Bosch Rexroth: offene Automation Automationsbaukasten deutlich erweitert

Von Konrad Mücke 4 min Lesedauer

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Zur Messe SPS 2023 präsentierte Bosch Rexroth eine Vielzahl weiterer Komponenten und Partnersoftware für sein offenes Automationssystem «ctrlX Automation». Das betrifft vor allem Komponenten für Antriebstechnik und Robotik-Apps von Partnerunternehmen.

Der Steuerungs- und Automationsspezialist Bosch Rexroth hat sein Programm um Servoantriebe und Servo­klemmen mit Varianten für kleine Leistungen, Ausführungen für schaltschrank­losen Einbau und Servo­klemmen für Kleinspannungen erweitert. (Bild:  Bosch Rexroth)
Der Steuerungs- und Automationsspezialist Bosch Rexroth hat sein Programm um Servoantriebe und Servo­klemmen mit Varianten für kleine Leistungen, Ausführungen für schaltschrank­losen Einbau und Servo­klemmen für Kleinspannungen erweitert.
(Bild: Bosch Rexroth)

Bosch Rexroth entwickelt sein offenes Automationssystem rasch weiter. Dazu gehören zum einen Komponenten, zum anderen Software von Partnern und Kooperationen mit weiteren Herstellern, die das Betriebssystem «ctrlX» auf ihren Geräten nutzen.

Kompakte Servoantriebe kleiner Leistung

Ab sofort stehen Servoantriebe für den Leistungsbereich von 0,05 bis 1,5 kW zur Verfügung. Sie sind 50 Prozent kleiner als die vorherigen Antriebe der Reihe Indradrive Cs. Sie lassen sich unter anderem virtuell in Betrieb nehmen über einen digitalen Zwilling. «Spannungsklasse und Schutzart sind wichtige Entscheidungskriterien für die Wahl eines Servoantriebs. «ctrlX Drive» deckt bereits den grossen Markt von 380 bis 480 V AC sehr gut ab. Als Gerät für den Schaltschrankeinbau wird es hervorragend vom Markt angenommen. Auf Basis nur einer einzigen durchgängigen Architekturplattform bedienen wir nun auch den unteren Spannungsbereich. Anwender können bedarfsgerecht zwischen unterschiedlichen Spannungsbereichen wählen, ohne auf unterschiedliche Systeme umsteigen zu müssen. So können sie leichter auf sich ändernde Marktbedingungen und Anforderungen reagieren», erklärt Steffen Winkler, Vertriebsleitung Business Unit Automation & Electrification Solutions bei Bosch Rexroth.

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Schaltschranklose Antriebe

Weiters präsentierte der Antriebs- und Automationsspezialist auf der Messe die dritte Generation schaltschrankloser Antriebe. Steffen Winkler sagt dazu: «Damit bedienen wir einen Trend. Als Pionier der schaltschranklosen Technik profitieren unsere Kundinnen und Kunden von mehr als 15 Jahren Markterfahrung. Auf Basis des Antriebsbaukastens «ctrlX Drive» bieten wir eine deutliche Erweiterung bezüglich Skalierbarkeit und Topologie für Antriebe in der Schutzart IP65.» Das Antriebssystem ermöglicht hohe Flexibilität durch seine Einzel- und Doppelachskonstruktion, eine skalierbare Anzahl an Achsen, unterschiedliche Kühlungskonzepte, Multi-Ethernet und Multi-Encoder sowie konfigurierbare Erweiterungen. So lassen sich unterschiedliche Topologien verwirklichen und einfach nach Bedarf Anpassungen vornehmen.

Innovative Servoklemme

Komplettiert wird das Portfolio durch die aktuell vorgestellte Servoklemme für 24 und 48 V Kleinspannung. Sie zeichnet sich unter anderem durch hohe Leistungsdichte, weniger Verkabelung, passive Kühlung sowie schnelle und einfache Inbetriebnahme aus. Zudem kann sie in eine I/O-Station des Automationssystems «ctrlX» integriert werden. «Eine Besonderheit ist auch die Schutzkleinspannung von 60 V DC. Denn mit unserer Servoklemme bleiben wir unter dieser Spannung und der Einsatz wird deutlich vereinfacht. Somit ist kein besonderes Fachwissen, zum Beispiel von einer Elektrofachkraft, erforderlich, was in Zeiten des Fachkräftemangels von grossem Vorteil ist», erläutert Steffen Winkler.

Offenes Automationssystem zukunftsorientiert

Bosch Rexroth hat mit «ctrlX OS» ein Betriebssystem mit digitalen Services entwickelt. Es ist ein zentrales Element des Ökosystems, das durch den Automationsbaukasten «ctrlX Automation» initiiert wurde. Die gesamte Branche erhält einen Zugang dazu, auch Mitbewerbende. Beabsichtigt ist, einen offenen Industriestand zu schaffen. «Die Automatisierung muss sich wegentwickeln von proprietären Systemen – hin zu offenen, modularen und skalierbaren Microservices-Architekturen, mit denen sich der tiefgreifende Wandel in der Industrie im Sinne der Digitalisierung, Vernetzung und Nachhaltigkeit vollziehen lässt. Das Betriebssystem «ctrlX OS» ist der Enabler dafür», sagt Steffen Winkler und fügt an: «Wir bieten das Betriebssystem «ctrlX OS» auf unseren eigenen Geräten an und entwickeln auf seiner Basis spezifische Applikationen. Das steht auch Partnerunternehmen offen.» So hat der Hersteller Wago zur Messe SPS seinen Controller 400 und einen Edge-Computer mit «ctrlX OS» präsentiert. «Gemeinsam wollen wir das offene Betriebssystem stärken und vorantreiben», erklärt dazu Johannes Pfeffer, Vice President Business Unit Automation bei Wago.

Durch den flexiblen Einsatz auf unterschiedlichen Ebenen ist das Betriebssystem «ctrlX OS» nicht nur für industrielle Steuerungen und Edge-Industrie-PC interessant. Als virtualisierte Software läuft es auch auf Edge-Servern nah an Maschinen und Produktionslinien, im Rechenzentrum und in der Cloud. Dazu sagt Steffen Winkler: «Es ist uns gelungen, weitere Partnerunternehmen wie Dell Technologies und Nokia zu gewinnen. Damit dringen wir jetzt auch in Bereiche ausserhalb der Fabrikautomation vor. Wir haben nun Partnerunternehmen auf allen Ebenen der Automatisierungspyramide und können so auf Technologieebene alle Vorteile ausspielen.»

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Weitere Partner mit spezifischen Apps

Auch die Partnerwelt ««ctrlX World»», die Teil des Ökosystems ist, wächst kontinuierlich weiter. Anwender können inzwischen eine Vielzahl an Software in 16 Hauptkategorien sowie 150 Partner-Use-Cases von 90 Partnerunternehmen wählen. In Summe lassen sich mittlerweile über 60 Apps auf Geräten mit Betriebssystem «ctrlX OS» einsetzen. Allen Nutzern stehen unter diesem offenen Betriebssystem die Apps aus der Partnerwelt zur Verfügung. Eine steigende Nachfrage besteht zum Beispiel nach Apps und Schnittstellen für Robotik. Aktuell stehen sieben Apps von Partnern rund um Robotik zur Verfügung. Man kann sie per Download erhalten. Das Spektrum reicht von einfacher Programmierung über die Integration von Cobots und Industrie-Robotern bis hin zu Zusatz-Software, zum Beispiel zum Planen eines optimalen Palettier-Algorithmus. Neben bestehenden Partnerunternehmen wie dem Steuerungs- und Roboterhersteller Fanuc hat sich der Roboterhersteller Kuka angeschlossen. So stellt er eine Anbindung und Integration an seine Roboter bereit, die auf der Schnittstelle Kuka.PLC mxAutomation basiert. Diese wird von dem Unternehmen Mairotec in dessen App MAIRobot eingesetzt. Die Funktionen waren erstmals zur SPS 2023 zu sehen. Dr. Kristina Wagner, Senior Vice President Automation Software Factory bei Kuka, erklärt dazu: «Bosch Rexroth und Kuka haben gemeinsam Grosses vor und planen, ihre Ökosysteme ««ctrlX World»» und Robotic Republic miteinander zu verbinden. Hier schliesst sich wieder der Kreis, dass Anbietende ihre Stärken bündeln und Co-Creation einfach die Zukunft ist.» (kmu) SMM

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