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Gressel: Spannen und Handhaben kombiniert Automation weiterhin im Aufwind

| Redakteur: Konrad Mücke

Über Risiken im Export und im internationalen Handel sowie Chancen und technologische Trends in der Automatisierung sprachen wir mit Jörg Oskar Maier, Geschäftsführer des Spannzeugspezialisten Gressel AG.

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Im Roboter flexibler Greifer für Werkstücke unterschiedlicher Abmessungen ....
Im Roboter flexibler Greifer für Werkstücke unterschiedlicher Abmessungen ....
(Bild: Gressel / Chris Mansfield)

SMM: Welche Folgen aus der internationalen Wirtschaftsentwicklung erwarten Sie für die Produktion in der Schweiz – Stichworte Handelskriege zwischen USA und China, Handelshemmnisse durch Corona-​Virus?

Jörg Oskar Maier: Wir spüren bereits ein gebremstes Wachstum. Insbesondere die deutsche Automobilindustrie drückt die Nachfrage nach unten. Zusätzlich verschärft wird die Situation durch den starken Franken, da wir sehr exportorientiert sind.

Wie schätzen Sie die Auswirkungen direkt auf die Gressel AG ein?

J. O. Maier: Die Gressel AG wird in diesem Jahr nicht wachsen, zum ersten Mal seit sechs Jahren. Wir passen den Personalbestand dem Umsatzniveau an und be­treiben konsequentes Insourcing. Dadurch können wir auch unter den schwierigen Umständen eine gute Auslastung erzielen.

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Welche Massnahmen treffen Sie, um auch mittel- und längerfristig in der Schweiz wettbewerbsfähig entwickeln und produzieren zu können?

J. O. Maier: In den vergangenen Jahren haben wir permanent in den Ausbau und in die Modernisierung unserer Fertigungssysteme investiert. Für unsere Produktion ist es enorm wichtig, dass wir mit einem möglichst hohen Automatisierungsgrad fertigen. Das generiert, in Kombination mit kontinuierlicher Prozessoptimierung, eine hohe Produktivität.

Wie schätzen Sie den Bedarf an Automation beim Spannen von Werkstücken ein?

J. O. Maier: Der automatisierte Beladevorgang ist enorm wichtig. Wir gehen noch einen Schritt weiter und automatisieren nicht nur die Beladung. Wir haben zusätzlich ein System entwickelt, das den Umrüstprozess automatisiert. Damit lassen sich flexibel unterschiedliche Bauteile und Losgrössen fertigen. Somit ermöglichen wir, auch bei grosser Teilevielfalt zu automatisieren.

Welche Art von Spannmitteln werden von Fertigungsbetrieben kurz- bis mittelfristig eher benötigt?

J. O. Maier: Mittelfristig werden mehr 5-Achsen-Spannmittel und automatisierbare Zentrischspanner benötigt. Die 5-Achsen-Bearbeitung liegt im Trend, der Anteil an 5-Achsen-Maschinen ist stark angestiegen. Die Zentrischspanner werden in diversen Automationslösungen eingesetzt: auf Paletten, auf Aufspanntürmen und mit Direktbeladung.

Mit welchen Produkten aus Ihrem Haus begegnen Sie den Forderungen der Fertigungsbetriebe?

J. O. Maier: Mit dem jüngst vorgestellten, innovativen, greifenden Zentrischspanner R-C2. Er vereinfacht deutlich die Automation. Dieser Zentrischspanner von Gressel kann ab sofort auch greifen. Er ist die Verschmelzung der Vorteile von Roboter-Direktbeladung mit der Palettenbeladung. Am Roboter dient er als motorisch angesteuerter Servogreifer. Er wird vom Roboter in die Maschine eingelegt und abgekoppelt, ab diesem Zeitpunkt funktioniert er in der Maschine wie eine Palette mit Nullpunktspannung. Somit entfällt mit dem R-C2 der Rüst- und Umrüstaufwand. Auf unterschiedliche Spannweiten für wechselnde Werkstücke wird er mit dem integrierten Servoantrieb automatisch umgestellt.

Herr Maier, herzlichen Dank für diese detaillierten Angaben.

Das Interview führte unser Redaktor Konrad Mücke. SMM

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