Über 240 Besucher und 13 Partnerunternehmen an den Wenk-Innovationstagen «Daher sind Lösungen im Bereich Komplettbearbeitung sehr gefragt.»

Von Matthias Böhm 4 min Lesedauer

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Mit 13 Partnerunternehmen präsentierte der Werkzeugmaschinenspezialist Wenk AG die jüngsten WZM-Entwicklungen von Mazak. Flexible Automation kleiner Losgrössen stiessen auf ein grosses Interesse. Darüber hinaus Funktionen, um langspanende Werkstoffe prozesssicher zu zerspanen. Thomas Siegrist, CEO der Wenk AG, gab MSM-Chefredaktorin, Margaux Pontieu, und SMM-Chefredaktor, Matthias Böhm, ein Interview im Rahmen der Wenk-Innovationstage.

Margaux Pontieu (Chefredaktorin MSM) gemeinsam mit Thomas Sigrist (Interviewpartner und CEO der Wenk AG) vor dem Dreh-Fräszentrum «Integrex i-H Neo» von Mazak, auf dem hoch effizient Dreh-Fräskomponenten hergestellt werden können.(Bild:  Matthias Böhm)
Margaux Pontieu (Chefredaktorin MSM) gemeinsam mit Thomas Sigrist (Interviewpartner und CEO der Wenk AG) vor dem Dreh-Fräszentrum «Integrex i-H Neo» von Mazak, auf dem hoch effizient Dreh-Fräskomponenten hergestellt werden können.
(Bild: Matthias Böhm)

Matthias Böhm: Am 28. und 29. Januar veranstalteten Sie die Innovationstage bei Wenk. Wie viel Besucher und aus welchen Branchen kamen zu Ihren Innovationstagen?

Thomas Siegrist: Rund 240 Besucherinnen und Besucher konnten wir an unseren beiden Innovationstagen begrüssen. Unsere Präsentation der Maschinen von Mazak, Tschudin und Blohm Jung sowie Produkte und Dienstleistungen von 13 weiteren Mitausstellern stiessen auf grosses Interesse. Die Kunden kamen aus den Branchen Medical, Uhren, Energie, Maschinenbau, Formenbau, Lebensmittel, Automobil, Luftfahrt, Pharma bis hin zum Anlagebau.

Margaux Pontieu: Welche konkreten Weiterentwicklungen und Innovationen zeigen Sie an Ihren Innovationstagen?

Th. Siegrist: Mit der neuen Mazak «Integrex j-200S Neo» erweitern wir die bekannte «Integrex»-Baureihe und füllen damit die Lücke zwischen einer Drehmaschine mit angetriebenen Werkzeugen, Y-Achse, Gegenspindel und der klassischen Multifunktions-Dreh-Fräsmaschine aus. Diese Maschine ermöglicht den einfachen Einstieg in die multifunktionale Welt der Zerspanung.

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M. Pontieu: Präsentierten Sie auch Fertigungsoperationen unter Span, wenn ja, welche?

Th. Siegrist: Ja, wir haben zum Beispiel die prozesssichere Zerspanung von langspanendem Kunststoff unter (kurzen!) Spänen präsentiert. Unsere Lösung mit dem «Mazak Smooth Oscillation Cutting» funktioniert hervorragend mit Kunststoff. Es war sehr anschaulich. Generell ist dieses Verfahren auch bei anderen langspanenden Materialien, wie Bleifrei-Messing, anwendbar. Diese Applikation ist sehr anwenderfreundlich zu programmieren und daher ein unerlässliches Werkzeug für eine prozesssichere Produktion.

M. Böhm: Was sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen Ihrer Kunden und wie reagieren Sie als Werkzeugmaschinenspezialist darauf?

Th. Siegrist: Flexibilität! Unsere Kunden müssen sehr schnell auf die sich verändernden Marktanforderungen reagieren und agieren. Planbarkeit ist ein Wunsch, die Realität sieht anders aus. Daher sind Investitionen in multifunktionale Maschinen gefragt. Wir bieten dazu mehrere Baureihen von Mazak an, vor allem der Einstiegsbereich erscheint uns wichtig, um erste Erfahrungen zu sammeln. Die Gespräche für die zweite Maschine sind dann meistens sehr kurz.

M. Pontieu: Wie entwickelt sich die Fertigungsautomation und welche Lösungen haben sich in den letzten Jahren bei Mazak insbesondere am Standort Schweiz mehrheitlich durchgesetzt?

Th. Siegrist: Von der einfachen Automation wie Palettisieren («Mazak Palletech»), Stangenladern und Portalladern («Mazak Gantry Loader») bis zur komplexen Lösung mit externen Lösungen inkl. automatischem Umrüsten und Prozesskontrolle decken wir alles ab. Die Tendenz geht klar in Richtung Flexibilität.

Auch bei den spitzenlosen Rundschleifmaschinen von Tschudin steigt die Nachfrage nach Automationen. Diese werden von Tschudin inhouse konzipiert und umgesetzt.

M. Böhm: Können auch externe Automationslösungen integriert werden? Wenn ja, wie werden sie steuerungstechnisch integriert?

Th. Siegrist: Integration wird bei uns bis in die Steuerung umgesetzt, das heisst die Bedienung der Automationslösung kann je nach System über die Maschinensteuerung und Bildschirm laufen. Dazu werden entsprechende Applikationen geladen. Dies vereinfacht die Bedienung.

M. Pontieu: Was sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen im Bereich der Automation von Werkzeugmaschinen mit wechselnden Serien bei unterschiedlich grossen Losgrössen?

Th. Siegrist: Dies ist von der Automation abhängig. Bei einer Beladung mit Palette ist das sehr einfach zu lösen. Spannend wird es bei multifunktionalen Bearbeitungszentren mit Backen- oder Spannzangenfutter bei unterschiedlichen Durchmessern. Das geht dann nur mit automatischem Backen- oder Spannzangenwechsel. Damit kann «Losgrösse 1» im 24-Stunden-Betrieb automatisch produziert werden, und damit werden kleine Lose interessant, weil sie automatisiert gefertigt werden können.

M. Böhm: Ihre CNC-Steuerungen nutzen zunehmend künstliche Intelligenz. Welchen Nutzen bringt das konkret dem Anwender?

Th. Siegrist: Die «Mazatrol»-Steuerung von Mazak ermöglicht die «automatische» Programmierung auch von Dreh-/Frästeilen. Dazu wird das Solid direkt in die Maschinensteuerung eingelesen, die entsprechenden Nullpunkte gesetzt, anschliessend automatisch ein Programm erstellt, das sich bei Bedarf einfach anpassen lässt. Ergänzt wird dies mit der Übernahme von Werkzeug- und Schnittdaten aus ähnlichen Bearbeitungen. Vor allem werden dadurch wiederkehrende Programmiertätigkeiten optimiert.

M. Pontieu: Mazak verfügt über ein enorm breites Technologieportfolio. Welche Werkzeugmaschinen spielen für die Schweiz die grösste Rolle?

Th. Siegrist: Die Schweiz ist ein typischer Markt von kleinen Volumen und hoher Komplexität und das Ganze über 24 Stunden voll automatisiert. Daher sind Lösungen im Bereich Komplettbearbeitung sehr gefragt. Wir haben in diesem Segment mit der Mazak «Integrex i Neo Serie» ein neues Flaggschiff im Programm. Die «Integrex j-200 Neo» im Bereich Dreh-Fräszentren und die «Variaxis»-Baureihe im Fräsen ergänzen das Programm perfekt.

M. Böhm: Welche Technologien bieten Sie im Bereich Additive Manufacturing an?

Th. Siegrist: Das Thema Additive Manufacturing ist bei uns ein kleiner Bereich. Mazak konzentriert sich auf die multifunktionale Zerspanung, hybride Lösungen haben sich noch nicht durchgesetzt aufgrund der hohen Investitionen. Da ist der Kunde mit einer eigenständigen Lösung im Moment besser dran.

M. Pontieu: Ihre Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Branchen. Welche dieser Branchen entwickeln sich aktuell überdurchschnittlich gut und investieren in moderne Produktionsmittel?

Th. Siegrist: Energie, Transport und Defence entwickeln sich sehr positiv. Bei der letztgenannten Branche stellt sich die Frage, wie sich diese in Zukunft entwickelt und in der Schweiz für nachhaltiges Wachstum unter der sich schnell ändernden geopolitischen Lage sorgen wird.

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M. Pontieu: Welche Werkzeugmaschinen stiessen auf das grösste Interesse bei Ihren Besuchern während der Innovationstage?

Th. Siegrist: Die «Integrex»-Baureihe von Mazak ist seit der Einführung im Jahr 1983, also vor über 40 Jahren, nach wie vor die Werkzeugmaschine, nach der die Nachfrage ungebrochen hoch ist. Mittlerweile präsentieren wir die 10. Generation «Integrex».

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