Zerspanung/Automatisierung Bearbeitungszentrum fertigt mit Werkstückmagazin in drei Schichten

Autor / Redakteur: Udo Hipp / Rüdiger Kroh

Die Nachrüstung eines Bearbeitungszentrums mit einem Werkstück- und Paletten-Handhabungssystem sorgt dafür, dass über 20 Stunden am Stück produziert werden kann. Das komplette Werkstückmagazin lässt sich auf einem angetriebenen Grundgestell per Tastendruck in die Übergabe- oder in eine Parkposition verfahren.

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Bild 1: Die Übergabeposition des Werkstück- und Paletten-Handhabungssystems befindet sich mittig vor dem CNC-Bearbeitungszentrum. (Bild: Hermle)
Bild 1: Die Übergabeposition des Werkstück- und Paletten-Handhabungssystems befindet sich mittig vor dem CNC-Bearbeitungszentrum. (Bild: Hermle)

Konstruieren, programmieren, produzieren, messen – mit dieser technisch wie personell und vor allem maschinell komplett geschlossenen Prozesskette hat sich die Thomé Maschinenbau GmbH aus Hermeskeil seit der Gründung im Jahr 1986 beständig nach vorne entwickelt. Bereits 1990 wurde der Entschluss gefasst, sich in der CNC-Bearbeitung zu etablieren. Bei der Anschaffung von Maschinen für die CNC-Dreh- und -Fräsbearbeitung stand immer die Maxime im Vordergrund, Kundenprojekte aller Größenordnungen, inklusive der relevanten Schwerpunktarbeiten wie CNC-Drehen, CNC-Fräsen, Schweißen sowie Wärme- und Oberflächenbehandlungen, schnell und zuverlässig abzuarbeiten.

Bearbeitungszentrum hatte bereits Schnittstellen für Automatisierung

Die Kunden kommen aus den Industriebereichen Automotive, Blasform- und Spritzgießwerkzeuge, Turbinenbau sowie Walzen- und Druckzylinder. Ihnen bietet Thomé ein Leistungsportfolio an, das bei der Teilefertigung beginnt und bis zum Bau von kompletten Sondermaschinen reicht. Präzision in der Zerspanung zieht sich wie ein roter Faden durch die Fertigungsphilosophie. Fast von Anfang an setzt das Unternehmen auf Hermle-Maschinen, zunächst auf Universalfräsmaschinen der UWF-Baureihe, später zur Fünf-Achs-Komplettbearbeitung auf die Bearbeitungszentren der C-Baureihe.

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Besonderes Augenmerk gebührt dem CNC-Bearbeitungszentrum C 40 V, das für Thomé Maschinenbau den Einstieg in die Produktionsautomatisierung darstellte. Für einen Lieferanten von CNC-gefertigten Präzisionsteilen, die ab Stückzahl 1 und in der Serie in Losgrößen bis maximal 500 Stück entstehen, sah man lange Zeit eher nicht die Notwendigkeit der Rationalisierung mittels automatischer Werkstückbeschickung aus einem Werkstückmagazin. Dennoch wurde die Maschine mit allen für die spätere Automatisierung erforderlichen Schnittstellen ausgerüstet.

Fachkräftemangel zwingt zur Automation beim Bearbeitungszentrum

Dann wurde Anfang 2011 für die Bewältigung der Auftragsflut von einschichtiger auf zweischichtige Produktion umgestellt, was sich aber aufgrund des vorherrschenden Fachkräftemangels als schwierig erwies. Geschäftsführer Jürgen Thomé war in Bezug auf die Automatisierung anfangs sehr skeptisch, weil die hochwertigen Präzisionsteile nach seiner Ansicht aus Qualitätsgründen weitgehend unter Aufsicht des Fachpersonals zu fertigen seien.

Für eine Erhöhung der dringend benötigten Produktionskapazität favorisierte er deshalb den Weg des Mehrschichtbetriebs mit qualifiziertem Personal. Er ließ sich aber davon überzeugen, dass mit der automatischen Maschinenbeschickung aus einem Magazin heraus das Personalproblem gelöst und die Kapazität gesteigert werden könne.

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