Zerspanung von rostfreien Materialien: Ein weiterer Schritt in die Zukunft

Die Verrückten von Agno: CrazyDrill

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Die drei Herausforderungen

Die folgenden drei Herausforderungen stehen bei Mikron Tool aktuell im Fokus:

1. Die Dimension. Konzentration auf Werkzeuge in kleinen Dimensionen (0,1 bis 6 mm).

2. Die Präzision: Mikro-Bearbeitungen in höchster Präzision fertigen können.

3. Die Werkstoffe: auf die Bearbeitung anspruchsvollster Werkstoffe konzentrieren wie: Stainless Steel, Super Alloys, Titan und Chrom-Kobalt-Werkstoffe.

«Normale Bedingungen interessieren uns nicht»

Kurz: drei Schwierigkeiten, drei Herausforderungen: klein, präzis, schwierige Materialien und noch dazu schnell. So betrachtet sind es sogar vier Herausforderungen für Mikron Tool.

M. Schnyder: «Normale Bedingungen interessieren uns nicht, wenn es um Neuentwicklungen geht. Das ist unsere Strategie, das ist unser roter Faden. Und zwar in Richtung Speed, Verlässlichkeit des Prozesses und eine wiederholende Qualität. Hier sehen wir Potential für Innovationen. Wir wollen in der Mikro-Zerspanungstechnik der Hightech-Märkte wie Medizin, Luftfahrt, Energie, Prozessindustrie und Präzisionsmechanik richtig stark werden.»

Alberto Gotti: «Wir garantieren mit unseren CrazyDrill-Bohrern Bohrungen mit Toleranzfeldern im einstelligen µ-Bereich. Die Entwicklung von Hochleistungs-Mikrowerkzeugen ist die eine Seite. Das ist bereits ein enorm anspruchsvoller Prozess. Aber es gibt einen zweiten, ganz wesentlichen Aspekt. Unsere Produktion muss nicht einfach in der Lage sein, die Werkzeuge entsprechend den Vorgaben unserer F&E-Abteilung zu fertigen, sondern diese absolut prozesssicher zu produzieren. Man spricht bei den Schneidwerkzeugen von Makro- und Mikrogeometrien. Bei uns bewegen sich die Makrogeometrien teilweise bereits im Mikro-Bereich. Jetzt stellen Sie sich vor, in welchen Dimensionen wir uns bei den 0,1 mm Durchmesser messenden Bohrern bei den Mikrogeometrien bewegen.»

Wir beherrschen die technologischen Grenzen

M. Schnyder: «Hier befinden wir uns in einem Umfeld, das hat mit der normalen Werkzeugherstellung oberhalb von 6 mm nichts mehr zu tun. Aus unterschiedlichsten Gründen. Ein Beispiel: In die Steifigkeit geht das Flächenträgheitsmoment mit ein. Und dadurch geht der Radius in der vierten Potenz in die Steifigkeit des Bohrers ein. Jetzt rechnen Sie einmal 6 mm hoch vier und anschliessend 0,1 mm hoch vier. Wenn Sie die beiden Ergebnisse teilen, dann entspricht dieser Faktor der verringerten Steifigkeit des Bohrers, und das ist massiv. Das hört sich nach Theorie an, aber die macht sich in der Praxis ganz real bemerkbar und so etwas muss man beherrschen können in den Schleifprozessen der Werkzeugfertigung. Und dann müssen wir noch auf das ‹µ› genau schleifen können. Da kommt man an technologische Grenzen, die wir aber ausgezeichnet beherrschen.»

Alberto Gotti: «Um die Produktion unserer Werkzeuge 100%ig zu kontrollieren, wird direkt nach dem Schleifprozess ein Werkzeug-Los herausgenommen. Die Werkzeuge werden sofort getestet und Versuche gefahren. Es werden Drehmomente, Vorschubkraft und Spänebild kontrolliert. Alle Daten werden abgespeichert und archiviert. Ein Beispiel: Sollte sich das Drehmoment beim Bohrprozess erhöhen, kann das beispielsweise auf einen Spänestau,Schneidkantenverschleiss oder gar Bruch zurückzuführen sein. Dann müssen wir sofort nachprüfen, woran es liegt, und den Produktionsprozess unserer Werkzeuge optimieren.»

Kühlen, kühlen und nochmals kühlen

Auf die Frage des SMM, was Mikron Tool unternimmt, um ihre Werkzeuge auf Höchstleistung zu trimmen, antwortet M. Schnyder: «Kühlen, kühlen und nochmals kühlen. Das haben viele noch nicht verstanden. Umso mehr freut mich das. Fräsen ohne Kühlschmierstoff mit Vollhartmetallbohrern ist für uns unvorstellbar. Aber man muss richtig kühlen und richtig kühlen heisst, dass die Schneiden erst gar nicht an die Temperaturgrenze von 700 °C kommen. »

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