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Abschalten mit Augenmass
Mit gemischten Gefühlen betrachtet Kustra aus der Sicht des Elektronikingenieurs das Ein- und Ausschalten. «Ich habe persönlich schlechte Erfahrungen in der Montage mit dem Abschalten von Anlagen mit Steuerungselektronik», sagt Kustra. «Die Einschaltströme können so hoch sein, dass sie bei älteren Anlagen die Elektronik zerstören können. Daher muss man das Abschalten mit Augenmass angehen.»
Das Umsetzen steht und fällt in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern in der Produktion: Es folgte der Aufbau von Strukturen und die Bereitstellung von Ressourcen für Energiebeauftragte und Sachkundige für Energie in den Fertigungsbereichen beziehungsweise in den einzelnen Organisationseinheiten. Um diese notwendigen Prozesse und Aufgaben sicher zu stellen, hat VW ein Energiemanagementsystem nach DIN 16001 aufgebaut und mit den bestehenden Strukturen zu einem Integrierten Umwelt- und Energiemanagementsystem zusammengeführt. «Unsere Energiebeauftragten sind nicht etwa Ingenieure, die irgendwann mal eine Sprechstunde anbieten», sagt Bosse. «Es handelt sich vielmehr um Mitarbeiter der Fertigung, Planung oder Instandhaltung, die dann in den Teamgesprächen die Projekte und Ergebnisse aus den Bereichen präsentieren. Die Verbindung vom Mitarbeiter an der Linie bis zum Standortleiter ist also gegeben.»
Gebremste Fördertechnik
Manche Ideen zum Energiesparen kommen aus den traditionellen KVP-Teams (KVP: kontinuierliche Verbesserung). Ein Beispiel betrifft Schwerkraftförderer (zum Beispiel: Rutschen, Rollen- und Kugelbahnen). «Wir haben diese Technik mit der TU Chemnitz soweit optimiert, dass wir demnächst 20 Anlagen einsetzen können», erläutert der oberste Energiemanager Michalzik. «Wir sparen künftig viel Energie, weil nun nicht mehr angetriebene, sondern nur noch gebremste Fördertechnik zum Einsatz kommt.» Das Bremsen übernehmen Hydrauliksysteme, so dass VW nun mit Schwerkraftförderern einen taktgebundenen Betrieb mit Roboterhandling fahren kann.
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