Eines der vielen Highlights der Hermle-Hausausstellung vom 13. bis 15. Mai 2025 in Gosheim ist das neue Robotersystem RS 2 «GEN2».
Robotersystem RS 2 «GEN2» adaptiert an zwei 5-Achsen-Bearbeitungszentren C 32.
(Bild: Hermle AG)
Seit über 25 Jahren bietet die Hermle AG innovative Automationslösungen für alle Teilespektren. Mit der Premiere des Robotersystems RS 2 «GEN2» hebt Hermle die Automation auf ein neues Level. Ein Robotersystem mit Doppelhybridgreifer, automatischem Spannbackenwechsel, Universalmatrize und komplett neuen Regalmodulen – das alles adaptiert an ein 5-Achsen-Bearbeitungszentrum C 32 ebenfalls der 2. Generation für das wirtschaftliche und vollautomatische Paletten- und Teilehandling.
Stichwort 2. Generation: Nach erfolgreicher Markteinführung der Modelle C 650, C 32 und C 42 in «GEN2»- Ausführung im Jahr 2024 werden zur Hausausstellung drei weitere Modelle in «GEN2»-Ausführung erhältlich sein. Aus der Performance-Line-Baureihe die C 250 und die C 400, aus der High-Performance-Line die C 22. Somit sind nun sechs der neun Basismodelle in «GEN2»-Ausführung verfügbar. Die C 12, C 52 und C 62 werden bis zur EMO im September 2025 ebenfalls als «GEN2»-Modell folgen.
Während der Hermle-Hausausstellung werden nicht nur das Robotersystem RS 2 «GEN2», sondern alle Hermle-Automationslösungen wie die Handlingsysteme «HS flex» und «HS flex heavy», die Robotersysteme RS 05-2, RS 1 und RS 2 im Technologie- und Schulungszentrum in Aktion präsentiert.
Highlights der Hausausstellung
Maschinen: Über 20 Bearbeitungszentren live unter Span im Showroom
«GEN 2»: Die neue Generation, bewährte Hermle-Technologie für die Zukunft ausgerichtet
Bearbeitungen: Aussergewöhnliche Showteile lassen das Anwenderherz höherschlagen
Automation: Hermle-Automationslösungen von 10 bis 3000 kg Bauteilegewicht
Robotersysteme: Kompakt und modular, RS 05-2, RS 1 und RS 2 «GEN 2»
Smart Factory: Software-Lösungen für Effizienz, Präzision und Produktivitätssteigerung
Schulung: Anwenderschule lässt tief in die Welt der Programmierung blicken
Einblicke: Geführte Betriebsrundgänge durch die laufende Produktion und Montage
Impulse: Täglich wechselnde Fachvorträge für neue Sichtweisen
Breit gefächertes Show-Programm
Weitere Bearbeitungszentren sind live unter Span mit Bauteilen bestückt, die die Fräser-Herzen höherschlagen lassen. Gemeinsam mit Partnerfirmen haben die Mitarbeiter der Anwendungstechnik Bauteile aus den unterschiedlichsten Branchen und Anwendungen in die Praxis umgesetzt. So werden unter anderem die Bereiche Aerospace mit diversen Struktur- und Triebwerksbauteilen, der Werkzeug- und Formenbau mit mehreren Gesenken, die Medizintechnik mit einem Orthesen-Modell, der Maschinenbau mit einem Kettenrad mit einem Meter Durchmesser und der Modellbau mit einer voll funktionsfähigen Kuckucksuhr vertreten sein. Interessante Lösungen werden auch für weitere Branchen präsentiert und unterschiedlichste Technologien wie Drehen, Schleifen, Stossen und Verzahnen aufgezeigt.
Hermle von schwacher Konjunktur gebremst
Die Geschäfte der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG waren 2024 erwartungsgemäss von der verhaltenen Werkzeugmaschinenkonjunktur beeinflusst.
Der Auftragseingang des schwäbischen Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialisten nahm nach vorläufigen Berechnungen konzernweit um rund 8 Prozent auf circa 457 Mio. Euro ab (Vj. 495 Mio. Euro), wobei die Nachfrage aus dem Ausland erheblich stabiler war als im Inland. Damit entwickelte sich Hermle deutlich besser als der Branchendurchschnitt, was das Unternehmen vor allem auf seine gute Position in den Bereichen Automation und Komplettbearbeitung sowie die zunehmende Internationalisierung zurückführt. Ende 2024 verfügte der Hermle-Konzern über einen Auftragsbestand von rund 99 Mio. Euro (Vj. 131 Mio. Euro).
Der Konzernumsatz betrug auf vorläufiger, ungeprüfter Basis rund 488 Mio. Euro (Vj. 532 Mio. Euro). Auch hier entwickelte sich das Auslandsvolumen besser als der Inlandsumsatz. Vor allem in einigen aussereuropäischen Märkten konnte Hermle Zuwächse erzielen. Stabilisierend wirkte zudem das Servicegeschäft, das durch den zunehmenden Anteil von bei Kunden installierten Automationslösungen anstieg.
Das vorläufige, ungeprüfte Betriebsergebnis (EBIT) lag im Konzern mit rund 86 Mio. Euro wie prognostiziert deutlich unter dem sehr guten Vorjahresniveau von rund 116 Mio. Euro. Ursächlich dafür war vor allem die geringere Kapazitätsauslastung, bemerkbar machten sich aber auch vermehrte regulatorische Aufwendungen, der wachsende Wettbewerbsdruck sowie zunehmende Personalkosten durch eine vergrösserte Belegschaft, Tariflohnsteigerungen und einen anhaltend hohen Krankenstand.
Auf dieser Basis hat der Vorstand dem Aufsichtsrat empfohlen, der Hauptversammlung am 2. Juli 2025 für das Geschäftsjahr 2024 eine Dividende von 10,00 Euro je Stamm- und 10,05 Euro je Vorzugsaktie vorzuschlagen (Vj. 15,00 bzw. 15,05 Euro). Die Ausschüttung setzt sich aus einer unveränderten Basisdividende von 0,80 Euro je Stamm- und 0,85 Euro je Vorzugsaktie sowie einem reduzierten Bonus von jeweils 9,20 Euro je Aktie (Vj. 14,20 Euro) zusammen. Im Anschluss an die Dividendenzahlung sollen die Hermle-Beschäftigten im Inland wieder eine an der Ausschüttung orientierte Prämie erhalten.
Eine Prognose für das Geschäftsjahr 2025 ist vor dem Hintergrund der herausfordernden sowie derzeit extrem risikobehafteten und kaum vorhersehbaren Rahmenbedingungen mit hohen Unsicherheiten verbunden. Hermle hofft wie der Branchenverband VDW im laufenden Jahr auf eine Sockelbildung, geht aber im zunehmend wahrscheinlichen, ungünstigen Fall von einem weiteren Absinken des Auftragseingangs aus. Aktuell erwartet Hermle 2025 beim Konzernumsatz mindestens einen Rückgang im oberen einstelligen Prozentbereich, im ungünstigen Fall jedoch um rund 20 Prozent oder mehr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern geht voraussichtlich um mindestens 40 Prozent, unter widrigen Umständen auch um bis zu 90 Prozent zurück. Zu den grössten Risiken zählen derzeit die vom neuen US-Präsidenten angedrohten, extremen Zollerhöhungen von 25 Prozent gegen europäische Hersteller nicht nur der Automobilindustrie. Diese könnten die Auslastung vieler Firmen in Europa, deren Nachfrage nach Werkzeugmaschinen und die Preisqualität insgesamt stärker beeinträchtigen als bislang berücksichtigt.
Mittelfristig rechnet das Unternehmen trotz regionaler Verschiebungen aber nach wie vor weltweit mit einem hohen Bedarf für hochleistungsfähige Werkzeugmaschinen und Fertigungssysteme. Dank einer starken Position im Bereich Automation und Komplettbearbeitung, hoher Produkt- und Servicequalität, zunehmender Internationalisierung, einem sehr kompetenten und hochmotivierten Team sowie einer äusserst soliden finanziellen Basis dürfte Hermle hiervon überdurchschnittlich profitieren.
Das vollständige, geprüfte Zahlenwerk zum Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht Hermle voraussichtlich Ende April 2025.
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