Messevorschau Bereit für die Medizintechnik?

Redakteur: Anne Richter

>> Vom 25. bis 27. September wird das World Medtech Forum die Welt der Medizintechnikindustrie in Luzern empfangen. Ein Kernbereich des Forums wird der dreitägige Kongress sein, der Entwicklungen in den relevanten globalen Medizintechnikmärkten thematisiert und Entscheidungshilfen für Exportvorhaben bieten soll. Im Interview dazu Organisator Dr. Patrick Dümmler von der Schweizer Exportplattform Medtech Switzerland.

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(WMTF)

Auf dem World Medtech Forum wird es verschiedene Vortragsveranstaltungen geben. Wie unterscheidet sich der Kongress von den anderen Veranstaltungen?

Dr. Patrick Dümmler: Die Vortragsveranstaltungen direkt auf der Messe, die am Speakers’ Corner und im Center of Attention stattfinden, sind eher auf Technologie ausgerichtet. Der Kongress ist auf den Markt ausgerichtet und es werden strategische Entscheidungen thematisiert, beispielsweise, was Unternehmen für die nächsten fünf Jahre planen und wie sich Unternehmen ausrichten, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen.

Wie ist der Kongress thematisch und inhaltlich aufgebaut?

P. Dümmler: Der Kongress findet parallel zur Ausstellung an allen drei Messetagen statt, wobei jeder Tag einer bestimmten geografischen Region zugeordnet ist. Während der erste Kongresstag vor allem einen globalen Fokus hat und globale Herausforderungen betrachtet, wird am zweiten Tag als etablierter Markt Europa im Mittelpunkt stehen und am dritten Tag Asien als aufstrebender Markt. Zusätzlich sind die einzelnen Kongresstage in eine Plenumsveranstaltung am Vormittag und einen Workshop am Nachmittag unterteilt. Das Plenum findet im KKL statt und es werden Vorträge zu den jeweiligen Themen aus verschiedenen Perspektiven gehalten. Die Workshops am Nachmittag finden auf dem Messegelände statt und es werden je Kongresstag zwei bis drei verschiedene Workshops angeboten, von denen je zwei besucht werden können. Hier sollen einzelne Themen in kleineren Gruppen vertieft werden. Hierbei ist uns wichtig, dass Interaktivität entsteht, von 90 Minuten Workshop sind rund 60 Minuten dafür vorgesehen. Es sollen Denkanstösse gegeben und neue Sichtweisen gewonnen werden können.

Wieso haben Sie sich für diese Themen entschieden? Wie war der Themenfindungsprozess?

P. Dümmler: Im Zentrum unserer Überlegung stand die Frage, welche Themen die Medizintechnikhersteller und Zulieferer bewegen. Als Quelle unserer Entscheidungen haben wir Ergebnisse aus dem SMTI- also dem Medizintechnik-Report von 2010 genutzt und zusätzlich haben wir eine Kurzstudie Ende 2011 durchgeführt, die auf 35 Interviews basiert. Ausserdem haben wir uns auch die Programme von anderen Veranstaltungen dieser Art wie der Advamed in Boston und der Eucomed in Brüssel angeschaut. Daraus resultierend haben wir die Grundstruktur entwickelt, Themen festgelegt und das Programm erarbeitet. Danach haben wir abhängig von den Themen nach geeigneten Rednern gesucht.

Das hört sich nach einer Menge Arbeit an?

P. Dümmler: Damit unterscheiden wir uns auch von vielen anderen Veranstaltungen, die mit einem «Call for papers» ihr Programm zusammenstellen. Sie warten auf Angebote von Rednern und danach wird die Veranstaltung geplant. Wir haben erst das Programm thematisch geplant und danach nach passenden Rednern gesucht. Das ist natürlich viel mehr Arbeit, aber es ist auch qualitativ ein Unterschied und wir wollten diese Qualität.

Was kann sich der Teilnehmer unter dem ersten Kongresstag vorstellen, dem Executive Day?

P. Dümmler: Der Executive Day soll verschiedene Sichtweisen, Ansätze und Denkweisen bezüglich der globalen Herausforderungen beleuchten. Der Teilnehmer kann sich fragen, ob sein Geschäftsmodell den Anforderungen in der Medizintechnik entspricht, wie andere mit verschiedenen Herausforderungen umgehen und ob es andere Ansätze gibt und welche adaptiert werden können. Es geht darum, dass Meinungen gegenübergestellt werden und dass Denkanstösse und neue Ideen gegeben werden, die weiterhelfen das eigene Geschäftsmodell erfolgreich auszurichten.

Und wie sieht der European Day aus?

P. Dümmler: Hier wollen wir die Diskussion über den europäischen Medtech Markt vertiefen.. Die Herausforderungen werden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. So haben wir auch bewusst Unternehmen mit nichteuropäischem Ursprung eingeladen, um deren Sicht auf Europa kennenzulernen. So wird Jack Lee sprechen, der taiwanesische Investor und CEO der Swissray Medical AG. Er hat eine klare Strategie, wie das europäische Branding genutzt werden kann, um zusammen den asiatischen Markt zu entwickeln, ohne die europäische Basis aufzugeben.

Was erwartet die Teilnehmer an Tag 3, dem Asian Day?

P. Dümmler: Auch hier ist das grundsätzliche Konzept das gleiche, nur auf den asiatischen Markt ausgerichtet. Es geht um Fragen, ob Produktion in Europa und Export nach Asien eine Strategie mit Zukunft ist oder eine Produktion in Asien erfolgversprechend ist. Auch gibt es asiatische Unternehmen, die so gewachsen sind, dass sie hier bei uns die etablierten Unternehmen konkurrenzieren.

Was sind aus Ihrer Sicht die Highlights des Kongresses?

P. Dümmler: Eines der Highlights ist die Rede von Dr. Meinrad Lugan. Er ist nicht nur Vorstandsmitglied von B. Braun, sondern auch mitbestimmend bei der Eucomed, dem europäischen Dachverband der Medizintechnikindustrie, und der BVMed, dem deutschen Verband. So spricht er nicht nur als Firmenvertreter sondern auch aus europäischer und deutscher Sicht. <<

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