Rührreibschweissen Der neue SL zum Leichtgewicht geschweisst

Redakteur: Luca Meister

>> Für den aktuellen Mercedes-Benz SL setzt Daimler zum ersten Mal seit60 Jahren eine Aluminiumkarosserie in der Grossserie ein. Mit von der Partie bei der Verschlankung der Premium-Baureihe ist Know-how von Riftec,Spezialist für die industrielle Anwendung des Rührreibschweissens und des Punktreibschweissens.

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Rührreibgeschweisste Bodengruppe für den Mercedes SL.
Rührreibgeschweisste Bodengruppe für den Mercedes SL.
(Bild: Riftec)

mei. Ganze 110 Kilogramm leichter als sein Vorgänger aus Stahl ist der neue Aluminiumrohbau des aktuellen Mercedes-Benz-Flaggschiffs SL. Die Aluminiumstruktur punktet nicht nur beim Gewicht gegen die alte Stahlausführung – auch in Sachen Steifigkeit, Sicherheit und Komfort zeigt sich die neue Leichtmetallversion überlegen. Massgeblich beteiligt an diesem viel beachteten Technologiesprung sind Rührreibschweissnähte von knapp zehn Metern Länge der Riftec GmbH. «Das ist eine erstklassige Referenz für uns», freut sich Dr.-Ing. Axel Meyer, einer der beiden Geschäftsführer bei Riftec. «Wir haben damit bewiesen, dass wir anspruchsvollste Bauteile auch im Hochvolumenbereich produzieren können. Das empfiehlt uns natürlich auch für andere Branchen.»

Enge Toleranzen

Die Rührreibschweissnähte verteilen sich zum einen auf ein sogenanntes Tailored Blank für den Mitteltunnel – hier werden im Auftrag von Novelis, Weltmarktführer für Aluminium-Flachwalzprodukte, unterschiedlich dicke Aluminiumbleche zu einem einzigen Bauteil verschweisst – und zum anderen auf zwei Rohbausegmente aus stranggepressten Aluminiumhohlprofilen, die direkt unter den SL-Sitzen angeordnet sind. Letztere beiden Baugruppen fertigt Riftec für den Strangpress-Spezialisten Martinrea Honsel, einen der weltweit führenden Zulieferer für Leichtmetallkomponenten in der Automobilindustrie. «Die Strangpressprofile für den Mercedes-Benz SL sind bereits sehr dünnwandig und müssen innerhalb enger Toleranzen gefertigt werden», erklärt Meyer: «Die Herausforderung war es, gleich drei dieser filigranen Profile zu einem Bauteil zu verbinden, das dann immer noch die Massanforderungen erfüllt.»

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Dichtheit als Hauptvorteil

Da Rührreibschweissen deutlich weniger Wärme einbringt als herkömmliche Schmelzschweissverfahren und auf diese Weise für weniger Verzug sorgt, konnten die hohen Anforderungen an das anspruchsvolle Bauteil erfüllt werden. «Ein grosser Vorteil der Rührreibschweissnähte ist beim Anwendungsfall vom SL vor allem ihre Dichtheit», sagt Alexander Frhr. von Strombeck, Riftec-Geschäftsführer und als solcher hier verantwortlich für die Entwicklung und Produktion der rührreibgeschweissten Baugruppen für den Mercedes SL. Die Konstruktion wurde vereinfacht, da die vorher aufwändige Nahtabdichtung entfallen konnte. «So hat man mehr Freiraum für die Elektrik gewonnen», fährt Strombeck weiter. Er sieht das Rührreibschweissen klar im Aufwind: «Das Verfahren ist in der Automobilindustrie sehr präsent. Man kann sich dort natürlich weitere Einsatzgebiete vorstellen. Ich bin sicher, dass wir die erfolgreiche Zusammenarbeit auch in Zukunft fortsetzen können.» <<

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