Nach Einschätzung des eco-Verbands wird 2018 ein echtes Blockchain-Jahr. Die Zahl der konkreten Business-Anwendungen wächst stetig. Neue Blockchain-Konzepte wie Ethereum oder Hyperledger Fabric sorgen für mehr Performance und kommen so dem Internet der Dinge zugute.
Noch bringt die breite Öffentlichkeit Blockchain mit dem Thema Bitcoin in Verbindung. Doch das Potenzial der Technologie reicht weit über die Finnazwelt hinaus.
(Bild: monsitj)
Mehr Performance, neue Anwendungen: Die Blockchain-Technologie wird 2018 auf breiter Front den Durchbruch schaffen und sich mit zahlreichen Anwendungen einen festen Platz im Geschäftsalltag erobern. Nach einer Befragung des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov sind 44 Prozent der Mittelständler vom Nutzen dieser Technologie überzeugt. Lediglich 26 Prozent äusserten sich skeptisch.
„Die Blockchain wird zu einem Thema für den Mittelstand, immer mehr Unternehmen entdecken in der Technologie grosses Potenzial fürs eigene Geschäft“, betont Stephan Zimprich, Leiter der Kompetenzgruppe (KG) Blockchain im eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. Technische Plattformen auf der Grundlage der Blockchain unterstützen vor allem Geschäftsanwendungen, bei denen ein Intermediär Vertrauen stiftet und Transaktionen abwickelt.
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Schlankere Validierungsmöglichkeiten kreieren neue Blockchain-Anwendungen
Diese Entwicklung wird begünstigt von neuen Plattformen, die auf Validierungsmöglichkeiten setzen, die weniger energie- und kostenintensiv sind als das Proof of Work-Verfahren, das beispielsweise im Bereich der Kryptowährung Bitcoin genutzt wird. Neue Konsens-Algorithmen bestätigen Transaktionen sehr viel schneller und energieeffizienter und sind zugleich sehr schwer zu manipulieren. Plattformen wie IOTA oder Hyperledger Fabric sorgen so ohne zentrale Instanz für das notwendige Vertrauen im Netzwerk.
Vor allem Unternehmen treiben die technologischen Weiterentwicklungen an, um möglichst bald von Blockchain-Technologie zu profitieren, sagt Prof. Dr. Wolfgang Prinz, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) in Sankt Augustin. „Während 2017 das Jahr der Blockchain Proof of Concepts war, die die prinzipielle Durchführbarkeit von Blockchain-Projekten belegten, werden wir 2018 vermehrt Blockchain-Anwendungen in operationalen Business-Anwendungen erleben.“
Insbesondere private Blockchains, mit einem begrenzten Netzwerk ausgewählter Nutzer, werden Unternehmen 2018 betreiben. „Die grossen öffentlichen Blockchains wie Bitcoin oder Ethereum werden diesen privaten Blockchains dabei häufig als Stütze zur Absicherung der eigenen Integrität dienen. Das heisst, beide Ansätze werden in Zukunft sowohl nebeneinander als auch miteinander verwoben existieren“, so Prinz.
Kanton Zug: Blockchain-Identität für alle Einwohner
Ab September 2017 bietet die Stadt Zug als weltweit erste Gemeinde allen Einwohnerinnen und Einwohner die Möglichkeit, eine digitale Identität zu bekommen. Diese basiert auf einer App, welche persönliche Informationen mithilfe von Blockchain-Technologie sichert und mit einer Crypto-Adresse verknüpft. Die Einwohnerinnen und Einwohner registrieren ihre Identität eigenständig über die App. Anschliessend wird die Identität bei der Einwohnerkontrolle der Stadt Zug beglaubigt. Die Stadt Zug will mit Blockchain-Anwendungen weitere Erfahrungen sammeln und voraussichtlich im Frühling 2018 unter den Einwohnerinnen und Einwohnern eine «e-Voting»-Konsultativabstimmung durchführen. Basierend auf der Ethereum-Blockchain, der grössten Blockchain 2.0 der Welt mit Wurzeln in Zug, wurde durch die Projektverantwortlichen eine App-Lösung entwickelt, mit welcher die Identität einer Person festgestellt werden kann. Die Blockchain ist, vereinfacht ausgedrückt, eine dezentrale Datenbank, in welcher fälschungssicher alle Informationen und Transaktionen der interagierenden Teilnehmer festgehalten sind. Dies im Gegensatz zu zentral organisierten Datenbanken, deren Inhalte durch den Eigentümer kontrolliert werden.
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Stand vom 30.10.2020
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