CSEM Business Day 2017 CSEM Business Day: Mikrotechnologie & 2D-Graphen

Redakteur: Sergio Caré

250 Unternehmer und Innovationsschaffende folgten der Einladung des CSEM und trafen sich am Ufer des Vierwaldstättersees, um gemeinsam über die Zukunft der Schweizer Mikrotechnologie zu debattieren. Gast der Veranstaltung war der Physiknobelpreisträger Sir Konstantin Novoselov mit einer Keynote über Graphen.

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Mario El-Khoury, CEO des CSEM, an seiner Eröffnungsrede am CSEM Business Day 2017 im Verkehrshaus Luzern.
Mario El-Khoury, CEO des CSEM, an seiner Eröffnungsrede am CSEM Business Day 2017 im Verkehrshaus Luzern.
(Bild: Sergio Caré)

Zwischen Fokker, Coronado, DC3 und Orion zogen sich die thematischen Inhalte um Mikrotechnik als roter Faden durch den 3. CSEM Business Day im Verkershaus Luzern. Nach den Veranstaltungen in Neuenburg und Zürich lud das Schweizer Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektronik und Mikrotechnik CSEM die Vertreter der Schweizer Industrie zu diesem jährlichen Event. Rund 250 Personen aus Forschung und Industrie folgten der Einladung, in der Nähe des Vierwaldstättersees. Ziel des Business Day ist, neue Entwicklungen des CSEM in der industriellen Digitalisierung, der personalisierten Medizin oder im Bereich Energie aufzuzeigen und der Industrie neue Ideen und potenzielle Geschäftsfelder näherzubringen. In seiner Eröffnungsrede sagte Mario El-Khoury, CEO von CSEM, er hoffe, dass der Anlass für alle Teilnehmenden eine wertvolle Inspirationsquelle sei. «Nur durch Innovationen kann der Industriestandort Schweiz gesichert werden», sprach El-Khoury die Anwesenden direkt an. «Voraussetzung dafür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungs- und Entwicklungszentren. Denn, nur so bleibt die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft erhalten.» Für das CSEM bildet die Miniaturisierung in der Produktion den Schlüsselfaktor für die Industrie und Manufaktur in der Schweiz.

Graphen und Digitalisierung

Mitunter Grund für den Zulauf sind auch jeweils die qualitativ hochstehenden Schlüsselreferate. Auch dieses Jahr. Dabei will das CSEM eine Brückenfunktion zwischen Forschung und Industrie übernehmen. So erhielt das Publikum Einblick in zwei interessante Themen in der technischen Forschung und Entwicklung: Am Vormittag referierte der Physiknobelpreisträger Sir Konstantin Novoselov über das Potenzial von Graphen. Der Nobelpreisträger wusste, in seinem interessanten und anekdotenhaften Vortrag über die Einsatzmöglichkeiten von Graphen sein Publikum zu fesseln. Dabei zeigte er auch einen ausgesprochenen Sinn für Humor und räumte unter anderem durch seine Vergleiche von Elektronen und Staaten mit Einparteisystem wie Russland und China einige Lacher ab.

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Graphen ist die Bezeichnung für eine Modifikation von Kohlenstoff mit einer zweidimensionalen Struktur. Dabei wird jedes Kohlenstoffatom im Winkel von 120 ° von drei weiteren umgeben, ähnlich einer Bienenwabe. Eines der potenziellen Einsatzarten ist dank der hohen elektrischen Leitfähigkeit von Graphen das Transistormaterial, statt Silizium. Erste Erfolge wie die Darstellung eines Graphit-Microchips konnten bereits verbucht werden. IBM gelang es Anfang 2010, erstmals einen 100-GHz-Transistor auf Graphenbasis herzustellen. Novoselov sieht Graphen nicht nur als Ersatz von bestehenden Materialien wie Silizium, sondern vor allem durch die Optimierung von bestehenden Materialeigenschaften und dabei die limitierenden Merkmale zu überwinden. Zum Beispiel können Oberflächen durch Graphen stärker hydrophil oder hydrophob werden. Als mögliches Einsatzgebiet sieht er das Graphen in RFID-Chips, die nicht nur Informationen beinhalten, sondern auch gleichzeitig als Sensoren funktionieren und zum Beispiel Temperaturen messen können.

Am Nachmittag zeigte Thomas Skordas, Direktor von DG Connect, der Generaldirektion der Europäischen Union für digitale Belange, in seiner Keynote die Herausforderungen der Digitalisierung für Europa auf.

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