Bosch Rexroth hat das Geschäftsjahr 2024 in einem schwierigen Marktumfeld mit einem deutlich geringeren Umsatz als in den beiden sehr starken Vorjahren abgeschlossen. Auch im Auftragseingang spiegelten sich 2024 die konjunkturellen Rahmenbedingungen wider.
Dr. Steffen Haack, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG: «2024 war wie erwartet ein herausforderndes Jahr. Wir sehen aktuell, dass sich die Lage stabilisiert und arbeiten bereits jetzt daran, für ein wiederanziehendes Geschäft vorbereitet zu sein. Wir schauen nach vorn und wollen gestärkt aus dieser Phase hervorgehen, um auch im schwierigen Umfeld erfolgreich zu bleiben.»
(Bild: Wolfram Scheible)
«2024 war wie erwartet ein herausforderndes Jahr. Wir sehen aktuell, dass sich die Lage stabilisiert und arbeiten bereits jetzt daran, für ein wieder anziehendes Geschäft vorbereitet zu sein. Wir schauen nach vorn und wollen gestärkt aus dieser Phase hervorgehen, um auch im schwierigen Umfeld erfolgreich zu bleiben», sagt Dr. Steffen Haack, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG.
Zu den längerfristig wirkenden Massnahmen, mit denen Bosch Rexroth der konjunkturellen Schwäche weltweit entgegenwirkt und sich den strukturellen Veränderungen im Marktumfeld anpasst, gehören beispielsweise die Bündelung von Aktivitäten an Standorten in China, Amerika und Deutschland sowie Anpassungen in Fertigung, Entwicklung, Verwaltung oder Vertrieb.
In China, dem drittgrössten Markt von Bosch Rexroth, sei das Team nun deutlich eigenständiger, damit es schneller agieren und speziell an den lokalen Anforderungen ausgerichtete Produkte entwickeln, produzieren und vertreiben kann.
Im Geschäftsfeld Fabrikautomation richte Bosch Rexroth seinen weltweiten Vertrieb stärker auf Zukunftsbranchen wie die Fertigung von Batterien, Halbleitern oder Konsumgütern aus.
Bosch Rexroth: Kennzahlen 2024.
(Bild: Bosch Rexroth)
Umsatz in allen Hauptmärkten geringer
Der Umsatz lag mit 6,5 Milliarden Euro 13,6 Prozent unter dem Vorjahreswert (2023: 7,6 Milliarden Euro). Wechselkursbereinigt betrug der Umsatzrückgang 12,9 Prozent. Am stärksten (rund 19 Prozent) gingen die Umsätze in Deutschland beziehungsweise Europa zurück. In dieser Region erwirtschaftet Bosch Rexroth rund die Hälfte seiner Erlöse. In Nord- und Südamerika lag der Umsatz um rund 13 Prozent unter dem Vorjahreswert. In der Region Asien/Pazifik/Australien ging der Umsatz insgesamt lediglich um knapp ein Prozent zurück – den Rückgang von 4,9 Prozent in China, dem drittgrössten Markt von Bosch Rexroth weltweit, konnten die guten Geschäftsentwicklungen beispielsweise in Indien (+10,2 Prozent) oder Malaysia (+39,7 Prozent) aber wegen ihres deutlich geringeren Geschäftsvolumens nicht komplett ausgleichen.
Auftragseingang: Rückgang geringer als im Vorjahr
Der Auftragseingang belief sich 2024 auf rund 6,1 Milliarden Euro. Das sind etwa 300 Millionen Euro oder 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist also deutlich geringer als 2023, als er noch 13,1 Prozent betrug. Die Verbesserung der Werte im Jahresverlauf 2024 deutet auf eine Stabilisierung auf niedrigerem Niveau im Jahr 2025 hin. Angesichts des weltweit weiterhin von Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen Umfelds nutzen Kunden aber oftmals noch ihre Lagerbestände und bleiben bei Investitionsentscheidungen zurückhaltend.
Ausblick 2025: Stabilisierung und Blick auf anziehendes Geschäft
Holger von Hebel, Finanzvorstand der Bosch Rexroth AG: «Für das laufende Geschäftsjahr sehen wir derzeit erste Anzeichen einer Stabilisierung. Im aktuellen wirtschaftlichen und politischen Umfeld bleiben konsequente Kostenreduzierungen und ein hohes Mass an Flexibilität erforderlich.»
(Wolfram Scheible)
«Für das laufende Geschäftsjahr sehen wir derzeit erste Anzeichen einer Stabilisierung. Im aktuellen wirtschaftlichen und politischen Umfeld bleiben konsequente Kostenreduzierungen und ein hohes Mass an Flexibilität erforderlich», sagt Holger von Hebel, Finanzvorstand der Bosch Rexroth AG.
Gleichzeitig investiert das Unternehmen weiter gezielt in sein weltweites Produktionsnetzwerk und in wichtige Zukunftsfelder wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Wasserstofftechnologien. «Mit fortlaufend verbesserten Produkten, Lösungen und Dienstleistungen unterstützen wir unsere Kunden dabei, auch in schwierigen Zeiten wirtschaftlich erfolgreich zu sein und dabei nachhaltiger zu agieren. Wir sind bereit, wenn das Geschäft anzieht und unsere Kunden wieder stärker investieren», so Haack.
Gezielte Investitionen und Kontinuität in Forschung und Entwicklung
Das eigene Investitionsvolumen hat Bosch Rexroth 2024 der Lage angepasst und es mit rund 270 Millionen Euro nach dem Höchstwert des Vorjahres wieder auf das Niveau des Jahres 2022 gebracht. Schwerpunkte lagen 2024 bei Investitionen in Fertigungs- und Logistikgebäude an bestehenden Standorten in Deutschland, Nordamerika und Rumänien. Mit rund 460 Millionen Euro für längerfristig ausgerichtete Investitionen in Forschung und Entwicklung beträgt die Quote 7 Prozent. Diese gezielten Investitionen und der auch im schwierigen Umfeld hohe Einsatz für Forschung und Entwicklung unterstreichen die Zuversicht des Unternehmens, dass sich das Geschäft erholt und langfristig stabil entwickelt.
Stand vom 30.10.2020
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Partnerschaften als Erfolgsfaktor
Partnerschaften sind bei Bosch Rexroth weiterhin ein Erfolgsfaktor, um von sich gegenseitig ergänzenden Kompetenzen in der Entwicklung zu profitieren, die Geschwindigkeit in der Bearbeitung von Märkten zu erhöhen oder die regionale Präsenz und damit die Kundennähe zu stärken. Dazu dienen beispielsweise die 2024 ausgebauten Gemeinschaftsunternehmen «Le-HydrauliX» und «Le-ElectriX» in China, die Entwicklungspartnerschaft mit «FirstElement Fuel» in den USA, die konsequent erweiterte Zusammenarbeit rund um die Automatisierungsplattform «ctrlX AUTOMATION» oder die enge Zusammenarbeit mit Vertriebs- und Technologiepartnern.
Statement
Werkzeugmaschinenbau im Wandel: Innovative Lineartechnik unterstützt Präzisionsanwendungen
Volker Desch, Vertriebsleiter der Business Unit Linear Motion Technology, Bosch Rexroth AG.
(Bild: Bosch Rexroth AG)
Volker Desch, Vertriebsleiter der Business Unit Linear Motion Technology, Bosch Rexroth AG:
«Die Lage im Werkzeugmaschinenbau ist nach wie vor angespannt. Viele Hersteller stehen unter Druck, teilweise sogar existenziellem. Ihre Herausforderungen sind vielschichtig. Neben der Konjunkturschwäche und Exportunsicherheiten erfordert die absehbare Abkehr vom Verbrennungsmotor strukturelle Veränderungen in der Fertigungslandschaft.
Hersteller gehen verschiedene Wege, um diesen Wandel zu gestalten. Eine Chance besteht darin, die Marktposition in der hochpräzisen Metallbearbeitung trotz der widrigen Umstände zu festigen oder sogar auszubauen. Dazu bedarf es flexibler und innovativer Partner für in Werkzeugmaschinen etablierten Technologien wie der Lineartechnik. Um sich vom Wettbewerb abzuheben, sind drei Faktoren entscheidend: innovative Lösungen und Funktionen, Prozessautomatisierung und Nachhaltigkeit. Wir begleiten unsere Kunden hier mit neuen Lösungen, einem breiten Portfolio und arbeiten eng in Entwicklungsprojekten zusammen.
Eine wichtige Neuentwicklung ist unsere patentierte Temperierungsfunktion ‹Thermo Compensating Rail Systems› TCRS, die bauraumneutral in die Führungsschiene integriert ist. Durch die Temperaturkompensation kann die Teilegenauigkeit der Maschine um bis zu 75 Prozent gesteigert, die Prozessstabilität erhöht und Ausschuss ab dem ersten Teil vermieden werden. Nachrüstungen sind ebenso möglich wie optionale Präzisionspakete für Neumaschinen. Für das maximale Mass an Präzision können wir sogar die drei Funktionen Führen, Temperieren und Messen in einer Linearführung integrieren.
Auch durch Komplettlösungen für die Prozessautomatisierung in und an der Maschine, z. B. für die automatische Werkstück- oder Werkzeugbestückung bis hin zu Linearrobotern für die externe Anlagenverkettung, können sich Werkzeugmaschinenhersteller künftig stärker vom Wettbewerb differenzieren. Bosch Rexroth bietet für die wachsenden Marktanforderungen in dem Bereich ein breites Portfolio an Linearachsen und Mehrachslösungen, die auf kleinstem Bauraum eine hohe Präzision und Dynamik ermöglichen. Als Entwicklungspartner arbeiten wir zudem eng mit Werkzeugmaschinenherstellern zusammen, beispielsweise beim Aufbau von Sonderlösungen.
Mit effizienten Lösungen kann die Lineartechnik auch zur Ressourcenschonung und zu einer Reduktion des Energieverbrauchs beitragen. Schon bei der Produktauslegung achten wir darauf, dass die geforderten Bewegungsaufgaben mit möglichst wenig Verlustenergie und minimalem Schmierstoffverbrauch realisiert werden. Bei der Auslegung und Dimensionierung mit unseren ‹eTools› werden diese Aspekte automatisch berücksichtigt. Der Rexroth Lineartechnik Selector schlägt beispielsweise schon nach wenigen Klicks und Parametereingaben effiziente Lösungen vor. Auch unser Angebot an intuitiven ‹eTools› werden wir für unsere Kunden weiter ausbauen, um eine einfache und schnelle Produktauswahl zu gewährleisten.»