«CeiliX» auf der Automatica 2025: Halle B4, Stand 408 Automatisierung an der Decke

Ein Gastbeitrag von Mathias Entenmann, Co-Gründer und CEO von «CeiliX» 2 min Lesedauer

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In Zusammenarbeit mit Kassow Robots hat das Unternehmen «CeiliX» einen Prototypen des weltweit ersten mobilen Cobots entwickelt, der sich omnidirektional an der Decke bewegen kann.

Der mobile Cobot von «CeiliX» ermöglicht fliessende und frei bewegliche Abläufe an der Decke statt Engpassmanagement.(Bild:  PicturePartners / Georg Strohbücker)
Der mobile Cobot von «CeiliX» ermöglicht fliessende und frei bewegliche Abläufe an der Decke statt Engpassmanagement.
(Bild: PicturePartners / Georg Strohbücker)

Laut World Robotics Report 2024 liegt die Schweiz mit 302 installierten Robotern pro 10 000 Beschäftigten deutlich hinter Ländern wie Südkorea (1012) und Singapur (770). Dabei ist Automatisierung ein entscheidender Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit, gerade im schweizerischen Mittelstand. Denn die Rahmenbedingungen werden rauer: Fachkräftemangel, Platznot, steigende Personalkosten, bürokratische Hürden und ein harter globaler Wettbewerb setzen Betriebe unter Druck. Was fehlt, sind Lösungen, die sich unter realen Bedingungen gut umsetzen lassen: flexibel, platzsparend und wirtschaftlich tragfähig. Gerade deshalb braucht es Technologien, die sich in bestehende Strukturen einfügen, ohne, dass ein Komplettumbau nötig ist oder hohe Einstiegshürden entstehen.

Eine dieser Technologien kommt nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus Deutschland: «CeiliX» und Kassow Robots, eine Tochtergesellschaft von Bosch Rexroth, bringen gemeinsam den ersten mobilen Roboter an die Hallendecke. Diese Lösung, die im Rahmen eines gemeinsamen Innovationsprogramms mit Bosch-Rexroth entstanden ist, eröffnet eine neue Dimension der Automatisierung: ein vollautomatisierter, flexibler Deckenroboter, der die Decke als vollwertige Automatisierungsebene erschliesst. Er bewegt sich frei über die Arbeitsbereiche. Kein Quadratmeter Boden wird gebraucht. Das Prinzip ist einfach: Ein deckengeführtes, autonomes Fahrzeug wird mit einem leistungsstarken 7-Achs-Cobot kombiniert. Es ist modular aufgebaut, flexibel steuerbar und nahtlos integrierbar.

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Die Steuerung erfolgt über die offene Automatisierungsplattform «ctrlX Automation» von Bosch Rexroth. Sie koordiniert die Bewegung des Fahrzeugs in Echtzeit inklusive Sensorik, Antrieb und Zusammenarbeit mit weiteren Komponenten. So entsteht ein stabiles, präzises System, das sich nahtlos in bestehende Abläufe integrieren lässt.

Maximale Wirkung bei minimalem Raum

Gleichzeitig wird die vorhandene Fläche effizienter genutzt. Der mobile Decken-Cobot kann mehrere Stationen nacheinander bedienen, temporäre Aufgaben übernehmen und flexibel auf Auslastungsschwankungen reagieren. Gerade für kleinere Unternehmen mit begrenztem Platzangebot bietet sich so die Möglichkeit, Automatisierung wirtschaftlich umzusetzen, ohne in grossflächige Umbauten investieren zu müssen.

«Bisher waren Cobots in der Regel auf fest installierte Stationen, auf lineare Schienenachsen, oder auch auf Bodenfahrzeuge beschränkt. Mit unserem Ansatz eröffnen wir völlig neue Möglichkeiten für Transport-, Montage- und Handlingprozesse», erklärt Mathias Entenmann, CEO und Mitgründer von «CeiliX». «Dank unserer Technologie wird die Decke zur neuen Ebene für effiziente, flexible und platzsparende Robotik. Wir befreien die Automatisierung damit von bisherigen räumlichen Grenzen.»

Die Einsatzfelder sind vielfältig. In der Zerspanungstechnik können Werkstücke direkt an Maschinen übergeben werden. Beim Spritzguss übernimmt der Roboter das Befüllen oder Entnehmen, ohne die Arbeitswege zu stören. In der Oberflächentechnik sorgt seine freie Verfahrbarkeit für kürzere Durchlaufzeiten. Auch logistische Aufgaben wie das Palettieren an wechselnden Positionen oder die Versorgung von Montageinseln lassen sich effizienter gestalten. Besonders in Branchen mit hohen Hygieneanforderungen, etwa in der Pharma- oder Lebensmittelproduktion, bietet der Deckentransport zusätzliche Vorteile.

Das System wird derzeit in Pilotumgebungen erprobt. Ziel ist es, Reichweite, Präzision und Taktzeiten unter realen Bedingungen zu validieren. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich insbesondere bei komplexen Einsatzfeldern, die freie Verfahrbarkeit an der Decke eine grosse Vereinfachung darstellt. Engpässe werden entschärft, Prozesse lassen sich flexibel anpassen und der Wirkungsbereich eines einzelnen Roboters wird deutlich erweitert.

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