Schweizer Qualitätszulieferer 2017: Stiftung Brändi Die Fertigungsspezialisten aus Kriens
Die 1800 Mitarbeiter starke ISO-9001-zertifizierte Stiftung Brändi hat kürzlich Aufträge gewonnen, die aus der Schweiz nach Osteuropa verlagert wurden. Heute werden diese Aufträge dank effizienter Produktion wieder in Kriens, direkt unterhalb des Pilatus gefertigt. Das ist kein Zufall, wie der Bericht zeigt.
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Die Stiftung Brändi hat neben ihrem sozialen Auftrag – Menschen mit Beeinträchtigungen unterschiedlicher Art in die Gesellschaft aktiv zu integrieren – eine klare wirtschaftliche wie auch technologische Ausrichtung. Mit insgesamt 1800 Mitarbeitenden (davon 220 Lernende) im Kanton Luzern gehört die Stiftung Brändi zu den grössten Arbeitgebern der Zentralschweiz, mit einem breitem Dienstleistungsportfolio vom Gartenbau über die Hauswirtschaft, Holzverarbeitung bis hin zu Maschinenbau, Elektrotechnik, Lebensmitteltechnik und Medizintechnik. Auch Personalverleih gehört zum Dienstleistungsbereich der Stiftung.
Dieser Bericht konzentriert sich auf die Technologie-Bereiche am Standort Kriens (300 Mitarbeitende): Metallverarbeitung, Montage und Elektrotechnik. Über diese drei Bereiche vorweggelagert verfügt das Unternehmen über eine Konstruktionsabteilung (Solid Works, AutoCAD und Inventor).
Spanende Fertigung
«Die spanende Fertigung gehört zu den Schlüsseltechnologien der Stiftung Brändi. Wir haben einen hervorragenden Maschinenpark sowie ausgezeichnetes Fachpersonal», wie Alfons Balmer (Leiter AWB Kriens) gegenüber dem Chefredaktor sagt.
Im CNC-Drehen verfügt die Stiftung Brändi über vier Maschinen, davon zwei Dreh-Fräszentren, eine Hyundai Kia SKT-15LM und eine DMG-Mori NLX 2000, Doppelspindler mit 65 mm Durchlass. Die beiden Drehzentren sind mit Stangenladern ausgerüstet. Die Bauteile sind typischerweise im Bereich Faustgrösse angesiedelt. Dank Stangenladung können mannlose Schichten gefahren werden.
Alfons Balmer: «Im Dreh-Fräsbereich sind wir auch dank Doppelspindler hervorragend positioniert. Neben Präzision und Liefertreue ist eine unserer Stärken die Flexibilität. Grundvoraussetzung hierfür ist neben flexiblen Aufspannsystemen auch ein gut aufgestellter Sägebereich, um Werkstücke für den Metallbau oder die Fertigung in kürzester Zeit abzulängen. Seitens des Werkstoffspektrums wird alles bearbeitet, was von den Kunden angefragt wird. Typische Losgrössen liegen bei ca. 30 bis hin zu 40 000 Stück.
Alfons Balmer: «Im CNC-Bohr-Fräsbereich fertigen wir auf vier CNC-Zentren typischerweise Bauteile in Faustgrösse, bis zu vier Achsen. So können wir Bauteile in einer Aufspannung komplett bearbeiten, was erstens geringere Fertigungszeiten als auch höhere Präzision am Werkstück bringt.»
Metallbau – Aufträge aus Osteuropa in die Schweiz verlagert
Der Metallbau gehört wie die spanende Fertigung zu den Kerndisziplinen. Ob Stahl- oder Aluminiumkonstruktionen, ein grosser Teil wird in Kriens gefertigt und montiert. Inklusive aller hierfür notwendigen Fügeverfahren. Apropos Fügeverfahren: Hier zeigt sich wieder die Schweizer Qualität im Detail, wie die Schweissnähte der Metallkonstruktionen beweisen, nicht zuletzt dank dem jüngsten Schweissroboter (ABB/Fronius), der selbst anspruchsvollste Schweissnähte im WIG-/MIG- wie auch MAG-Verfahren automatisch in Serie realisiert.
Elektrotechnischer Bereich
Im elektrotechnischen Bereich werden Schaltschränke und Steuerkästen für den Maschinenbau oder die Bauindustrie verdrahtet und mit elektromechanischen Schaltelementen bestückt. Hier ist das Unternehmen auf Apparate- und Gerätemontage spezialisiert. Darüber hinaus verfügt die Abteilung über eine umfangreiche Kabelkonfektionierung. Im Bereich der Kabelkonfektion wird auch ein Flugzeughersteller beliefert.
Medizintechnik und Verpackungstechnik
Im Bereich der Medizintechnik werden unter anderem Apparate und Module montiert unter Einhaltung der hierfür notwendigen Richtlinien, Hygiene- und Klimaraum inklusive. Hier wie auch im Lebensmittelbereich wird das Unternehmen von seinen Auftraggebern jährlich auditiert. Darüber hinaus übernimmt das Unternehmen kundenspezifische Verpackungsaufgaben von Waren aus dem Medizin- und Lebensmittelbereich sowie typische C-Teile. Ein Beispiel: Am Standort Sursee wird das komplette Schraubenprogramm für den Do-It-Bereich von SFS-Unimarket für die Schweiz abgepackt.
Schweizer Zuverlässigkeit
Alfons Balmer: «Als Zulieferer müssen wir drei wesentliche Kundenanforderungen erfüllen: fertigungstechnische Präzision, auf den Kunden abgestimmte Lager- und Logistikprozesse und schliesslich kurze Lieferzeiten und Termintreue. Wenn ich das sagen darf: Wir haben einige Aufträge im Bereich des Metallbaus aus Osteuropa wieder in die Schweiz zurückgeholt.»
Soziales Engagement
Und zum Schluss sagt Alfons Balmer: «Wenn wir einen Auftrag bekommen, ist das für uns wirtschaftlich ein wichtiger Faktor. Und: Solche Aufträge unterstützen auch unsere Mitarbeitenden mit Beeinträchtigung, die dank der Kundenaufträge einer sinnvollen Arbeit nachgehen können, was ein ganz wesentliches Aufgabenfeld unserer Stiftung Brändi letztlich ist.»
- Autor: Matthias Böhm, Chefredaktor
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