 stand die neue Oxytome 25 HPC betriebsbereit in unserer Werkstatt.»

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