Auswirkungen der ErP-Richtlinie auf die Schutzsysteme von Elektromotoren

Das Ende für Schütze und Motorstarter?

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Wann passt welcher Motorschutz?

Die Komplexität von Maschinen und Anlagen nimmt stetig zu. Die sich häufig ändernden Normen und Richtlinien – gerade auch im Bereich Energieeffizienz – machen es Anwendern schwer, immer den Überblick zu behalten. Daher besteht bei der Auswahl von Motorschutz- beziehungsweise Motorregelungstechnik die Gefahr, dass Systeme falsch ausgelegt oder überdimensioniert werden, besonders im Lichte der veränderten elektrischen Eigenschaften von hocheffizienten IE3-Motoren. Viele Anwender stellen sich deshalb die Frage, für welche Applikation sich welche Steuerung am besten eignet. Folgende Übersicht soll Hilfestellung bieten:

1. Schütze und Motorschutzschalter stellen auch in Zukunft die beste und energieeffizienteste Lösung für Anwendungen mit fester Drehzahl oder geringen Schalthäufigkeiten dar, wobei unbedingt deren Tauglichkeit für IE3-Motoren zu überprüfen ist. Denn Tests haben gezeigt, dass die in der DIN EN 60947-4-1 derzeit spezifizierten Grenzwerte für Schütze und Motorstarter im Zusammenspiel mit IE3-Motoren vielfach nicht ausreichen. Das heisst, das Schutzelement löst unter Umständen bereits während des standardmässigen Motoranlaufs aus, auch wenn kein Fehler oder Kurzschluss vorliegt. Um dies zu vermeiden, sollten die Anlauffaktoren (Anlaufspitzenstrom zu Betriebsstrom) nicht mehr nur wie derzeit vorgeschrieben einen Faktor acht abdecken können, sondern mindestens einen Faktor zehn (dabei auch Fertigungstoleranzen der Motoren beachten).

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern
  • Der Direktstart ist am besten für Antriebe an starken Netzen geeignet, die hohe Anlaufströme zulassen und wo die Applikation ein hohes Anlaufmoment verträgt. Installation und Handhabung sind einfach, es handelt sich um einen besonders kostengünstigen Motorstarter.
  • Die Stern-Dreieck-Schaltung eignet sich aufgrund eines reduzierten Anzugsmoments für Antriebe mit kleinem oder erst mit der Drehzahl steigendem Lastmoment wie bei Pumpen und Lüftern. Sie wird auch dort eingesetzt, wo der Antrieb erst nach dem Hochlauf belastet wird, beispielsweise bei Pressen und Zentrifugen. Installation und Handhabung sind einfach, es handelt sich um eine Motorstarterlösung mittlerer Komplexität.
  • Der Softstarter erlaubt ebenfalls nur einen Anlauf mit reduziertem Moment, bietet jedoch den Vorteil einer stufenlosen Spannungsanpassung, sodass der bei Stern-Dreieck übliche Umschaltstoss in Strom und Drehmoment entfällt. Installation und Handhabung sind einfach.

(ID:43599519)