CAD/CAM für Produktion von Victorinox-Messern
Beim Traditionsunternehmen Victorinox in Ibach-Schwyz werden jeden Tag tausende von feinsten Klingen, Stanz- und Gussteilen auf hochentwickelten, zum Teil selbst gebauten Hightech-Maschinen hergestellt. Um die Qualität und Effizienz bei den hierfür hergestellten Werkzeugen zu erreichen, ist die CAD/CAM-Software PEPS 7.0 von Camtek im Einsatz.
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Das vor 125 Jahren gegründete Unternehmen Victorinox stellt täglich 28'000 Swiss Army Knives in 100 Modellvarianten, 32'000 andere Taschenwerkzeuge sowie 60000 Haus-halt- und Berufsmesser her. Pro Jahr sind das zusammen rund 26 Millionen Messer. Inzwischen hat sich die Marke nicht nur als unverkennbarer Outdoor-, Bekleidungs- und Reisegepäckspezialist einen Namen gemacht, sondern bietet ebenso eine Uhren- und Fragrance-Kollektion.
Diese Diversifizierung von der Messerschmiede anno 1884 zur internationalen Marke konnte nicht zuletzt durch die hohe Spezialisierung der Produktion mit besonderen, eigenen Methoden und ausgefeilten Prozessen erreicht werden. Hierzu stehen den am Standort Ibach 900 Mitarbeitern rund 800 Maschinen zur Verfügung, von denen rund ein Drittel im Eigenbau und ein Drittel modifizierte Maschinen sind. Dieses Know-how zu wahren sichert einen Wissensvorsprung, der als Marken- und Innovationsschutz unverzichtbarer Bestandteil der Firmenpolitik ist. Hierbei steht Qualität und Funktionstüchtigkeit der Produkte an erster Stelle, was über ein effizientes Qualitätsmanagement sichergestellt wird.
3D-Daten komfortabel an Maschine senden
Die Zusammenarbeit von Victorinox mit dem CAD/CAM-Spezialisten Camtek GmbH wurde 2006 in die Wege geleitet. Bruno Spiess, Leiter Funkenerosion und stellvertretender Leiter Werkzeugbau bei Victorinox, erzählt, wie es dazu gekommen ist: «Wir hatten vorher das Agieeigene System 'Easy-Cut', das nicht mehr weiterentwickelt wurde. Auf dem Markt haben wir dann vor allem Systeme gesehen, die unseren hohen Anforderungen nicht entsprachen. Erst durch die konkrete Aufgabenstellung einer DNC3-Übertragung über eine serielle Schnittstelle (damals mussten wir noch den unhaltbaren Zustand einer Gegenquittierung des Start- und Sendeprotokolls in Kauf nehmen) kamen wir mit dem Aussendienst des PEPS-Systems in Kontakt.»
Die damalige Aufgabenstellung lautete, komfortabel 3D-Daten an die Maschine abzusenden, einzulesen und daraus Programme erstellen zu können. «Der Hintergrund unsererseits war auch, PEPS als komplettes, fachspezifisches CAM-System einsetzen zu können. Wir wollten kein Fremdprodukt integrieren. Der weitere Test-Auftrag beziehungsweise das Anforderungsprofil an ein gutes CAM-System war, durch Splines bestückte Matrizen einen Schnitt auf halber Höhe durchführen zu können, wobei eine saubere Linien- und Bogenkontur abgeleitet werden kann. Schliesslich war es das einzige CAM-System, das unseren Anforderungen im Sektor Draht- und Senkerodieren zu 100 Prozent entsprach», fährt Bruno Spiess weiter.
Paul-Gerhard Staib, Geschäftsführer bei Camtek, ergänzt: «Die optimale Kombination von Programmiersystem und Maschine ist essenziell für einen gut funktionierenden Arbeitsablauf. Denn um qualitativ hochwertige Produkte erzeugen zu können, müssen erst hochqualitative Werkzeuge gebaut werden. Der Werkzeugformenbau ist die Basis, und dazu gehören gute Maschinen, ein gutes Programmiersystem und viel Know-how.»
