Bearbeiten schwer zerspanbarer Werkstoffe

Redakteur: Redaktion SMM

Medizintechnische Geräte bestehen meist aus rostfreiem Stahl oder Titan. Diese Werkstoffe ? sie ermöglichen Entwicklungen, die vor Jahren noch undenkbar waren ? stellen sehr hohe Anforderungen an die spanende Bearbei-tung. Bei dem oft unvermeidbaren Herantasten an die geeigneten Zerspa-nungsparameter liefern das Know-how und das breite Programm an Standard- und Sonderwerkzeugen eines spezialisierten Herstellers wertvolle Impulse zur Realisierung aufgabenorientierter Lösungen.

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Beim Zerspanen hochlegierter Edelstähle und Titanlegierungen stossen handelsübliche Werkzeuge wegen der hohen Verschleiss- und Hitzebeständigkeit schnell an ihre Grenzen. Empfehlenswert ist deshalb ein auf die Anwendung abgestimmtes Werkzeugsystem mit optimaler Kombination von Hartmetall, Geometrie und Beschichtung. Dabei lässt sich das Potenzial jeder Komponente noch einmal optimieren, wenn der Werkzeughersteller alle in der Prozesskette anfallenden Arbeiten im eige-nen Hause durchführen kann.

Spanformgeometrie reduziert Belastung der Schneidkanten

Wegen der hohen Schneidkantenbelastungen sind speziell abgestimmte Span- und Freiwinkel erforderlich. Hohe Legierungsanteile wie Chrom, Nickel, Kobalt, Molybdän und Titan erschweren die Formbarkeit der Späne. Dadurch steigt mit zunehmender Spanformung die Gefahr von Ausbrüchen an der Hauptschneide und in der Geometrie der Wendeschneidplatte. Die daraus resultierenden Forderungen nach einer weichschneidenden und dennoch hochbelastbaren Hauptschneide erfüllt beispielsweise beim Einstechen die Horn-Geometrie «.3.» mit Spanformrille. Ihre Spanverjüngung - sie beträgt je nach Vorschub 5 bis 10 Prozent der Schneidenbreite - sichert auch bei Ein- oder Abstichen bis 25 mm Tiefe eine problemlose Spanabfuhr.